Self-Service Purchase (Self-Service-Käufe)

Overview

Mit Self-Service Purchase können Benutzer ausgewählte Microsoft-Produkte selbst kaufen oder testen, ohne dass ein Admin die Lizenz beschafft. Bezahlt wird mit der Zahlungsmethode des Käufers, das Abo verlängert sich automatisch.

Berechtigt sind laut Microsoft unter anderem Power BI Pro und Premium Per User, Power Apps und Power Automate per user, Power Automate RPA, Visio Plan 1 und 2, Project Plan 3, Planner Plan 1, Windows 365 Business und Enterprise, Teams Essentials und Teams Premium (Einführungspreis), Microsoft 365 F3, Clipchamp Premium, Python in Excel, Microsoft Copilot sowie mehrere Dynamics-365-Produkte.

Für Admins ist das ein Schatten-IT-Risiko: Lizenzen entstehen außerhalb der Beschaffung, Kosten laufen über private oder Abteilungskarten, und die IT kann die Lizenzen erst nach Übernahme verwalten. Neue Produkte sind standardmäßig für Self-Service freigegeben.

Abgrenzung: Self-Service-Testversionen ohne Zahlungsmethode lassen sich separat erlauben, etwa für Visio Plan 1 oder Teams Exploratory.

How it works

Steuerung und Übernahme:

  1. Im Microsoft 365 Admin Center unter Einstellungen > Organisationseinstellungen > Dienste > Self-Service-Testversionen und -Käufe pro Produkt Zulassen, Nur Testversionen oder Nicht zulassen wählen (Globaler Administrator).
  2. Alternativ per PowerShell-Modul MSCommerce: Connect-MSCommerce, Get-MSCommerceProductPolicies -PolicyId AllowSelfServicePurchase und Update-MSCommerceProductPolicy mit den Werten Enabled, OnlyTrialsWithoutPaymentMethod oder Disabled.
  3. Änderungen können bis zu 72 Stunden dauern; es gibt keinen globalen Schalter, jedes Produkt muss einzeln gesperrt werden.
  4. Bereits gekaufte Abos sieht der Admin im Admin Center und kann Benutzer in ein eigenes Abo verschieben, das Abo kündigen oder zentral nachkaufen und den Käufer kündigen lassen.

Benefits

  • Fachabteilungen kommen schnell an Werkzeuge wie Power BI oder Visio, wenn die IT dies bewusst zulässt.
  • Testversionen ohne Zahlungsmethode erlauben einen kontrollierten Probelauf ohne Kostenrisiko.
  • Die Steuerung pro Produkt ermöglicht differenzierte Regeln, etwa nur Testversionen für Power Automate.

Practical example

Ein Unternehmen mit 280 Mitarbeitenden entdeckt bei einer Lizenzprüfung zwölf privat bezahlte Power-BI-Pro-Lizenzen und drei Windows-365-Abos im Vertrieb. Die IT übernimmt die Abos, verschiebt die Benutzer in ein zentral gekauftes Abo und sperrt Self-Service für alle Produkte per MSCommerce-Skript, das monatlich neue Produkte prüft. Testversionen ohne Zahlungsmethode bleiben für Visio und Planner erlaubt. Ergebnis: keine Lizenzen mehr an der Beschaffung vorbei, dennoch schneller Zugang zu Testversionen.

Things to keep in mind

  • Sperre Self-Service bewusst pro Produkt und prüfe regelmäßig, denn neu hinzukommende Produkte sind standardmäßig freigegeben.
  • Automatisiere die Prüfung mit dem MSCommerce-Modul, statt einmalig manuell zu sperren.
  • Kläre intern, wie Fachabteilungen Lizenzen anfordern können, sonst weichen sie auf private Konten aus.
  • Exportiere vor der Übernahme die Benutzerliste des Abos, damit niemand den Zugriff verliert.

Licensing & availability

Kein eigenes Lizenzprodukt, sondern ein Kaufweg für ausgewählte Microsoft-Produkte, abgerechnet über die Zahlungsmethode des Käufers mit automatischer Verlängerung. Steuerung im Admin Center oder per MSCommerce-Modul. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

Self-Service Purchase ist praktisch, wenn Du es bewusst zulässt, und ein Kostenrisiko, wenn Du es übersiehst. Entscheide pro Produkt und überwache die Einstellung regelmäßig.