Patchpanel

Overview

Ein Patchpanel ist ein passives Verbindungselement der strukturierten Verkabelung. Auf seiner Rückseite enden die fest installierten Kabel aus den Netzwerkdosen der Büros oder von anderen Verteilern, auf der Vorderseite stehen nummerierte Ports bereit, die per Patchkabel mit Switch-Ports verbunden werden.

Patchpanels gibt es für Kupferverkabelung (Twisted Pair mit RJ45-Buchsen), für Lichtwellenleiter und für Telefonie. In größeren Installationen sitzen sie in 19-Zoll-Racks, in kleinen Umgebungen kommen Wandverteiler zum Einsatz.

Abgrenzung: Ein Patchpanel enthält keine aktive Elektronik und schaltet nichts, im Unterschied zu einem Switch. Es trennt aber die dauerhafte Gebäudeverkabelung von der aktiven Technik, sodass Switches getauscht oder Ports umgesteckt werden können, ohne Kabel neu zu verlegen. Manche Hersteller bieten intelligente Patchpanels, die Steckverbindungen erkennen und an eine Management-Software melden.

How it works

Rolle des Patchpanels in der strukturierten Verkabelung:

  1. Vom Arbeitsplatz führt ein fest verlegtes Kabel (Installations- oder Verlegekabel) zur Netzwerkdose und zum Etagenverteiler.
  2. Im Verteiler wird das Kabel auf der Rückseite des Patchpanels aufgelegt, je nach Bauform per Schneidklemmtechnik oder über Keystone-Module.
  3. Jeder Port erhält eine eindeutige Beschriftung, die der Bezeichnung der Netzwerkdose entspricht.
  4. Ein kurzes Patchkabel verbindet den Port mit dem gewünschten Switch-Port, häufig sitzen Patchpanel und Switch im Wechsel übereinander.
  5. Nach der Installation wird jede Strecke gemessen und das Messprotokoll dokumentiert.

Kabelführungen und Rangierpaneele zwischen den Einheiten sorgen dafür, dass Patchkabel geordnet laufen und die Lüftung nicht behindern.

Benefits

  • Schützt die fest verlegte Verkabelung, weil Umbauten nur noch per Patchkabel erfolgen
  • Beschleunigt die Fehlersuche durch eindeutige Zuordnung von Dose, Port und Switch
  • Ermöglicht Umzüge von Arbeitsplätzen oder Switch-Tausch ohne neue Verkabelung
  • Schafft eine übersichtliche Struktur im Rack, die Wartung und Dokumentation erleichtert

Practical example

Eine Anwaltskanzlei zieht in neue Räume mit 80 Netzwerkdosen. Der Elektroplaner legt alle Kabel auf zwei Kupfer-Patchpanels im Serverschrank auf, beschriftet Dosen und Ports identisch und übergibt Messprotokolle. Die IT setzt die Switches jeweils unter die Panels und nutzt kurze, farbcodierte Patchkabel für Clients, Telefone und Drucker. Als später eine Abteilung umzieht, sind die Arbeitsplätze in einer halben Stunde umgepatcht.

Things to keep in mind

  • Ports und Dosen eindeutig und dauerhaft beschriften und die Zuordnung in der Netzwerkdokumentation pflegen
  • Patchkabel so kurz wie möglich wählen und Farbcodes für Gerätetypen oder VLANs festlegen
  • Nicht genutzte Ports nicht auf den Switch durchpatchen, damit offene Dosen keinen Netzzugang bieten
  • Bei Neuinstallationen Messprotokolle für jede Strecke verlangen und archivieren
  • Für Planung und Ausführung die Anforderungen des BSI-Bausteins INF.12 Verkabelung heranziehen

Conclusion

Ein sauber aufgebautes und beschriftetes Patchpanel spart bei jeder Störung und jedem Umzug Zeit. Investiere bei Neubau oder Umzug in eine strukturierte Verkabelung mit Dokumentation, das zahlt sich über viele Jahre aus.