Azure Compute Gallery

Overview

Azure Compute Gallery, früher Shared Image Gallery, ist der Dienst für eigene VM-Images und VM-Anwendungen in Azure. Images werden darin als Definitionen mit mehreren Versionen abgelegt, in Regionen repliziert und per RBAC oder über Freigaben an andere Subscriptions, Tenants oder die Öffentlichkeit weitergegeben.

Einsatzszenarien sind gehärtete Server-Images für die ganze Organisation, Session-Host-Images für Azure Virtual Desktop und Images für VM Scale Sets, die schnell viele Instanzen starten müssen. VM-Anwendungen trennen die Softwareinstallation vom Basis-Image, sodass nicht jede Anwendungsänderung ein neues Image erzwingt.

Abgrenzung: Azure VM Image Builder baut Images automatisiert und legt das Ergebnis typischerweise in der Compute Gallery ab, die Gallery selbst baut nichts. Snapshots von Azure Managed Disks sichern einzelne Datenträger, sind aber weder versioniert noch regionsübergreifend verteilt. Die Gallery ist ein regionaler Dienst, Microsoft empfiehlt für Notfälle zwei Galerien in getrennten Regionen.

How it works

Der Aufbau ist dreistufig:

  1. Galerie: Container für Definitionen, angelegt in einer Region und später nicht in eine andere Subscription verschiebbar.
  2. Image-Definition: logische Gruppe mit eindeutiger Kombination aus Publisher, Offer und SKU, Betriebssystem, OS-Zustand (generalisiert oder spezialisiert), Hyper-V-Generation und Sicherheitstyp. Ab API-Version 2025-03-03 sind neue Definitionen standardmäßig Generation 2 mit TrustedLaunchSupported.
  3. Image-Version im Format Major.Minor.Patch: Quelle ist eine VM, ein verwaltetes Image, ein Snapshot oder Datenträger, eine VHD oder eine Version aus einer anderen Galerie. Beim Deployment mit latest nimmt Azure die höchste Version, excludeFromLatest nimmt eine Version davon aus.

Jede Version wird in Zielregionen mit eigener Replikatanzahl verteilt, wahlweise auf Standard LRS oder ZRS. Microsoft empfiehlt ein Replikat je 20 gleichzeitig startende VMs und mindestens drei für produktive Images. Shallow Replication beschleunigt die Bereitstellung für Test-Images. Freigaben laufen über RBAC, Direct Shared Gallery (Preview, an bestimmte Subscriptions und Tenants) oder Community Gallery (öffentlich). Grenzen pro Subscription und Region: 100 Galerien, 1.000 Definitionen, 10.000 Versionen. Spezialisierte Images haben kein osProfile und übernehmen Computername und Konten der Quell-VM.

Benefits

  • Versionierung mit latest erlaubt Rollouts und Rückfall auf die Vorversion, weil VMs und Scale Sets gezielt eine Version oder immer die neueste ziehen
  • Replikate in mehreren Regionen beschleunigen große Deployments und halten Images bei einem Regionsausfall verfügbar
  • Ein Image-Bestand für mehrere Subscriptions und Tenants statt Kopien je Abonnement, Zugriff steuerst Du per RBAC
  • Schutzfunktionen wie Ressourcensperren, Löschschutz für replizierte Regionen und BlockDeletionBeforeEndOfLife verhindern Ausfälle durch versehentliches Löschen
  • VM-Anwendungen verkürzen Image-Zyklen, weil Software unabhängig vom Basis-Image versioniert wird

Practical example

Ein Versicherungsmakler mit 350 Mitarbeitenden betreibt Azure Virtual Desktop mit 25 Session-Hosts. Bisher hat die IT jeden Monat eine VM manuell aktualisiert und als verwaltetes Image gespeichert, ein Rückweg auf den Vormonat fehlte. Jetzt baut Azure VM Image Builder das Image monatlich und schreibt es als neue Version in die Compute Gallery, repliziert mit ZRS in Germany West Central. Neue Session-Hosts entstehen aus der jeweils neuesten Version, bei Problemen nach einem Update stellt die IT die Hosts auf die Vorversion zurück.

Things to keep in mind

  • Produktive und Test-Images in getrennten Galerien führen, damit Freigaben und Löschrechte sauber getrennt bleiben
  • Wo verfügbar ZRS für Replikate wählen und für produktive Images mindestens drei Replikate planen
  • Alte Versionen regelmäßig aufräumen, weil jede Version mit jedem Replikat Speicherkosten verursacht
  • Gelöschte Image-Versionen brechen das Hochskalieren von Scale Sets, die darauf verweisen, deshalb Versionen erst nach Umstellung der Scale Sets entfernen
  • Mit Community Gallery und Direct Shared Gallery vorsichtig umgehen, weil Images dort ein breiter Empfängerkreis lesen und nutzen kann

Licensing & availability

Die Galerie selbst kostet nichts. Abgerechnet werden der Speicher der Image-Versionen als Snapshots (belegte Größe mal Anzahl Replikate und Regionen) und die ausgehende Datenübertragung für das erste Replikat in jede Zielregion. Weitere Replikate innerhalb einer Region verursachen keine Übertragungskosten. Direct Shared Gallery ist in Preview. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

Die Compute Gallery ist der Standardspeicher für eigene VM-Images in Azure. Kombiniere sie mit Azure VM Image Builder, damit Images automatisch gebaut, versioniert und verteilt werden.