Windows & Server
Druckverwaltung (Print Management)
Overview
Die Druckverwaltung (Print Management, printmanagement.msc) ist die zentrale Konsole für Druckserver unter Windows Server. Sie zeigt Drucker, Treiber, Anschlüsse und Formulare mehrerer Druckserver in einer Oberfläche, filtert etwa nach Druckern mit Fehlern oder offenen Aufträgen und verteilt Drucker per Gruppenrichtlinie an Benutzer oder Computer. Installiert wird sie mit den Tools der Rolle Druck- und Dokumentdienste bzw. über die RSAT.
Abgrenzung: Der Druckserver ist die Serverrolle, die Warteschlangen bereitstellt; die Druckverwaltung ist das Werkzeug, mit dem Du einen oder mehrere Druckserver verwaltest. Universal Print ist Microsofts Clouddienst, der Druckserver und Druckertreiber ganz ersetzen soll und Drucker über IPP und Mopria anbindet.
Wichtige Änderung: Microsoft beendet schrittweise die Wartung von v3- und v4-Druckertreibern von Drittanbietern. Seit 15. Januar 2026 werden für Windows 11 und Windows Server 2025 keine neuen Drittanbieter-Treiber mehr über Windows Update veröffentlicht, seit 1. Juli 2026 bevorzugt Windows den mitgelieferten IPP-Klassentreiber. Ab 1. Juli 2027 sind außer Sicherheitsfixes keine Treiberupdates mehr erlaubt; bestehende Treiber lassen sich weiter installieren.
How it works
Typische Aufgaben in der Druckverwaltung:
- Druckserver hinzufügen, danach erscheinen deren Drucker, Treiber, Anschlüsse und Formulare in der Konsole.
- Drucker anlegen, TCP/IP-Anschlüsse einrichten und Treiber zentral installieren oder aktualisieren.
- Benutzerdefinierte Filter zeigen z. B. alle Drucker mit Fehlerstatus oder einem bestimmten Treiber und können Benachrichtigungen auslösen.
- Über „Mit Gruppenrichtlinie bereitstellen“ werden Drucker einem GPO zugewiesen und so an Benutzer oder Computer verteilt; alternativ nutzen viele Umgebungen Gruppenrichtlinien-Einstellungen oder Intune.
- Mit dem Druckermigrations-Assistenten bzw. printbrm werden Warteschlangen, Treiber und Anschlüsse exportiert und auf einen neuen Server importiert.
Clients verbinden sich per Point and Print mit den freigegebenen Warteschlangen; seit den PrintNightmare-Updates von 2021 dürfen Standardbenutzer dabei standardmäßig keine Treiber mehr installieren.
Benefits
- Alle Druckserver und Drucker in einer Konsole statt Anmeldung an jedem Server.
- Filter machen gestörte Drucker sichtbar, bevor sich Benutzer beim Helpdesk melden.
- Druckerverteilung per GPO ersetzt Anmeldeskripte und manuelles Verbinden.
- Der Migrationsassistent verkürzt den Umzug auf einen neuen Druckserver erheblich.
- Ohne Zusatzlizenz in Windows Server enthalten.
Practical example
Ein Dienstleister mit drei Standorten und 70 Netzwerkdruckern ersetzt seine beiden alten Druckserver durch einen neuen Server mit Windows Server 2025. Die IT exportiert die Warteschlangen mit dem Migrationsassistenten, tauscht dabei Herstellertreiber wo möglich gegen den IPP-Klassentreiber und verteilt die Drucker per Gruppenrichtlinie nach Standort. Ein Filter für Drucker mit Fehlerstatus meldet Papierstau und Tonerprobleme per E-Mail an den Helpdesk. Parallel testet das Team Universal Print für den Außendienst.
Things to keep in mind
- Prüfe pro Druckermodell, ob er Mopria- bzw. IPP-fähig ist, weil Drittanbieter-Treiber ab Juli 2027 außer Sicherheitsfixes keine Updates mehr erhalten.
- Behalte die Point-and-Print-Einschränkungen aus den PrintNightmare-Updates bei und verteile Treiber zentral statt Benutzern Admin-Rechte zu geben.
- Deaktiviere den Druckspoolerdienst auf Domain Controllern und Servern ohne Druckfunktion.
- Sichere die Druckserverkonfiguration regelmäßig mit printbrm, damit ein Ausfall schnell behoben ist.
- Bewerte Universal Print, wenn Du Druckserver ganz abbauen willst.
Licensing & availability
Die Druckverwaltung ist Teil der Rolle Druck- und Dokumentdienste in Windows Server Standard und Datacenter bzw. der RSAT, ohne Zusatzlizenz; für Zugriffe auf Druckserver gelten die Windows Server CALs. Universal Print ist ein eigener Microsoft-365-Dienst mit eigener Lizenzierung, die enthaltenen Pläne konnten hier nicht abschließend verifiziert werden. Stand: Oktober 2026.
Conclusion
Die Druckverwaltung bleibt das Standardwerkzeug für klassische Windows-Druckserver. Nutze den nächsten Serverwechsel, um auf IPP-Klassentreiber umzustellen oder Universal Print zu prüfen.
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