Azure
Azure SQL Managed Instance (SQL MI)
Overview
Azure SQL Managed Instance ist ein PaaS-Dienst, der laut Microsoft nahezu 100 Prozent kompatibel zur aktuellen Enterprise Edition der SQL-Server-Engine ist. Microsoft übernimmt Patches, Backups, Hochverfügbarkeit und Monitoring, Du bekommst eine komplette Instanz mit SQL Server Agent, datenbankübergreifenden Abfragen und Transaktionen, CLR, Service Broker, Database Mail, Linked Servers, Transaktionsreplikation und Change Data Capture. Datenbanken ab SQL Server 2008 lassen sich übernehmen.
Abgrenzung in der Azure-SQL-Familie: Azure SQL Database ist eine einzelne Datenbank oder ein Elastic Pool ohne Instanzfunktionen wie SQL Agent und passt zu neuen oder modernisierten Anwendungen. SQL Server auf einer Azure-VM gibt volle Kontrolle über Betriebssystem und Instanz, verlangt aber eigenes Patching. Managed Instance ist der Mittelweg für Anwendungen, die Instanzfunktionen brauchen und ohne Umbau umziehen sollen.
Aktuelle Entwicklungen: Next-gen General Purpose ist ein Architektur-Upgrade der Dienstebene General Purpose mit bis zu 500 Datenbanken, 32 TB Speicher sowie unabhängig wählbaren IOPS und Arbeitsspeicher. Über die Update-Richtlinie legst Du fest, ob die Instanz dem Funktionsstand von SQL Server 2022 oder SQL Server 2025 folgt oder als Always-up-to-date neue Funktionen sofort erhält. Ein kostenloses Angebot bietet 720 vCore-Stunden auf einer General-Purpose-Instanz mit bis zu 100 Datenbanken in den ersten zwölf Monaten.
How it works
Managed Instance läuft im VNet des Kunden:
- Die Instanz wird in ein Subnetz Deines VNets bereitgestellt und ist standardmäßig nur über eine private IP-Adresse erreichbar. Mehrere Instanzen können sich ein Subnetz teilen.
- Du wählst Dienstebene und Hardware: General Purpose oder Next-gen General Purpose für typische Latenzanforderungen, Business Critical für niedrige I/O-Latenz und geringe Auswirkungen von Wartung. Hardware gibt es als Standard-Series (Gen5, 4 bis 80 vCores), Premium-Series (bis 128 vCores) und Premium-Series Memory-Optimized (bis 64 vCores).
- Automatische Backups mit Point-in-Time-Restore laufen im Hintergrund, Copy-only-Backups sind zusätzlich möglich. Je nach Update-Richtlinie lassen sich Backups auch auf SQL Server 2022 oder 2025 zurückspielen.
- Verfügbarkeit liefert standardmäßig lokale Redundanz, Zonenredundanz schützt vor Zonenausfällen. Gegen Regionsausfälle helfen Failover-Gruppen oder Geo-Restore aus georedundanten Backups.
- Der Managed Instance Link synchronisiert per Distributed Availability Group zwischen einem SQL Server und der Managed Instance, etwa für Migration, Disaster Recovery oder ausgelagerte Lesezugriffe.
Angemeldet wird per SQL-Authentifizierung, Microsoft Entra ID (auch mit Server-Prinzipalen auf Instanzebene) oder Windows-Authentifizierung für Entra-Prinzipale.
Benefits
- Umzug ohne Architekturwechsel: Anwendungen, die SQL Agent, Linked Servers oder datenbankübergreifende Abfragen nutzen, ziehen auf eine verwaltete Instanz statt auf eine VM.
- Weniger Betriebsaufwand: Patches, Backups und Hochverfügbarkeit übernimmt Microsoft, die Engine läuft stets auf einem gepatchten Stand.
- Hybride Szenarien: Der Managed Instance Link hält einen SQL Server und die Instanz synchron, für schrittweise Migration oder Disaster Recovery in Azure.
- Steuerbare Kosten: Azure Hybrid Benefit, ein lizenzfreies DR-Replikat, Reservierungen und das Anhalten der Instanz, bei dem nur noch Speicher anfällt, senken die laufenden Kosten.
- Netzwerkisolation: Die Instanz liegt mit privater IP im eigenen VNet, ein öffentlicher Endpunkt ist nicht der Standard.
Practical example
Ein Logistikdienstleister mit 350 Mitarbeitenden betreibt sein Lagerverwaltungssystem auf einem SQL Server 2016 mit rund 40 SQL-Agent-Jobs und einem Linked Server zur Zeiterfassung. Weil Azure SQL Database weder SQL Agent noch Linked Servers bietet, entscheidet sich die IT für Azure SQL Managed Instance in der Dienstebene Next-gen General Purpose. Die Datenbanken ziehen per nativer Sicherung und Wiederherstellung um, die Agent-Jobs werden per Skript übertragen. Die vorhandenen SQL-Server-Lizenzen mit Software Assurance fließen über Azure Hybrid Benefit ein, die Patch-Termine für den alten Server entfallen.
Things to keep in mind
- Gleiche vor der Migration den Funktionsvergleich ab: Einige SQL-Server-Funktionen fehlen auch in Managed Instance, die Vergleichsseite von Microsoft listet sie auf.
- Plane Subnetz und Anbindung früh: Die Instanz ist standardmäßig nur privat erreichbar, Clients brauchen VPN, ExpressRoute oder VNet-Peering.
- Die Update-Richtlinie bestimmt, auf welche SQL-Server-Version Du Backups zurückspielen kannst. Wer den Rückweg nach on-premises offenhalten will, bleibt bei SQL Server 2022 oder 2025.
- Vergib Rechte über Microsoft-Entra-Gruppen als Server-Prinzipale statt über verteilte SQL-Logins, MFA ist damit inklusive.
- Ohne Zonenredundanz hilft bei Zonen- oder Regionsausfall nur ein DR-Konzept mit Failover-Gruppe oder Geo-Restore. Lege fest, welches Verfahren für Deine Wiederherstellungsziele reicht.
Licensing & availability
Abrechnung über das Azure-Abonnement im vCore-Modell nach Dienstebene, Hardware, vCores und Speicher. Next-gen General Purpose kostet in der Grundgebühr wie General Purpose, IOPS über das Inklusivkontingent von 3 IOPS pro GB hinaus werden zusätzlich berechnet. Kosten senken Azure Hybrid Benefit für SQL-Server-Lizenzen mit Software Assurance, ein lizenzfreies Replikat ausschließlich für Disaster Recovery, Reservierungen, Instanzpools und das Anhalten der Instanz (dann wird nur Speicher berechnet). Kostenloses Angebot: 720 vCore-Stunden auf einer General-Purpose-Instanz mit bis zu 100 Datenbanken in den ersten zwölf Monaten. Stand: Oktober 2026.
Conclusion
Azure SQL Managed Instance ist der direkte Weg, bestehende SQL-Server-Instanzen mit Agent-Jobs und Instanzfunktionen ohne Umbau nach Azure zu bringen. Für neue Anwendungen ist Azure SQL Database meist die schlankere Wahl.
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