Capacity Planning (Kapazitätsplanung)

Overview

Capacity Planning ermittelt, welche Ressourcen ein Service heute und künftig braucht, und vergleicht das mit den vorhandenen Kapazitäten. Ziel ist, Engpässe zu vermeiden, ohne dauerhaft teure Überkapazität vorzuhalten. In ITIL 4 und ITIL (Version 5) gehört das zur Practice Capacity and Performance Management.

Betroffen sind Server und Hypervisor-Cluster (CPU, RAM), Storage, Backup-Ziele, Netzwerkbandbreite und WAN-Leitungen, Cloud-Kontingente, Lizenzen und auch das Personal im Support. Geplante Vorhaben wie neue Standorte, Firmenübernahmen oder ein ERP-Wechsel verändern den Bedarf sprunghaft.

Abgrenzung: Availability Management sorgt für Verfügbarkeit durch Redundanz und Wiederherstellung, Capacity Planning für ausreichende Leistung. Beide hängen zusammen, weil Überlast häufig Ausfälle verursacht.

How it works

Ein typischer Ablauf:

  1. Ist-Daten erheben: Auslastung aus Monitoring, Hypervisor, Storage-System und Cloud-Abrechnung.
  2. Trends analysieren, z. B. Wachstum des Datenvolumens pro Quartal.
  3. Geschäftsplanung einbeziehen: neue Mitarbeitende, Standorte, Anwendungen.
  4. Szenarien rechnen (What-if) und Schwellwerte festlegen, ab denen erweitert wird.
  5. Maßnahmen planen und budgetieren, etwa Hardware-Erweiterung, Cloud-Skalierung oder Konsolidierung.

In Azure liefert Azure Advisor Empfehlungen zu Leistung und Kosten, etwa für unterausgelastete VMs. Lokal stammen die Daten aus dem Monitoring.

Benefits

  • Weniger Leistungsengpässe, weil Erweiterungen vor dem Erreichen der Grenze geplant werden.
  • Planbare Budgets, da Investitionen frühzeitig in die Jahresplanung einfließen.
  • Geringere Kosten durch Abbau ungenutzter Kapazität, besonders in der Cloud.
  • Bessere Verhandlungsposition bei Beschaffungen, weil der Bedarf mit Daten belegt ist.

Practical example

Ein Planungsbüro mit 90 Mitarbeitenden speichert große CAD- und Punktwolken-Daten auf einem zentralen Storage. Die IT wertet quartalsweise das Datenwachstum aus und erkennt, dass das System bei gleichem Trend in elf Monaten voll ist, das Backup-Ziel sogar früher. Mit diesem Vorlauf werden Storage-Erweiterung und Backup-Kapazität in das Budget des Folgejahres aufgenommen, statt kurzfristig teuer nachzukaufen.

Things to keep in mind

  • Plane Backup- und Replikationsziele mit, sie wachsen oft schneller als das Primärsystem.
  • Lege Schwellwerte für Warnungen deutlich unter 100 Prozent, damit Zeit für Beschaffung bleibt.
  • Frage Fachbereiche regelmäßig nach geplanten Vorhaben, Trenddaten allein erfassen keine Sprünge.
  • Prüfe in der Cloud neben den Kosten auch Kontingente und Limits des Abonnements.

Conclusion

Capacity Planning verwandelt überraschende Engpässe in planbare Investitionen. Schon eine quartalsweise Auswertung der wichtigsten Kennzahlen bringt spürbaren Nutzen.