Backup-Rotation

Overview

Backup-Rotation beschreibt ein Schema, nach dem Sicherungsmedien wiederverwendet oder Wiederherstellungspunkte vorgehalten werden. Es legt fest, wann welches Medium beschrieben wird und wie lange seine Daten erhalten bleiben. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis aus Medienanzahl bzw. Speicherbedarf und verfügbaren Wiederherstellungspunkten.

Ursprünglich für Bänder entwickelt, gilt das Prinzip heute auch für Disk- und Cloud-Ziele. Moderne Backup-Software bildet es über Aufbewahrungsregeln ab, etwa die GFS-Retention von Veeam, die vorhandene Sicherungen mit Wochen-, Monats- oder Jahresmarkierungen versieht, statt eigene Dateien zu erzeugen.

Abgrenzung: Die Backup-Rotation beschreibt das Wechselschema, die Backup-Aufbewahrung (Retention) die Fristen und ihre Herleitung aus rechtlichen und betrieblichen Anforderungen. Beide Einträge ergänzen sich.

How it works

Die drei bekanntesten Schemata:

  1. FIFO (First In, First Out): Das älteste Medium wird überschrieben. Einfach, aber ein unbemerkter Fehler kann sich über alle Stände ausbreiten.
  2. Großvater-Vater-Sohn (GFS): Tägliche Sicherungen (Sohn) rotieren über eine Woche oder einige Wochen, wöchentliche (Vater) über mehrere Monate, monatliche (Großvater) über ein Jahr oder länger. Jahressicherungen werden oft gesondert aufbewahrt und ausgelagert.
  3. Türme von Hanoi: Medium 1 wird jeden zweiten Tag, Medium 2 jeden vierten, Medium 3 jeden achten Tag genutzt usw. Mit wenigen Medien entstehen weit zurückreichende, aber zunehmend lückenhafte Stände.

In Backup-Software werden Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresstände als Aufbewahrungsregel konfiguriert, die Software markiert passende Sicherungen und löscht abgelaufene automatisch.

Benefits

  • Wiederherstellungspunkte über lange Zeiträume mit begrenztem Speicherbedarf, weil ältere Stände ausgedünnt werden.
  • Planbarer Medienbedarf, da die Zahl der Bänder oder die Kapazität vorab berechnet werden kann.
  • Schutz vor unbemerkten Fehlern, weil ältere Monats- und Jahresstände auch nach Wochen noch einen sauberen Zustand liefern.
  • Nachvollziehbare Dokumentation für Audits, da jedes Medium eine definierte Rolle und Frist hat.

Practical example

Ein Steuerberatungsbüro mit 30 Mitarbeitenden nutzt GFS: 14 tägliche Stände, 8 wöchentliche, 12 monatliche und 10 jährliche Sicherungen. Als im Oktober auffällt, dass seit August eine Mandantenablage versehentlich geleert wurde, findet die IT den Inhalt in der Monatssicherung vom Juli. Mit einer reinen 14-Tage-Rotation wären die Daten verloren gewesen.

Things to keep in mind

  • Richte die längste Stufe nach der Frage aus, wie spät Fehler oder Angriffe typischerweise bemerkt werden, und erst danach nach dem Speicherplatz.
  • Lagere mindestens die Wochen- oder Monatsstände außer Haus bzw. unveränderlich, damit die Rotation auch gegen Standortausfall und Ransomware schützt.
  • Dokumentiere das Schema und die Medienbeschriftung, damit Vertretungen im Ernstfall das richtige Medium finden.
  • Prüfe nach Änderungen an Jobs, ob die GFS-Markierungen weiter greifen, da geänderte Zeitpläne Wochen- oder Monatsstände verschieben können.

Conclusion

Ein Rotationsschema wie GFS macht aus vielen Einzelsicherungen eine verlässliche Zeitleiste. Leg die Stufen so fest, dass auch spät entdeckte Fehler noch einen sauberen Stand finden.