Remote Desktop Services (RDS)

Overview

Remote Desktop Services (RDS), früher Terminaldienste, ist die Windows-Server-Plattform, um Desktops und Anwendungen zentral bereitzustellen. Die Verarbeitung bleibt im Rechenzentrum, zum Endgerät wird nur die Oberfläche per Remote Desktop Protocol (RDP) übertragen. Veröffentlicht werden ganze Desktops oder einzelne RemoteApp-Programme.

Zwei Modelle stehen zur Wahl: sitzungsbasierte Desktops, bei denen sich viele Benutzer einen Windows Server teilen (höchste Dichte, geringste Kosten pro Benutzer), und VDI mit gepoolten oder persönlichen Windows-Client-VMs auf Hyper-V. RDS läuft on-premises oder auf Azure-VMs.

Abgrenzung: Azure Virtual Desktop ist der Cloud-Dienst von Microsoft für dasselbe Ziel und lässt sich mit Azure Local auch im eigenen Rechenzentrum betreiben. Auch AVD-Session-Hosts mit Windows Server benötigen RDS-CALs. Für Windows Server 2025 gibt es eigene RDS-CALs, ältere CALs berechtigen nicht zum Zugriff auf Session Hosts mit 2025.

How it works

Eine RDS-Bereitstellung besteht aus mehreren Rollendiensten:

  1. RD Session Host (RDSH) führt die Benutzersitzungen und RemoteApps aus.
  2. RD Connection Broker verteilt Verbindungen, verbindet getrennte Sitzungen neu und verwaltet Sammlungen, hochverfügbar mit SQL-Datenbank.
  3. RD Web Access stellt ein Webportal mit den freigegebenen Desktops und Apps bereit.
  4. RD Gateway tunnelt RDP über HTTPS (TCP 443) für Zugriffe von außen und unterstützt MFA.
  5. RD Licensing (Lizenzserver) stellt RDS-CALs pro Benutzer oder pro Gerät aus und verfolgt sie.

Für VDI kommt RD Virtualization Host auf Hyper-V-Hosts hinzu. Ohne Lizenzserver läuft eine Bereitstellung 120 Tage im Kulanzzeitraum, danach brauchen Clients eine gültige CAL vom Lizenzserver.

Benefits

  • Anwendungen werden einmal zentral installiert und gepatcht statt auf jedem Client.
  • Daten bleiben im Rechenzentrum, was bei verlorenen Endgeräten und in Außenstellen das Risiko senkt.
  • Ältere Endgeräte und Thin Clients können auch anspruchsvolle Anwendungen nutzen.
  • RD Gateway ermöglicht Fernzugriff über HTTPS ohne klassisches VPN.
  • Sitzungsbasierte Desktops nutzen Serverhardware dicht aus und senken die Kosten pro Benutzer.

Practical example

Ein Speditionsunternehmen mit fünf Niederlassungen betreibt seine Branchensoftware zentral auf einer RDS-Farm mit drei Session Hosts unter Windows Server 2025. Die Disponenten greifen per RemoteApp zu, Niederlassungen über RD Gateway mit MFA. Weil die Mitarbeitenden in Schichten an geteilten PCs arbeiten, lizenziert die IT pro Gerät statt pro Benutzer. Updates der Branchensoftware laufen einmal pro Session Host statt auf 80 Arbeitsplätzen.

Things to keep in mind

  • Lege den Lizenzierungsmodus (pro Benutzer oder pro Gerät) bewusst fest und kaufe RDS-CALs passend zur höchsten Session-Host-Version; der Lizenzserver muss mindestens dieselbe Version wie die CALs haben.
  • Pro-Benutzer-CALs werden in Arbeitsgruppen nicht verfolgt, die Einhaltung liegt dann allein bei Dir.
  • Veröffentliche RDP nie direkt ins Internet, sondern nur über RD Gateway mit MFA oder per VPN.
  • Plane Profilverwaltung (z. B. FSLogix) und Antivirus-Ausnahmen für Session Hosts, sonst werden Anmeldungen langsam.
  • Nutzt der Connection Broker noch die abgekündigte Windows Internal Database, plane für Hochverfügbarkeit SQL Server ein.

Licensing & availability

Zusätzlich zur Windows-Server-Lizenz und den Windows Server CALs braucht jeder Benutzer oder jedes Gerät mit Zugriff auf einen Session Host eine RDS-CAL (pro Benutzer oder pro Gerät), auch bei Azure-Virtual-Desktop-Session-Hosts mit Windows Server. CALs gelten für ihre Version und ältere Server, für Windows Server 2025 sind RDS-CALs der Version 2025 nötig. Kulanzzeitraum ohne Lizenzserver: 120 Tage. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

RDS bleibt für on-premises bereitgestellte Branchenanwendungen und Thin-Client-Szenarien eine wirtschaftliche Lösung. Prüfe bei Neuplanungen Azure Virtual Desktop als Alternative und plane die CAL-Version gleich mit.