Interne Verlinkung

Overview

Interne Verlinkung umfasst alle Links, die von einer Seite auf eine andere Seite derselben Website zeigen: Hauptnavigation, Brotkrumenpfad, Links im Fließtext, Verweise auf verwandte Beiträge und Footer-Links. Google nutzt Links, um neue Seiten zu entdecken und die Relevanz von Seiten einzuschätzen. Die Grundregel von Google lautet: Jede Seite, die Dir wichtig ist, sollte von mindestens einer anderen Seite Deiner Website verlinkt sein.

Für Besucher ist die interne Verlinkung der Weg zu weiterführenden Inhalten, für Google ein Hinweis, welche Seiten zusammengehören und welche besonders häufig referenziert werden. Seiten ohne eingehende interne Links (verwaiste Seiten) sind für Besucher kaum auffindbar und für Google nur über die XML-Sitemap oder externe Links erreichbar. Eine ideale Zahl an Links pro Seite gibt es laut Google nicht.

Abgrenzung: Externe Links von anderen Websites (Backlinks) gehören zum OffPage-Bereich, die interne Verlinkung liegt vollständig in Deiner Hand und ist Teil von OnPage SEO und Technical SEO. Die XML-Sitemap ergänzt sie, ersetzt sie aber nicht. Redirect-Management fängt alte URLs nach einem Relaunch ab, interne Links zeigen trotzdem direkt auf die kanonische Ziel-URL statt auf Weiterleitungen oder Duplikate.

How it works

Damit interne Links wirken, müssen Crawler sie erkennen und einordnen können:

  1. Technische Form: Googlebot folgt in der Regel nur <a>-Elementen mit href-Attribut und echter URL. Links über <span>, onclick ohne href oder Framework-Attribute wie routerLink empfiehlt Google nicht. Per JavaScript eingefügte Links funktionieren, wenn sie als normales <a href> im gerenderten HTML stehen.
  2. Ankertext: Der sichtbare Linktext sagt Google und Nutzern, was hinter dem Link steckt. Er sollte beschreibend und knapp sein, „hier klicken“ oder „mehr lesen“ liefern keinen Kontext. Bei Bildlinks dient der alt-Text als Ankertext.
  3. Kontext: Der umgebende Satz liefert zusätzliche Bedeutung. Mehrere Links direkt hintereinander und mit Keywords überladene Ankertexte vermeiden, Letzteres verstößt gegen die Spam-Richtlinien.
  4. Ziel-URL: Interne Links zeigen auf die kanonische URL, nicht auf Parameter-Varianten oder Duplikate, sonst sendet die Website widersprüchliche Signale.
  5. Kontrolle: Der Linkbericht der Search Console zeigt unter „Interne Links“ die am häufigsten intern verlinkten Seiten und welche Seiten auf sie verweisen. Die Tabelle ist auf 1.000 Zeilen begrenzt und eine Stichprobe, für vollständige Analysen eignen sich Crawler-Werkzeuge.

Benefits

  • Neue und tief liegende Seiten werden schneller gefunden, weil der Googlebot den Links von bereits bekannten Seiten folgt.
  • Beschreibende Ankertexte geben Google Kontext zum Thema der Zielseite, den die Seite allein nicht liefert.
  • Wichtige Seiten wie Leistungs- oder Kategorieseiten lassen sich gezielt stärken, indem verwandte Inhalte auf sie verweisen.
  • Besucher finden passende Folgeinhalte direkt im Kontext, statt über die Suche oder die Navigation zu suchen.

Practical example

Ein Softwarehaus für Branchenlösungen im Handwerk mit 60 Beschäftigten hat über Jahre rund 400 Blogartikel veröffentlicht, die Produktseiten erhalten aber kaum organische Besucher. Ein Crawl zeigt, dass viele Artikel verwaist sind und die Produktseiten nur aus der Hauptnavigation verlinkt werden, meist mit dem Ankertext „Mehr erfahren“. Das Marketing ordnet die Artikel Themenclustern zu, verlinkt aus jedem Beitrag im Fließtext mit beschreibendem Ankertext auf die passende Produktseite und ergänzt pro Thema eine Übersichtsseite. Im Linkbericht der Search Console stehen die Produktseiten danach weit oben unter den intern verlinkten Seiten.

Things to keep in mind

  • Links als echtes <a href> umsetzen, auch in Single-Page-Anwendungen, und das Ergebnis im gerenderten HTML des URL-Prüftools kontrollieren.
  • Ankertexte beschreibend und natürlich formulieren, statt jede Verlinkung mit demselben exakten Keyword zu versehen.
  • Interne Links nicht mit nofollow versehen: Das Attribut ist für nicht vertrauenswürdige, bezahlte oder von Nutzern eingefügte Links gedacht.
  • Nach Relaunches und URL-Änderungen interne Links auf die neuen Ziele umstellen, statt sich dauerhaft auf Weiterleitungen zu verlassen.
  • Verwaiste Seiten regelmäßig per Crawler aufspüren und entweder sinnvoll einbinden oder entfernen.

Conclusion

Interne Verlinkung ist die SEO-Maßnahme, die Du vollständig selbst steuerst, und sie entscheidet mit darüber, ob Google wichtige Seiten findet und richtig einordnet. Plane sie entlang Deiner Themen und halte sie bei jedem neuen Inhalt und jedem Relaunch aktuell.