Support & Automatisierung
IT Asset Management (ITAM)
Overview
IT Asset Management (ITAM) ist die kaufmännisch-organisatorische Verwaltung aller IT-Werte: Hardware, Software, Cloud-Abonnements, Lizenzen, Verträge und Zuständigkeiten. Es beantwortet, was vorhanden ist, wo es steht, wer es nutzt, was es kostet und wann Garantie, Leasing oder Wartung enden.
Abgrenzung: IT-Inventarisierung ist die technische Erfassung per Agent oder Netzwerkscan, sie liefert ITAM die Rohdaten. Eine CMDB bildet Konfigurationselemente und deren Abhängigkeiten für Change- und Incident-Prozesse ab. Software Asset Management (SAM) und Lizenzmanagement sind Teilbereiche von ITAM.
Verbreitete Werkzeuge sind GLPI, Snipe-IT, Lansweeper, Snow und Flexera sowie die Asset-Module von ITSM-Suiten. Microsoft Intune liefert Inventardaten verwalteter Geräte (Hardware, Betriebssystem, entdeckte Apps), ist aber kein vollständiges ITAM-System ohne Kosten- und Vertragsdaten. Für NIS2 und ISO 27001 ist ein aktuelles Inventar der Werte eine Grundanforderung.
How it works
ITAM folgt dem Lebenszyklus eines Assets:
- Planung und Beschaffung: Bedarf, Standard, Bestellung, Erfassung von Kaufdatum, Preis und Garantie.
- Erfassung: Asset-Nummer, Seriennummer, Standort, Kostenstelle und Besitzer, ergänzt durch automatische Inventardaten aus Intune, RMM oder Netzwerkscan.
- Betrieb: Zuordnung zu Benutzer und Tickets, Wartungs- und Vertragsüberwachung, Lizenzabgleich.
- Änderung: Umzug, Benutzerwechsel oder Reparatur werden am Asset dokumentiert.
- Ausmusterung: Löschnachweis, Entsorgung oder Verkauf, Ausbuchung.
Intune aktualisiert Hardware- und Softwareinventar alle sieben Tage, der Properties Catalog erweitert die Erfassung um zusätzliche Geräteeigenschaften.
Benefits
- Vollständiger Überblick über Werte und Kosten macht Budgetplanung belastbar
- Ablaufende Garantien, Leasingverträge und Wartungen werden rechtzeitig sichtbar
- Lizenz-Compliance wird nachweisbar, weil installierte und gekaufte Software abgeglichen wird
- Sicherheitsvorfälle lassen sich schneller eingrenzen, wenn klar ist, welches Gerät wem gehört und wo es steht
Practical example
Ein metallverarbeitender Betrieb mit 150 Arbeitsplätzen pflegte Geräte bisher in einer Excel-Liste. Die IT führte GLPI ein, importierte Intune- und Netzwerkinventar und ergänzte Kaufdaten, Garantie und Kostenstelle. Vor der Vertragsverlängerung mit dem Leasinggeber konnte die IT genau benennen, welche Geräte zurückgehen, und für die NIS2-Dokumentation steht ein aktuelles Asset-Verzeichnis bereit.
Things to keep in mind
- Eindeutige Asset-Nummer mit Etikett vergeben und mit der Seriennummer verknüpfen
- Inventardaten automatisch einlesen, manuelle Pflege veraltet innerhalb weniger Monate
- Verantwortliche je Asset-Klasse festlegen, sonst pflegt niemand die Kosten- und Vertragsdaten
- Cloud-Abonnements und SaaS-Dienste ebenfalls erfassen, sie fehlen in klassischen Hardwarelisten
Licensing & availability
Open-Source-Lösungen wie GLPI oder Snipe-IT sind lizenzkostenfrei, Hosting und Support optional kostenpflichtig. Kommerzielle Tools (Lansweeper, Snow, Flexera, ITSM-Suiten) werden meist nach Anzahl der Assets oder Endpunkte abonniert. Das Intune-Geräteinventar ist in Intune Plan 1 enthalten, z. B. in Microsoft 365 Business Premium, E3 und E5. Stand: Oktober 2026.
Conclusion
ITAM ist die Datengrundlage für Kostenkontrolle, Lizenz-Compliance und Informationssicherheit. Starte mit automatischer Inventarisierung und ergänze kaufmännische Daten schrittweise.
Further reading
Related articles
Microsoft
Microsoft Ignite 2025: The most important things at a glance
IT-Infrastruktur
Security and environment in the server room
Microsoft 365
Microsoft Purview | Sensitivity Labels: Architecture & Practice Guide
Cyber Security