VMware vSphere

Overview

VMware vSphere ist eine verbreitete Plattform für Server-Virtualisierung. Sie besteht aus dem Typ-1-Hypervisor ESXi auf den Hosts und dem vCenter Server zur zentralen Verwaltung mit Funktionen wie vMotion (Live-Migration), High Availability (HA) und Distributed Resource Scheduler (DRS). Aktuell ist vSphere 9.1, die Dokumentation ist von docs.vmware.com zu Broadcom TechDocs (techdocs.broadcom.com) umgezogen.

Nach der Übernahme durch Broadcom hat VMware im Dezember 2023 das Ende der unbefristeten Lizenzen angekündigt. Seitdem gibt es nur noch Subscriptions, im Kern VMware Cloud Foundation (VCF) als Full-Stack-Plattform mit vSphere, vSAN, NSX und Aria sowie VMware vSphere Foundation (VVF) für klassische vSphere-Umgebungen. Für kleinere Anforderungen bleiben vSphere Standard und das vSphere Essentials Plus Kit. Viele Einzelprodukte sind nur noch als Teil dieser Pakete oder als Add-on erhältlich.

Der kostenlose vSphere Hypervisor wurde mit dieser Umstellung zunächst eingestellt. Mit ESXi 8.0 Update 3e (10. April 2025) bietet Broadcom wieder eine kostenlose Version über das Broadcom Support Portal an. Sie lässt sich nicht an vCenter anbinden, begrenzt VMs auf 8 vCPUs und kommt ohne Herstellersupport.

Abgrenzung: Hyper-V und Proxmox VE (siehe Einträge Hyper-V und Server-Virtualisierung) sind die häufigsten Alternativen, die im Zuge der Lizenzänderungen geprüft werden.

How it works

Aufbau einer vSphere-Umgebung:

  1. ESXi wird direkt auf den Servern installiert und stellt CPU, RAM, Netz und Speicher für VMs bereit.
  2. vCenter Server läuft als Appliance und fasst Hosts zu Clustern zusammen.
  3. VMs liegen auf Datastores (VMFS oder NFS auf SAN/NAS) oder auf hyperkonvergentem vSAN.
  4. vSphere HA startet VMs nach einem Hostausfall auf anderen Hosts neu, DRS verteilt die Last per vMotion.
  5. Virtuelle Standard- oder Distributed Switches verbinden VMs mit den VLANs des physischen Netzes.

Backup-Lösungen sichern VMs über die vSphere-APIs, Patches für ESXi und vCenter werden über den Lifecycle Manager eingespielt.

Benefits

  • Bietet ein ausgereiftes Ökosystem, das von nahezu jeder Backup-, Storage- und Monitoring-Lösung unterstützt wird
  • Ermöglicht mit HA, DRS und vMotion einen sehr automatisierten Clusterbetrieb
  • Verfügt über viel verfügbares Know-how bei Dienstleistern und Admins
  • Integriert mit VCF Netzwerkvirtualisierung und Storage in einer gemeinsamen Plattform

Practical example

Ein Logistikunternehmen mit 25 Hosts erhielt zur Vertragsverlängerung ein Angebot für VMware vSphere Foundation, das auf der Kernzahl aller Hosts basiert. Die IT inventarisiert dafür alle Prozessoren, stellt fest, dass mehrere ältere Hosts mit 8-Kern-CPUs wegen der Mindestmenge von 16 Kernen pro CPU überproportional zählen, und konsolidiert vorab auf weniger, größere Hosts. Parallel bewertet sie Hyper-V als Alternative für die Außenstandorte und behält vSphere im Hauptrechenzentrum.

Things to keep in mind

  • Vor jeder Verlängerung die Kernzahl aller Hosts erfassen, denn VCF und VVF werden pro physischem Kern mit mindestens 16 Kernen pro CPU berechnet
  • Den kostenlosen ESXi nur für Labor und Tests einsetzen, er bietet keine zentrale Verwaltung und keinen Support
  • ESXi und vCenter konsequent patchen, weil eine Übernahme von Hypervisor oder vCenter alle VMs auf einmal trifft
  • vCenter und ESXi-Management nicht an das AD anbinden, ohne die Admin-Gruppen streng zu kontrollieren, und in ein eigenes Management-Netz legen
  • Bei einem Wechsel Migrationswerkzeuge, Backup-Kompatibilität und VM-Treiber frühzeitig testen

Licensing & availability

VMware by Broadcom lizenziert vSphere nur noch als Subscription, unbefristete Lizenzen werden nicht mehr verkauft. Angeboten werden VMware Cloud Foundation (VCF), VMware vSphere Foundation (VVF), vSphere Standard und das vSphere Essentials Plus Kit, ergänzt um Add-ons etwa für Storage, Sicherheit und Disaster Recovery. VCF und VVF werden pro physischem CPU-Kern lizenziert, mit mindestens 16 Kernen pro CPU. Der kostenlose vSphere Hypervisor (ESXi 8.0 Update 3e) ist wieder über das Broadcom Support Portal erhältlich, ohne vCenter-Anbindung und ohne Support. Stand: Oktober 2026.

Conclusion

vSphere ist technisch weiterhin eine der ausgereiftesten Virtualisierungsplattformen, die Kostenfrage hat sich durch Broadcom aber deutlich verschoben. Rechne vor jeder Verlängerung die Kernlizenzen durch und vergleiche ernsthaft mit Hyper-V oder Proxmox VE.