Azure
Azure Dedicated Host
Overview
Azure Dedicated Host stellt Dir einen physischen Server aus dem Azure-Rechenzentrum exklusiv bereit. Auf diesem Host laufen nur VMs Deines Abonnements. Das hilft, wenn Compliance-Vorgaben eine Hardware-Isolation verlangen oder Software-Lizenzen an physische Kerne gebunden sind.
Die Struktur: Eine Host-Gruppe liegt in einer Region und optional in einer Verfügbarkeitszone und definiert Fehlerdomänen. Darin erstellst Du Hosts mit einer Host-SKU, die festlegt, welche VM-Serie und wie viele VMs darauf passen. VMs werden dem Host manuell oder per automatischer Platzierung zugewiesen.
Abgrenzung: Isolierte VM-Größen belegen ebenfalls einen ganzen Host, Du verwaltest aber keine Hosts. Confidential VMs schützen Daten durch Hardware-Verschlüsselung im Arbeitsspeicher, nicht durch exklusive Hardware. Für die meisten Workloads reichen normale VMs auf geteilter Hardware.
How it works
Aufbau und Betrieb:
- Host-Gruppe anlegen: Region, optional Zone und Anzahl Fehlerdomänen festlegen. Für Zonenredundanz brauchst Du eine Host-Gruppe pro Zone.
- Hosts mit passender SKU erstellen und einer Fehlerdomäne zuordnen. Größe und Hardwaretyp eines Hosts lassen sich nicht nachträglich ändern.
- VMs derselben Größenserie auf dem Host platzieren, manuell oder über automatische Platzierung.
- Maintenance Control erlaubt, Plattformupdates innerhalb eines rollierenden 35-Tage-Fensters selbst zu terminieren.
- Bei Hardwaredefekt verschiebt Azure die VMs standardmäßig auf einen Ersatzhost (Service Healing), was eine kurze Unterbrechung bedeutet.
Abgerechnet wird der Host, die VMs darauf erscheinen mit Preis 0 auf der Rechnung. Software-Lizenzen, Speicher und Netzwerk kommen separat hinzu. Ein Host verbraucht eigene Dedicated-Host-vCPU-Quoten.
Benefits
- Hardware-Isolation erfüllt Vorgaben, die geteilte Server ausschließen.
- Kontrolle über Wartungszeitpunkte, was bei empfindlichen Anwendungen ungeplante Neustarts vermeidet.
- Feste Zuordnung physischer Kerne vereinfacht Lizenzmodelle, die an Hardware gebunden sind.
- Mehrere VMs teilen sich die Hostkosten, was bei hoher Auslastung wirtschaftlich sein kann.
- Reservierungen für Hosts senken die Kosten bei langfristigem Betrieb.
Practical example
Ein Klinikverbund mit 2.500 Beschäftigten migriert sein Laborinformationssystem nach Azure. Der Hersteller lizenziert seine Datenbankkomponente nach physischen Kernen, die Datenschutzabteilung verlangt zusätzlich Hardware-Isolation. Die IT stellt zwei Dedicated Hosts in getrennten Fehlerdomänen einer Host-Gruppe bereit, platziert Datenbank- und Anwendungsserver darauf und plant Wartungen per Maintenance Control in die Nacht vom Sonntag. Die Lizenzprüfung durch den Hersteller verläuft ohne Nachforderung.
Things to keep in mind
- Ein Host kostet auch dann, wenn keine VM darauf läuft. Rechne die geplante Auslastung vor der Bereitstellung durch.
- Kläre Lizenzfragen (Windows Server, SQL Server, Drittanbieter) vorab mit Deinem Lizenzpartner, denn Azure Hybrid Benefit und Herstellerbedingungen unterscheiden sich.
- Plane für Ausfallsicherheit mindestens zwei Hosts in unterschiedlichen Fehlerdomänen oder Zonen.
- Einige VM-Serien lassen sich laut Microsoft nicht auf Dedicated Hosts betreiben. Prüfe die Liste vor der Auswahl.
- Für einfache Workloads ohne Isolations- oder Lizenzbedarf sind normale VMs günstiger und flexibler.
Licensing & availability
Abrechnung über das Azure-Abonnement pro Host und Stunde, abhängig von VM-Familie, Hardwaretyp und Region, unabhängig von der Zahl der VMs. Software-Lizenzen, Speicher und Netzwerk werden separat berechnet. Azure Hybrid Benefit für Windows Server und SQL Server sowie Reservierungen für Hosts sind möglich. Stand: Oktober 2026.
Conclusion
Dedicated Host ist ein Spezialwerkzeug für Isolations- und Lizenzanforderungen. Lohnend wird es nur bei hoher Auslastung, deshalb rechne vorher genau.
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