Azure Availability Set

Overview

Ein Availability Set gruppiert VMs, die dieselbe Aufgabe erfüllen, etwa zwei Domänencontroller oder mehrere Webserver. Azure verteilt sie auf bis zu drei Fehlerdomänen (getrennte Stromversorgung und Netzwerkswitches) und bis zu 20 Updatedomänen (Gruppen, die bei geplanter Wartung nacheinander neu starten).

Laut Microsoft erreichen zwei oder mehr VMs in einem Availability Set die SLA von 99,95 Prozent. Das Set schützt vor Hardware-, Rack- und Wartungsausfällen, nicht aber vor dem Ausfall eines ganzen Rechenzentrums.

Abgrenzung und Empfehlung: Verfügbarkeitszonen verteilen VMs auf physisch getrennte Rechenzentren einer Region und schützen damit besser. Microsoft empfiehlt für neue Hochverfügbarkeitsszenarien VM Scale Sets im Flexible-Modus oder Zonen. Availability Sets bleiben sinnvoll in Regionen ohne Zonen und für Bestandsumgebungen. Eine Abkündigung hat Microsoft nicht veröffentlicht.

How it works

So funktioniert die Verteilung:

  1. Du legst das Availability Set mit der Anzahl von Fehler- und Updatedomänen an. Die Werte lassen sich danach nicht mehr ändern. Managed Disks unterstützen je nach Region zwei oder drei Fehlerdomänen.
  2. VMs werden beim Erstellen dem Set zugeordnet. Eine bestehende VM lässt sich nicht nachträglich in ein Set verschieben, sondern nur über Neuanlage mit vorhandenen Disks.
  3. Azure platziert jede VM in einer anderen Fehler- und Updatedomäne, die Disks auf getrennten Storage-Stamps.
  4. Bei geplanter Wartung startet immer nur eine Updatedomäne neu. Sie hat 30 Minuten Zeit zum Wiederanlauf, bevor die nächste folgt.
  5. Ein Load Balancer verteilt den Verkehr auf die VMs und erkennt per Health Probe ausgefallene Instanzen.

Stoppst oder deallozierst Du eine VM, bevor die zweite angelegt wird, können beide laut Microsoft in derselben Fehlerdomäne landen.

Benefits

  • Schutz vor gleichzeitigem Ausfall redundanter VMs durch Hardwaredefekt oder Wartung.
  • Keine Zusatzkosten für das Set selbst, nur die VMs werden abgerechnet.
  • Einfach einzurichten und auch in Regionen ohne Verfügbarkeitszonen nutzbar.
  • Bestehende Anwendungen erreichen eine höhere SLA ohne Architekturänderung.

Practical example

Ein kommunaler Zweckverband betreibt zwei Domänencontroller und zwei Webserver für Bürgerdienste in Azure. Die Anwendung unterstützt keinen Betrieb über Zonen, weil eine Lizenzkomponente feste Latenzen verlangt. Die IT legt je ein Availability Set für die Domänencontroller und für die Webserver an und stellt einen Load Balancer vor die Webserver. Bei der nächsten Plattformwartung startet immer nur ein Server neu, die Bürgerdienste bleiben erreichbar.

Things to keep in mind

  • Eine VM lässt sich nicht nachträglich einem Set zuordnen. Plane die Zuordnung beim Erstellen.
  • Availability Sets und Verfügbarkeitszonen lassen sich für dieselbe VM nicht kombinieren. Prüfe für neue Projekte zuerst Zonen oder Flexible Scale Sets.
  • Ein Set mit nur einer VM bringt keinen Verfügbarkeitsgewinn. Die SLA gilt erst ab zwei VMs.
  • Lege pro Anwendungsschicht ein eigenes Set an, damit nicht Datenbank und Webserver dieselben Domänen teilen.
  • Vermeide das Deallozieren der ersten VM vor dem Anlegen der zweiten, damit beide in unterschiedliche Fehlerdomänen kommen.

Licensing & availability

Kostenlos, abgerechnet werden nur die VMs, Disks und Netzwerkressourcen über das Azure-Abonnement. Keine Abkündigung angekündigt. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

Availability Sets sind eine einfache Absicherung gegen Hardware- und Wartungsausfälle. Für neue Workloads sind Verfügbarkeitszonen oder Flexible Scale Sets der modernere Weg.