Azure
Azure Load Balancer
Overview
Azure Load Balancer arbeitet auf Ebene 4 des OSI-Modells und verteilt eingehende TCP- und UDP-Verbindungen anhand von Regeln auf einen Backend-Pool aus VMs oder Scale Sets. Es gibt öffentliche Load Balancer mit öffentlicher Frontend-IP und interne mit privater Frontend-IP im VNet.
Die SKUs: Standard ist der aktuelle Weg mit Zonenredundanz, 99,99 Prozent SLA und optionaler globaler Stufe für regionsübergreifende Verteilung. Gateway Load Balancer bindet Netzwerk-Appliances von Drittanbietern transparent ein. Basic wurde am 30. September 2025 eingestellt. Bestehende Basic-Instanzen laufen zwar weiter, sind aber ohne Support und SLA.
Für HTTP-Verkehr mit URL-Routing, TLS-Terminierung und WAF sind Application Gateway (regional) oder Azure Front Door (global) gedacht.
How it works
Die Bausteine eines Load Balancers:
- Frontend-IP: öffentlich (Standard-Public-IP) oder privat, zonenredundant oder zonal.
- Backend-Pool: VMs oder Scale Sets in einem VNet, adressiert über Netzwerkkarte oder IP-Adresse.
- Integritätstests (Health Probes) per TCP, HTTP oder HTTPS entfernen ausgefallene Instanzen aus der Verteilung.
- Lastenausgleichsregeln verbinden Frontend-Port und Backend-Port, standardmäßig per 5-Tupel-Hash, optional mit Sitzungsaffinität.
- Eingehende NAT-Regeln leiten einzelne Ports an bestimmte VMs weiter.
- Ausgangsregeln steuern ausgehende Verbindungen über die Frontend-IP.
Standard ist sicher per Voreinstellung: Eingehender Verkehr ist geschlossen, bis eine NSG ihn erlaubt, und ausgehender Internetzugang braucht Ausgangsregeln oder NAT Gateway.
Benefits
- Sehr hohe Leistung mit geringer Latenz, weil der Dienst nur Pakete verteilt und keine Verbindungen terminiert
- Zonenredundanz in der Standard-SKU übersteht den Ausfall einer Availability Zone
- Verteilt beliebige TCP- und UDP-Protokolle, zum Beispiel MQTT, SMB oder Datenbankverbindungen
- Interne Variante für hochverfügbare Dienste wie SQL-Cluster oder SAP
Practical example
Ein Hersteller von Verpackungsmaschinen betreibt seinen Lizenzserver und einen MQTT-Broker für Maschinendaten auf je zwei VMs in unterschiedlichen Zonen. Ein interner Standard Load Balancer mit TCP-Probes verteilt die Verbindungen und entfernt eine VM beim Ausfall automatisch. Bei der Basic-Abkündigung migriert die IT einen alten Basic Load Balancer mit dem PowerShell-Modul AzureBasicLoadBalancerUpgrade im Wartungsfenster und legt danach die nun nötigen NSG-Regeln an.
Things to keep in mind
- Noch vorhandene Basic Load Balancer auf Standard migrieren, die Migration ist einseitig und verursacht eine kurze Unterbrechung
- Vor der Migration zugeordnete Public IPs auf statische Zuweisung umstellen, sonst kann die Adresse verloren gehen
- Standard ist geschlossen: NSG-Regeln für eingehenden Verkehr und eine Ausgangsmethode für Internetzugriff einplanen
- Health Probes auf einen Endpunkt richten, der die echte Anwendungsfunktion prüft
- Für Webanwendungen mit TLS und WAF eher Application Gateway oder Front Door wählen
Licensing & availability
Standard wird nach Anzahl der Regeln pro Stunde und verarbeitetem Datenvolumen abgerechnet, dazu kommen Kosten für öffentliche IPs und Datenverkehr. Gateway Load Balancer und globale Stufe haben eigene Preise. Basic Load Balancer und Basic Public IP eingestellt am 30. September 2025, bestehende Instanzen ohne Support und SLA. Stand: Oktober 2026.
Conclusion
Azure Load Balancer ist der Allrounder für Layer-4-Verkehr. Nutze ausschließlich die Standard-SKU und migriere letzte Basic-Instanzen zeitnah.
Further reading
Related articles
Microsoft Entra ID
MS365 | Fix "LogonDenied" error on IMAP & OAuth - PowerShell Fix
Microsoft 365
Privacy in Microsoft Entra ID
Microsoft 365
MS365 | ENTRA ID - Admin Center Overview
Microsoft 365