Cloud Backup

Overview

Cloud Backup bezeichnet die Datensicherung in Speicher eines Cloud-Anbieters. Es gibt zwei Grundformen: Backup as a Service (BaaS), bei dem der Anbieter Software und Speicher stellt (z. B. Azure Backup, Microsoft 365 Backup, SaaS-Backup-Dienste), und Cloud als Sicherungsziel für die eigene Backup-Software (z. B. S3-kompatibler Object Storage, Azure Blob Storage oder ein Cloud-Connect-Repository eines Dienstleisters).

Im Sinne der 3-2-1-Regel erfüllt Cloud Backup die externe Kopie, ohne dass Bänder transportiert oder ein zweites Rechenzentrum betrieben werden müssen. Azure Backup repliziert Tresore standardmäßig georedundant (GRS) in eine zweite Region, alternativ lokal (LRS) oder zonenredundant (ZRS).

Abgrenzung: Cloud-Synchronisation (OneDrive, Azure File Sync) ist kein Backup, weil Löschungen und Verschlüsselungen mitsynchronisiert werden. Cloud-Workloads wie Microsoft 365 brauchen selbst eine Sicherung, da der Anbieter für die Verfügbarkeit des Dienstes zuständig ist, nicht für den Schutz der Kundendaten vor Fehlbedienung oder Angriff.

How it works

Der typische Ablauf bei Cloud als Sicherungsziel:

  1. Primärsicherung lokal auf ein schnelles Repository für kurze Wiederherstellungszeiten.
  2. Kopie in die Cloud per Backup-Copy-Job oder Capacity-Tier, übertragen über TLS und in der Regel bereits komprimiert, dedupliziert und verschlüsselt.
  3. Erstbefüllung: Bei großen Datenmengen per physischem Datentransfer (z. B. Azure Data Box) oder über mehrere Nächte gestreckt, danach nur noch inkrementelle Übertragungen.
  4. Schutz am Ziel: Object Lock oder Immutable Vault, eigene Zugangsdaten, Soft Delete.
  5. Wiederherstellung: einzelne Dateien direkt aus der Cloud, ganze Systeme entweder zurück ins eigene Rechenzentrum oder als VM in der Cloud, was bei Totalverlust des Standorts ein Notbetrieb sein kann.

Benefits

  • Externe Kopie ohne zweiten Standort und ohne Medientransport, weil die Daten automatisch übertragen werden.
  • Keine Investition in eigene Speicherhardware für die Offsite-Kopie, Kosten skalieren mit der Datenmenge.
  • Geografische Trennung schützt vor Brand, Hochwasser und Einbruch am eigenen Standort.
  • Unveränderlichkeit ist bei vielen Anbietern direkt verfügbar und schützt gegen Ransomware.

Practical example

Ein Bauunternehmen mit 90 Mitarbeitenden und Sitz in einem hochwassergefährdeten Tal sichert bisher nur auf ein NAS im Keller. Die IT ergänzt einen nächtlichen Backup-Copy-Job zu einem deutschen Cloud-Anbieter mit S3 Object Lock und 30 Tagen Sperrfrist. Die Erstbefüllung von 6 TB dauert über das Wochenende, danach laufen täglich nur wenige GB. Ein Test zeigt, dass der Fileserver bei Totalverlust in rund zwei Tagen aus der Cloud wiederhergestellt werden kann.

Things to keep in mind

  • Rechne die Restore-Zeit aus der Cloud mit Deiner realen Bandbreite durch. Große Datenmengen dauern oft Tage, was das RTO bestimmt.
  • Prüfe Rechenzentrumsstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und Unterauftragnehmer nach DSGVO, bevor personenbezogene Daten in die Cloud gesichert werden.
  • Nutze für den Cloud-Zugang eigene Schlüssel mit minimalen Rechten und aktiviere Unveränderlichkeit, damit ein kompromittierter Backup-Server die Cloud-Kopie nicht löschen kann.
  • Kalkuliere Abruf- und Egress-Kosten für den Ernstfall zusätzlich zu den monatlichen Speicherkosten ein.

Conclusion

Cloud Backup ist für viele Mittelständler der einfachste Weg zur externen, unveränderlichen Kopie. Kombiniere es mit einer lokalen Primärsicherung, damit die Bandbreite nicht zum Engpass bei der Wiederherstellung wird.