Azure Kubernetes Service (AKS)

Overview

Azure Kubernetes Service (AKS) ist ein CNCF-zertifizierter, verwalteter Kubernetes-Dienst. Microsoft betreibt und überwacht die Control Plane (API-Server, etcd, Scheduler), Du betreibst Anwendungen auf Knoten, die als VMs in Node Pools laufen.

Es gibt zwei Betriebsarten. AKS Automatic ist laut Microsoft für die meisten Teams empfohlen: Azure übernimmt Knotenbereitstellung, Skalierung, Sicherheitseinstellungen, Monitoring und Upgrades mit produktionsreifen Standardwerten. AKS Standard gibt volle Kontrolle über Clusterkonfiguration, Netzwerk, Windows-Node-Pools und VM-Größen.

Die Preisstufen: Free ist für Entwicklung, Tests und kleine Cluster (empfohlen unter 10 Knoten) gedacht und hat keine Verfügbarkeits-SLA. Standard bietet eine Uptime-SLA von 99,95 Prozent mit Verfügbarkeitszonen und 99,9 Prozent ohne, bis 5.000 Knoten. Premium ergänzt Long Term Support (LTS) mit 24 Monaten Support für Kubernetes-Versionen. AKS Automatic nutzt standardmäßig die Stufe Standard und bringt zusätzlich eine SLA zur Pod-Bereitschaft. Abgrenzung: Azure Container Apps betreibt Container ohne Kubernetes-Verwaltung und reicht für viele Microservices.

How it works

Aufbau eines Clusters:

  1. Control Plane: von Microsoft verwaltet, in Regionen mit Zonen automatisch über Zonen verteilt (Standard und Premium).
  2. Node Pools: Gruppen von VMs auf Basis von Scale Sets. Systempools führen Kernkomponenten aus, Benutzerpools die Workloads, auch mit Windows-Knoten (nur AKS Standard).
  3. Netzwerk: Azure CNI in verschiedenen Varianten, Ingress etwa über Application Routing oder Application Gateway for Containers, Network Policies für Ost-West-Verkehr.
  4. Identität: Microsoft Entra ID für den Clusterzugriff, Azure RBAC oder Kubernetes RBAC für Berechtigungen, Workload Identity für den Zugriff von Pods auf Azure-Ressourcen.
  5. Skalierung: Cluster Autoscaler oder Node Auto-Provisioning für Knoten, Horizontal Pod Autoscaler und KEDA für Pods.
  6. Betrieb: automatische Upgrade-Kanäle für Kubernetes und Knoten-Images, Wartungsfenster, Container Insights und Managed Prometheus für Monitoring.

Ein Wechsel der Preisstufe ist per „az aks update --tier“ möglich. Beim Wechsel zu oder von Premium muss der Support-Plan (AKSLongTermSupport oder KubernetesOfficial) mitgeändert werden.

Benefits

  • Kein Betrieb der Control Plane, was den aufwendigsten Teil von Kubernetes abnimmt.
  • AKS Automatic liefert sichere Standardwerte und automatische Knotenverwaltung für Teams ohne tiefes Kubernetes-Wissen.
  • Integration mit Entra ID, Azure RBAC und Workload Identity ersetzt Kennwörter und Kubeconfigs mit festen Schlüsseln.
  • Skalierung auf Pod- und Knotenebene passt Kapazität an die Last an.
  • Großes Ökosystem aus Helm-Charts, GitOps (Flux) und Werkzeugen, das auch außerhalb von Azure funktioniert.

Practical example

Ein Anbieter von Telematiklösungen für Nutzfahrzeuge mit 160 Mitarbeitenden betreibt rund 30 Microservices. Bisher liefen sie auf selbst verwalteten Kubernetes-VMs, Upgrades verschoben sich regelmäßig. Die IT migriert auf AKS Automatic in Germany West Central, zieht Images per Managed Identity aus ACR, verteilt Konfiguration per GitOps und bindet Secrets über Workload Identity aus Key Vault an. Upgrades laufen in festen Wartungsfenstern automatisch, und das Team konzentriert sich auf Anwendungen statt auf Clusterbetrieb.

Things to keep in mind

  • Nutze für Produktion mindestens die Stufe Standard, da Free keine Verfügbarkeits-SLA bietet.
  • Plane Kubernetes-Upgrades fest ein: Versionen fallen nach etwa einem Jahr aus dem Support, nur Premium mit LTS verlängert auf 24 Monate.
  • Wähle Netzwerkmodell und Adressbereiche vor dem Anlegen, weil sie sich später nur aufwendig ändern lassen.
  • Steuere den Zugriff über Entra ID und Azure RBAC und deaktiviere lokale Kubernetes-Konten.
  • Prüfe vorab, ob Azure Container Apps oder App Service reichen, denn AKS verlangt dauerhaft Kubernetes-Know-how im Team.

Licensing & availability

Abrechnung über das Azure-Abonnement: Free ohne Gebühr für das Clustermanagement, Standard und Premium mit Gebühr pro Cluster und Stunde. Hinzu kommen Knoten-VMs, Disks, Load Balancer, öffentliche IPs und Datenverkehr. AKS Automatic läuft in der Stufe Standard, deren Uptime-SLA laut Microsoft-Übersicht ohne Aufpreis enthalten ist. Die genaue Clustergebühr für Automatic weist die Preisseite aus. Reservierungen und Savings Plans gelten für die Knoten-VMs. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

AKS ist die Plattform für anspruchsvolle Container-Workloads in Azure. Starte mit AKS Automatic in der Stufe Standard und prüfe ehrlich, ob einfachere Dienste wie Container Apps reichen.