Support & Automatisierung
IT-Inventarisierung
Overview
IT-Inventarisierung erfasst, welche Geräte, Betriebssysteme, Softwarestände und Netzwerkkomponenten in einer Umgebung vorhanden sind. Moderne Lösungen sammeln die Daten automatisch über Agenten, Netzwerkscans, SNMP, Verzeichnisdienste und Cloud-Schnittstellen und halten sie laufend aktuell.
Das Inventar ist Grundlage für Patch- und Schwachstellenmanagement, Lizenz-Compliance, Support und Sicherheitsanforderungen wie die Inventarisierung der Werte in NIS2 oder ISO 27001. Was nicht im Inventar steht, wird weder gepatcht noch überwacht.
Abgrenzung: IT Asset Management (eigener Eintrag) verwaltet den Lebenszyklus der Werte mit Kosten, Verträgen und Zuständigkeiten, die Inventarisierung liefert die technischen Daten dafür. Eine CMDB bildet zusätzlich Beziehungen zwischen Konfigurationselementen und Diensten ab.
Bei Microsoft liefert Intune für verwaltete Geräte ein Hardware- und Softwareinventar, das sich alle sieben Tage aktualisiert. Endpoint Analytics (früher Teil von Microsoft Endpoint Manager, heute Microsoft Intune) ist dagegen kein Inventarwerkzeug, sondern bewertet Startzeiten, App-Zuverlässigkeit und Benutzererfahrung. Die Erweiterung Advanced Analytics bringt mit Device Query für mehrere Geräte KQL-Abfragen über Inventardaten der gesamten Geräteflotte.
How it works
Eine automatisierte Inventarisierung läuft typischerweise so:
- Discovery: Netzwerkscans, ARP- und DHCP-Daten, SNMP-Abfragen und AD- oder Entra-Abgleich finden Geräte, auch solche ohne Agent.
- Detailerfassung: Agenten oder authentifizierte Scans lesen Hardware, Seriennummern, Betriebssystem, installierte Software und Patchstand aus.
- Zusammenführung: Doppelte Datensätze aus verschiedenen Quellen werden über Merkmale wie MAC-Adresse, Seriennummer und Hostname zu einem Gerät zusammengeführt.
- Bewertung: Das System markiert veraltete Betriebssysteme, fehlende Updates, nicht freigegebene Software oder unbekannte Geräte.
- Weitergabe: Inventardaten fließen in Ticket-System, CMDB, Lizenzmanagement oder Schwachstellenscanner.
In Intune ist für Device Query auf mehreren Windows-Geräten eine Eigenschaftskatalog-Richtlinie nötig, damit die Geräte Inventardaten liefern.
Benefits
- Schafft Transparenz über alle Geräte, auch über vergessene Server oder private Geräte im Netz
- Bildet die Grundlage, um Patch-Lücken und veraltete Software gezielt zu schließen
- Unterstützt Lizenzprüfungen, weil installierte Software belegbar ist
- Erfüllt Nachweispflichten aus NIS2, ISO 27001 oder Versicherungsfragebögen zur Kenntnis der eigenen Werte
Practical example
Ein Chemiehändler mit 220 Mitarbeitenden pflegt sein Inventar bisher in einer Excel-Liste, die nach einem Jahr kaum noch stimmt. Für die NIS2-Vorbereitung führt die IT eine automatisierte Inventarisierung ein: Intune liefert die verwalteten Clients, ein Netzwerkscanner findet Drucker, Switches, Kameras und Server, und die Daten werden täglich abgeglichen. Bereits im ersten Lauf tauchen zwei unbekannte NAS-Geräte und mehrere Rechner mit nicht mehr unterstütztem Betriebssystem auf.
Things to keep in mind
- Mehrere Quellen kombinieren, weil Agenten nur verwaltete Geräte erfassen und Netzwerkscans keine Softwaredetails liefern
- Unbekannte Geräte im Netz als Sicherheitsereignis behandeln und einem Verantwortlichen zuordnen
- Scan-Konten mit minimalen Rechten anlegen und ihre Zugangsdaten geschützt speichern
- Inventarlauf regelmäßig automatisieren, eine einmalige Erfassung veraltet innerhalb weniger Monate
- In OT-Netzen nur passive oder abgestimmte Scans einsetzen, weil aktive Scans empfindliche Steuerungen stören können
Licensing & availability
Das Hardware- und Softwareinventar für verwaltete Geräte ist Bestandteil von Microsoft Intune, das die meisten Unternehmen über Microsoft 365 E3, E5 oder E7 beziehen. Advanced Analytics mit Device Query für mehrere Geräte erfordert eine Lizenz zusätzlich zu Intune Plan 1, enthalten in Microsoft Intune Plan 2, der Microsoft Intune Suite und ausgewählten Microsoft-365-Paketen. Drittanbieter-Lösungen reichen von Open-Source-Werkzeugen wie GLPI bis zu kommerziellen Plattformen wie Lansweeper, deren Pakete mit der Umgebungsgröße skalieren. Stand: Oktober 2026.
Conclusion
Eine automatisierte, aktuelle IT-Inventarisierung ist die Voraussetzung für fast jede andere Sicherheits- und Betriebsaufgabe. Kombiniere Intune-Daten mit einem Netzwerkscan, damit auch nicht verwaltete Geräte sichtbar werden.
Further reading
Related articles
Microsoft 365
M365 Apps | Use Update Repair in Inventory
IT-Infrastruktur
High Availability | What does high availability mean?
IT-Infrastruktur
Colocation | Is it worth outsourcing?
IT-Infrastruktur