Microsoft Entra Suite

Overview

Die Microsoft Entra Suite fasst fünf Microsoft-Entra-Produkte in einer Lizenz zusammen: Entra Private Access, Entra Internet Access, Entra ID Governance, Entra ID Protection und die Premium-Funktionen von Entra Verified ID. Microsoft hat die Suite im Juli 2024 allgemein verfügbar gemacht. Sie wird pro Benutzer lizenziert und setzt Microsoft Entra ID P1 oder ein Paket mit P1 voraus.

Die Suite zielt auf den Zugriff von Mitarbeitenden: Wer auf welche App, welche interne Ressource und welches Internetziel zugreifen darf, steuert eine gemeinsame Richtlinienebene mit Conditional Access. Private Access und Internet Access bilden zusammen Global Secure Access, die Security-Service-Edge-Lösung (SSE) von Microsoft. Externe Benutzer deckt die Suite nicht ab, dafür ist Microsoft Entra External ID zuständig.

Seit Mai 2026 ist die Entra Suite Bestandteil von Microsoft 365 E7. Microsoft 365 E5 und EMS E5 enthalten dagegen nur Entra ID P2 mit ID Protection und PIM, aber weder Private Access noch Internet Access für allgemeinen Internetverkehr noch den vollen Umfang von ID Governance.

Abgrenzung zu bestehenden Einträgen: Microsoft Entra ID ist die Identitätsplattform, Microsoft Entra ID P1 und P2 sind deren Lizenzstufen, Identity Protection und Identity Governance beschreiben die Funktionen im Detail.

How it works

Die Suite kombiniert Identitäts- und Netzwerkkontrollen:

  1. Entra ID Protection bewertet Anmelde- und Benutzerrisiken und liefert sie an risikobasierte Conditional-Access-Richtlinien.
  2. Entra ID Governance steuert Zugriffsrechte über Berechtigungsverwaltung, Zugriffsüberprüfungen, Lifecycle Workflows und Privileged Identity Management.
  3. Entra Private Access ersetzt VPN-Zugänge durch Zero Trust Network Access. Der Global Secure Access Client für Windows, macOS, iOS und Android leitet den Verkehr für private Ressourcen weiter, Quick Access und Per-App-Access steuern TCP- und UDP-Ziele. Private Access baut auf dem Entra-Anwendungsproxy auf.
  4. Entra Internet Access arbeitet als identitätsbasiertes Secure Web Gateway mit Webinhaltsfilterung nach Kategorie oder FQDN, TLS-Inspektion und Universal Conditional Access auch für Ziele, die nicht mit Entra ID föderiert sind.
  5. Entra Verified ID stellt überprüfbare digitale Nachweise aus; die Suite ergänzt Face Check, einen Gesichtsabgleich mit hoher Vertrauensstufe.

Benefits

  • Eine Richtlinienebene für App-, Netzwerk- und Internetzugriff, Conditional Access wirkt damit auch für private Anwendungen und beliebige Internetziele.
  • Private Access gibt Zugriff pro Anwendung statt pauschalen Netzwerkzugang wie beim VPN, ein kompromittiertes Gerät erreicht dadurch nur freigegebene Ziele.
  • Lifecycle Workflows und Zugriffsüberprüfungen automatisieren Ein-, Um- und Austritte und liefern Nachweise für Audits.
  • Ein Paket statt mehrerer Einzellizenzen für SSE, Governance und ID Protection vereinfacht Einkauf und Zuweisung.

Practical example

Ein Medizintechnik-Hersteller mit 400 Mitarbeitenden betreibt eine VPN-Appliance, deren Wartungsvertrag ausläuft, und muss für Kundenaudits regelmäßige Rechteüberprüfungen nachweisen. Die IT lizenziert die Entra Suite zusätzlich zu Microsoft 365 E3, stellt ERP, Dateiserver und Intranet über Private Access bereit und richtet vierteljährliche Zugriffsüberprüfungen für die ERP-Rollen ein. Ein Lifecycle Workflow deaktiviert Konten am letzten Arbeitstag automatisch. Ergebnis: Das VPN wird abgeschaltet, und die Rechteüberprüfungen sind im Microsoft Entra Admin Center dokumentiert.

Things to keep in mind

  • Stelle sicher, dass jeder Suite-Benutzer zusätzlich Entra ID P1 hat, zum Beispiel über Microsoft 365 E3 oder Business Premium, sonst fehlt die Voraussetzung.
  • Führe Private Access in Stufen ein: zuerst Quick Access für bekannte Netzbereiche, danach einzelne Anwendungen mit eigenen Conditional-Access-Richtlinien.
  • Teste Internet Access zunächst mit einer Pilotgruppe, weil Webfilter und TLS-Inspektion Fachanwendungen stören können.
  • Für Remote-Netzwerke, also die Anbindung von Standorten ohne Client, verlangt Microsoft mindestens 50 Lizenzen aus Entra ID P1 und Internet Access zusammen.
  • Gastbenutzer lizenzierst Du über Entra External ID, nicht über die Suite.

Licensing & availability

Pro Benutzer, als Einzelplan oder als Bestandteil von Microsoft 365 E7. Voraussetzung ist Entra ID P1 oder ein Paket mit P1, etwa Microsoft 365 E3, E5, Business Premium oder EMS E3. Enthält Private Access, Internet Access, ID Governance, ID Protection und Verified ID Premium mit Face Check. Private Access und Internet Access gibt es auch einzeln. Externe Benutzer (External ID) sind nicht enthalten. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

Die Entra Suite lohnt sich, wenn Du ein VPN ablösen und Identity Governance einführen willst. Wer nur risikobasierten Conditional Access und PIM braucht, kommt mit Entra ID P2 aus.