IT-Onboarding

Overview

IT-Onboarding ist der Teil des Mitarbeitereintritts, den die IT verantwortet: Benutzerkonto in Active Directory oder Microsoft Entra ID, Lizenzzuweisung, Postfach, Gruppen und Teams, Gerät, Software, Zugänge zu Fachanwendungen und eine erste Einweisung. Ausgelöst wird er idealerweise durch die Personalabteilung, nicht durch einen Zuruf am ersten Arbeitstag.

Im Identity-Management heißt dieser Schritt Joiner, ergänzt durch Mover (Abteilungswechsel) und Leaver (Austritt). Microsoft Entra ID Governance bildet das mit Lifecycle Workflows ab, die anhand des Attributs employeeHireDate Aufgaben vor und am ersten Arbeitstag ausführen.

Abgrenzung: User Provisioning beschreibt die technische Kontoanlage in Zielsystemen, IT-Onboarding den gesamten organisatorischen Ablauf inklusive Gerät, Schulung und Dokumentation.

How it works

Ein automatisierter Onboarding-Ablauf in Microsoft 365 sieht so aus:

  1. HR legt den Eintritt im HR-System an, ein Connector oder API-driven Inbound Provisioning erzeugt das Konto in AD oder Entra ID mit Eintrittsdatum.
  2. Gruppenbasierte Lizenzierung und dynamische Gruppen weisen Lizenzen, Teams und Berechtigungen nach Abteilung zu.
  3. Ein Lifecycle Workflow sendet vor dem Eintritt eine Erinnerung an die Führungskraft und erzeugt am ersten Tag einen Temporary Access Pass, den die Führungskraft per Mail erhält.
  4. Das Gerät wird per Windows Autopilot direkt an den Arbeitsplatz oder nach Hause geliefert und richtet sich mit dem Konto selbst ein.
  5. Der neue Mitarbeiter registriert mit dem Temporary Access Pass MFA, Passkey oder Windows Hello for Business.

Ohne Governance-Lizenz lässt sich derselbe Ablauf mit Power Automate, PowerShell oder dem Ticketsystem teilautomatisieren.

Benefits

  • Neue Mitarbeitende sind ab dem ersten Tag arbeitsfähig, weil Konto und Gerät vorab bereitstehen
  • Berechtigungen folgen Rollen und Abteilungen, dadurch entstehen weniger Einzelfreigaben und Wildwuchs
  • Temporary Access Pass ersetzt das Startpasswort auf dem Zettel und senkt das Risiko einer Kontoübernahme
  • Ein dokumentierter Ablauf erfüllt Nachweispflichten aus Informationssicherheit und NIS2 zum Zugriffsmanagement

Practical example

Ein Hersteller von Reinigungsanlagen mit 300 Mitarbeitenden stellt jährlich viele Auszubildende und Saisonkräfte ein. Die IT definierte eine Onboarding-Vorlage im Ticketsystem, die HR zwei Wochen vor Eintritt ausfüllt. Ein Power-Automate-Flow legt daraus das Konto an, eine dynamische Gruppe vergibt Lizenzen und Teams nach Abteilung, das Notebook kommt per Autopilot. Am ersten Tag erhält die Führungskraft den Temporary Access Pass und übergibt ihn persönlich.

Things to keep in mind

  • Den Auslöser bei HR verankern, sonst erfährt die IT vom Eintritt erst am ersten Arbeitstag
  • Berechtigungen über Rollen und Gruppen vergeben, nicht durch Kopieren eines bestehenden Benutzers, weil dabei alte Sonderrechte mitwandern
  • Startkennwörter vermeiden und stattdessen Temporary Access Pass mit kurzer Gültigkeit nutzen
  • Checkliste je Rolle pflegen und nach jedem Durchlauf Lücken nachtragen

Licensing & availability

Kontoanlage, Lizenzzuweisung und Gruppen sind in Microsoft 365 und Entra ID ohne Zusatzlizenz möglich. Lifecycle Workflows erfordern Microsoft Entra ID Governance oder Microsoft Entra Suite (auch in Microsoft 365 E7 enthalten), Entra ID P2 allein reicht nicht. Windows Autopilot setzt Intune und Entra ID P1 voraus, z. B. über Microsoft 365 Business Premium, E3 oder E5. Power-Automate-Flows mit Standard-Connectors sind in Microsoft-365-Lizenzen enthalten. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

IT-Onboarding entscheidet über den ersten Eindruck der IT. Automatisiere die Standardschritte und starte den Prozess verbindlich bei HR.