Azure DevOps

Overview

Azure DevOps bündelt fünf Dienste für die Softwareentwicklung und den IT-Betrieb: Azure Boards für Arbeitsplanung mit Backlogs und Kanban, Azure Repos für private Git-Repositories (und TFVC), Azure Pipelines für CI/CD, Azure Test Plans für manuelles und exploratives Testen sowie Azure Artifacts für NuGet-, npm-, Maven-, Python- und Universal-Pakete. Die Dienste lassen sich einzeln oder zusammen nutzen.

Den Cloud-Dienst Azure DevOps Services gibt es als Organisation unter dev.azure.com, früher hieß er Visual Studio Team Services (VSTS). Azure DevOps Server ist die lokale Variante und Nachfolger des Team Foundation Servers (TFS).

Abgrenzung: GitHub ist Microsofts zweite Entwicklerplattform mit GitHub Actions und Copilot. Viele Teams kombinieren beides, etwa Code in GitHub und Planung in Boards. Für IT-Abteilungen ist Azure DevOps auch ohne eigene Softwareentwicklung interessant, etwa für Infrastructure as Code mit Bicep und Pipelines, die Azure-Ressourcen bereitstellen.

How it works

Eine Organisation enthält Projekte mit Repos, Boards und Pipelines:

  1. Code liegt in Git-Repositories mit Pull Requests und Branch-Richtlinien (Reviews, erfolgreicher Build).
  2. Pipelines werden als YAML im Repository definiert, laufen auf Microsoft-gehosteten Agents oder eigenen Self-hosted Agents und durchlaufen Stages mit Genehmigungen und Gates.
  3. Service Connections verbinden Pipelines mit Zielsystemen wie Azure, empfohlen mit Workload Identity Federation statt Client Secret.
  4. Artifacts speichert Pakete in Feeds mit Upstream-Quellen.
  5. Boards verknüpfen Work Items mit Commits, Pull Requests und Deployments und schaffen so Nachvollziehbarkeit.

Benutzer erhalten Zugriffsebenen: Stakeholder (kostenlos, eingeschränkt), Basic, Basic + Test Plans oder Visual-Studio-Abonnent. Benutzer mit GitHub-Enterprise-Lizenz erhalten bei der Anmeldung automatisch Basic. Ein Azure DevOps MCP Server erlaubt Abfragen per natürlicher Sprache aus KI-Werkzeugen.

Benefits

  • Komplette Plattform: Planung, Code, Build, Test und Deployment liegen an einem Ort mit durchgängiger Nachverfolgbarkeit.
  • Kostenloser Einstieg: Fünf Basic-Benutzer, Stakeholder und je ein freier Pipeline-Job reichen für kleine Teams.
  • Gute Azure-Integration: Service Connections, Bicep und Entra ID machen Deployments nach Azure einfach.
  • Lokal oder Cloud: Azure DevOps Server erfüllt Anforderungen an den Betrieb im eigenen Rechenzentrum.
  • Auditierbar: Genehmigungen und Pipeline-Historie dokumentieren Änderungen, hilfreich für Change Management.

Practical example

Die IT eines Elektronikfertigers mit 350 Mitarbeitenden verwaltet ihre Azure-Landschaft bisher per Klick im Portal. Das Dreierteam legt die Infrastruktur als Bicep-Code in Azure Repos ab und erzwingt für den Hauptzweig Pull Requests mit Review. Eine YAML-Pipeline prüft Änderungen per What-if und stellt sie nach Freigabe des Teamleiters über eine Service Connection mit Workload Identity Federation bereit. Änderungen sind dadurch dokumentiert, und das Team bleibt mit drei Personen innerhalb der kostenlosen Basic-Lizenzen.

Things to keep in mind

  • Neue Organisationen erhalten den kostenlosen Microsoft-gehosteten Pipeline-Job nicht immer automatisch, plane den Antrag oder den Kauf zusätzlicher Parallel Jobs ein.
  • Stelle Service Connections auf Workload Identity Federation um und entferne Client Secrets.
  • Verbinde die Organisation mit Microsoft Entra ID, damit ausgeschiedene Mitarbeitende den Zugriff automatisch verlieren.
  • Halte Self-hosted Agents aktuell und isoliert, sie führen beliebigen Pipeline-Code mit den Rechten ihrer Service Connections aus.
  • Lege Berechtigungen über Gruppen fest und prüfe Projektadministratoren und Personal Access Tokens regelmäßig.

Licensing & availability

Azure DevOps Services: die ersten 5 Basic-Benutzer kostenlos, weitere pro Benutzer und Monat, Stakeholder unbegrenzt kostenlos, Visual-Studio-Abonnenten und GitHub-Enterprise-Benutzer ohne Zusatzkosten mit Basic. Frei enthalten: 1 Microsoft-gehosteter Parallel Job mit 1.800 Minuten pro Monat, 1 Self-hosted Parallel Job ohne Minutenlimit und 2 GiB Artifacts-Speicher pro Organisation. Basic + Test Plans, weitere Parallel Jobs, Speicher und GitHub Advanced Security for Azure DevOps sind kostenpflichtig. Azure DevOps Server wird über Server-Lizenz und CALs bzw. Visual-Studio-Abonnements lizenziert. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

Azure DevOps deckt den Entwicklungs- und Bereitstellungsprozess vollständig ab und eignet sich auch für Infrastructure as Code in kleinen IT-Teams. Prüfe Parallel Jobs, Federation und Berechtigungen gleich beim Start.