Proxmox Backup Server

Overview

Proxmox Backup Server ist eine Client-Server-Backup-Lösung der Proxmox Server Solutions GmbH. Sie sichert virtuelle Maschinen, Container und physische Linux-Hosts und ist auf Proxmox VE (QEMU-VMs und LXC-Container) optimiert. Die Software ist in Rust geschrieben, steht unter der AGPLv3 und wird über eine Weboberfläche verwaltet.

Aktuell ist Version 4.2, veröffentlicht am 29. April 2026 auf Basis von Debian 13.4 (Trixie) mit Linux-Kernel 7.0 und ZFS 2.4. Neu sind das Verschieben von Gruppen und Namespaces innerhalb eines Datastores, serverseitige Ver- und Entschlüsselung bei Sync-Jobs und parallele Sync-Verarbeitung. Version 4.0 erschien am 6. August 2025 und führte S3-kompatiblen Object Storage als Datastore-Backend als Technology Preview ein, 4.2 ergänzt dafür Anfragestatistiken und Benachrichtigungen. Version 3.4 erhielt Sicherheitsupdates bis August 2026.

Abgrenzung: Veeam Backup & Replication unterstützt ebenfalls Proxmox VE, ist aber kommerziell und plattformübergreifend. Deduplizierung und inkrementelles Backup sind bei PBS fest eingebaut. Snapshots von Proxmox VE ersetzen kein Backup, weil sie auf demselben Speicher liegen. Tape Backup unterstützt PBS direkt mit Medienpools für die Auslagerung.

How it works

Die Datenablage beruht auf inhaltsadressierten Chunks:

  1. VM-Disk-Images werden in Chunks fester Größe zerlegt, typischerweise 4 MiB. Dateiarchive serialisiert der Client ins pxar-Format und schneidet sie mit einem Rolling Hash in Chunks variabler Größe.
  2. Jeder Chunk wird über seinen SHA-256-Digest identifiziert und im Verzeichnis .chunks des Datastores abgelegt. Gleiche Inhalte werden nur einmal gespeichert, auch über verschiedene VMs und Sicherungen hinweg.
  3. Indexdateien (.fidx für feste, .didx für dynamische Chunks) beschreiben, welche Chunks eine Sicherung braucht. Jeder Snapshot verweist auf alle seine Chunks und ist damit eine Vollsicherung, obwohl nur Änderungen übertragen werden.
  4. Bei laufenden VMs merkt sich QEMU geänderte Blöcke in Dirty Bitmaps, sodass Folgesicherungen nur geänderte Chunks lesen.
  5. Der Client kann vor dem Upload mit AES-256-GCM verschlüsseln, die Verbindung läuft per TLS, komprimiert wird mit Zstandard.

Wartungsaufgaben sind Verify-Jobs (Integrität über Prüfsummen), Prune (Aufbewahrung), Garbage Collection (Freigabe nicht mehr referenzierter Chunks) sowie Sync-Jobs zu entfernten PBS-Instanzen, Removable Datastores und Tape.

Benefits

  • Geringer Speicherbedarf, weil die Deduplizierung über alle Sicherungen eines Datastores wirkt und unveränderte Blöcke nie doppelt abgelegt werden.
  • Kurze Sicherungsfenster für Proxmox-VE-VMs, da Dirty Bitmaps nur geänderte Blöcke lesen lassen.
  • Sicherung auf nicht voll vertrauenswürdige Ziele möglich, weil die Daten clientseitig verschlüsselt werden und der Zielserver den Schlüssel nicht kennt.
  • Offsite- und Offline-Kopien mit Bordmitteln über Sync-Jobs zu einem zweiten Standort, Removable Datastores und LTO-Tape.
  • Keine Lizenzkosten für die Software, da sie Open Source ist. Bezahlt wird nur optional für Support und Enterprise-Repository.

Practical example

Ein Metallverarbeiter mit 120 Mitarbeitenden hat seine Virtualisierung von VMware auf einen Proxmox-VE-Cluster mit drei Knoten umgestellt. Die IT installiert Proxmox Backup Server auf einem eigenen Server mit ZFS-Datastore und sichert alle 40 VMs nachts verschlüsselt, ein Sync-Job überträgt die Sicherungen in einen zweiten PBS am Zweigwerk. Einmal im Monat schreibt ein Tape-Job einen Stand auf LTO-Band, das ausgelagert wird. Dank Deduplizierung wächst der Datastore pro Tagesstand nur um die tatsächlich geänderten Blöcke.

Things to keep in mind

  • Betreibe PBS auf eigener Hardware und nicht als VM im zu sichernden Cluster, sonst fällt das Backup mit dem Cluster aus.
  • Verwahre den Verschlüsselungsschlüssel samt Papier-Backup außerhalb der Proxmox-Umgebung, denn ohne ihn sind verschlüsselte Sicherungen nicht wiederherstellbar.
  • Plane Verify-Jobs regelmäßig ein und setze Prune und Garbage Collection zeitlich getrennt von den Backup-Fenstern an.
  • Vergib Rechte fein über Rollen und Namespaces, damit ein kompromittierter Proxmox-VE-Host nicht auf alle Sicherungen zugreifen oder sie löschen kann.
  • Setze S3-Datastores erst nach eigenen Restore-Tests produktiv ein, da das Backend mit Version 4.0 als Technology Preview gestartet ist.

Licensing & availability

Die Software ist Open Source (AGPLv3) und ohne Lizenzkosten nutzbar. Proxmox bietet optional Subscriptions an, berechnet pro Backup-Server und unabhängig von Speichermenge und Zahl der Clients. Alle Stufen enthalten das Enterprise-Repository mit stabilen Updates: Community (ohne Ticket-Support, nur Forum), Basic (5 Tickets pro Jahr, Antwort am nächsten Werktag), Standard (15 Tickets pro Jahr, 4 Stunden Erstreaktion bei Schweregrad 1, Remote-Support per SSH) und Premium (unbegrenzte Tickets, 2 Stunden Erstreaktion, 24/7). Ab Basic ist der Proxmox Datacenter Manager enthalten. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

Proxmox Backup Server ist die naheliegende Backup-Lösung für Proxmox-VE-Umgebungen und deckt mit Sync, Verschlüsselung und Tape die 3-2-1-Regel ab. Für den produktiven Einsatz im Mittelstand empfiehlt sich mindestens eine Basic-Subscription wegen der stabilen Updates.