Azure
Azure Table Storage
Overview
Azure Table Storage ist ein NoSQL-Dienst für nicht relationale, strukturierte Daten innerhalb eines Storage Accounts. Eine Tabelle enthält Entitäten, jede Entität besteht aus bis zu 252 frei wählbaren Eigenschaften plus den Systemeigenschaften PartitionKey, RowKey und Timestamp. Ein festes Schema gibt es nicht, Entitäten derselben Tabelle dürfen unterschiedliche Eigenschaften haben.
Typische Einsätze sind Benutzerprofile, Geräteinformationen, Konfigurations- und Dienstmetadaten oder Protokolle einfacher Anwendungen. Laut Microsoft ist Table Storage für vergleichbare Datenmengen meist günstiger als eine SQL-Datenbank.
Abgrenzung: Azure Cosmos DB for Table nutzt dasselbe Datenmodell und dieselbe Azure-Tables-SDK, bietet aber globale Verteilung, automatische Sekundärindizes, einen Serverless-Modus und größere Entitäten (2 MB statt 1 MB). Microsoft hat für Table Storage keine Abkündigung veröffentlicht, positioniert Cosmos DB for Table aber als Option mit mehr Funktionen.
How it works
Daten werden über den Partition Key verteilt:
- Eine Tabelle liegt unter https://<konto>.table.core.windows.net/<tabelle>.
- Entitäten mit gleichem PartitionKey liegen in derselben Partition und lassen sich gemeinsam abfragen sowie in atomaren Batch-Operationen ändern.
- Der RowKey identifiziert eine Entität innerhalb der Partition eindeutig. PartitionKey plus RowKey bilden den einzigen Index.
- Abfragen nach PartitionKey und RowKey sind schnell. Filter auf andere Eigenschaften führen zu Scans über Partitionen.
- Zugriff erfolgt per REST-API oder Azure-Tables-SDK (.NET, Java, Python, JavaScript), Authentifizierung per Entra ID mit RBAC-Rollen wie Storage Table Data Contributor, per SAS oder Kontoschlüssel.
Eine Entität darf in Table Storage höchstens 1 MB groß sein.
Benefits
- Sehr niedrige Kosten pro gespeichertem GB, weil der Dienst auf einfache Abfragen ausgelegt ist.
- Keine Schemapflege: Neue Felder kommen hinzu, ohne Migrationen auszuführen.
- Skaliert über Partitionen auf große Datenmengen, ohne dass Du Server oder Datenbankgrößen planst.
- Dieselbe SDK funktioniert mit Cosmos DB for Table, was einen späteren Wechsel erleichtert.
Practical example
Ein Hersteller von Lüftungsanlagen mit 150 Mitarbeitenden sammelt Statusmeldungen von rund 2.000 installierten Steuerungen. Eine kleine Azure Function schreibt jede Meldung als Entität in Table Storage, mit der Seriennummer als PartitionKey und einem umgekehrten Zeitstempel als RowKey. Der Service ruft so die letzten Meldungen eines Geräts in Millisekunden ab. Die monatlichen Speicherkosten bleiben gering, eine SQL-Datenbank war für diesen Zweck nicht nötig.
Things to keep in mind
- Wähle den PartitionKey nach dem häufigsten Abfragemuster, weil Abfragen über andere Eigenschaften teure Scans auslösen.
- Vermeide Hot Partitions: Ein einzelner PartitionKey für alle Schreibzugriffe begrenzt den Durchsatz.
- Für komplexe Abfragen, Joins oder Sekundärindizes ist Azure SQL oder Cosmos DB die bessere Wahl.
- Authentifiziere Anwendungen per Managed Identity und Entra ID statt mit Kontoschlüssel.
- Für Backups gibt es keinen integrierten Point-in-Time-Restore wie bei Blobs. Plane Exporte oder eine Replikationsstrategie selbst.
Licensing & availability
Pay-as-you-go über das Azure-Abonnement nach gespeicherter Datenmenge, Redundanzstufe des Storage Accounts, Transaktionen und Datenübertragung. Keine Lizenz nötig. Cosmos DB for Table wird separat nach Durchsatz oder Serverless-Nutzung abgerechnet. Stand: Oktober 2026.
Conclusion
Table Storage ist eine günstige Lösung für einfache, schlüsselbasierte Daten. Sobald Du Sekundärindizes, globale Verteilung oder komplexe Abfragen brauchst, wechsle zu Cosmos DB for Table oder Azure SQL.
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