ArtikelRahmen V5 MS365

Wer heute auf die Microsoft-Rechnungen schaut und diese mit dem Jahr 2021 vergleicht, reibt sich oft verwundert die Augen. Über ein Jahrzehnt lang kannte Microsoft bei den Cloud-Preisen nur eine Richtung: Seitwärts. Doch seit 2022 erleben wir einen regelrechten „Treppeneffekt“.

Wir haben die Preisentwicklung der zwei wichtigsten Tarife, Microsoft 365 E3 und Microsoft 365 Business Premium, analysiert und werfen einen Blick auf das, was uns im Sommer 2026 erwartet.

Das Wichtigste

  • Trend: Lizenzkosten sind seit 2021 um ca. 22–27 % gestiegen.
  • Ursachen: NCE-Einführung (2022) und Währungsausgleich (2023).
  • Warnung: Zum 01. Juli 2026 steigen die Preise für Business Basic, Standard und Enterprise-Pläne deutlich. Plant jetzt, je nach Lizenzmix, 15 bis 33 % Puffer ein.
  • Die gute Nachricht: Microsoft 365 Business Premium bleibt voraussichtlich preisstabil. Das macht ein Upgrade vom Standard-Tarif attraktiver denn je.

Der Rückblick: Ein Jahrzehnt Ruhe, drei Jahre Sturm

Die Geschichte der Microsoft 365 Preise in Deutschland lässt sich in drei Phasen unterteilen:

  1. Die goldene Ära (2011–2021): Nach dem Start von Office 365 in Deutschland blieben die Preise fast statisch. Ein E3-Plan kostete rund 19,70 €, Business Premium (seit 2017) ca. 16,90 €. Microsoft fügte Features wie Teams hinzu, ohne den Preis zu erhöhen.
  2. Der Doppelschlag (2022–2023): Im März 2022 führte Microsoft das „New Commerce Experience“ (NCE) ein, was faktisch eine Preiserhöhung von ca. 15–20 % für viele Kunden bedeutete (besonders bei monatlicher Flexibilität). Nur ein Jahr später, im April 2023, folgte die „Währungsharmonisierung“: Ein pauschaler Aufschlag von 11 % auf Euro-Preise.
  3. Die Struktur-Änderung (2024–2025): Durch die Entbündelung von Teams (EWR/Antitrust-Verfahren) wurden die Preise undurchsichtiger. Neue Pakete ohne Teams wirken günstiger, sind im „Re-Bundle“ (Lizenz + Teams separat) aber oft teurer als die alten Komplettpakete.

Die Zahlen: So teuer ist der Arbeitsplatz geworden

Hier seht ihr die Entwicklung der Netto-Listenpreise (ca.) für Jahresabonnements im direkten Vergleich.

Datum / EreignisBus. BasicBus. StandardBus. Premium 👑Microsoft 365 E3Microsoft 365 E5
2011 – 2021
(Phase der Stabilität)
4,20 €10,50 €16,90 €31,50 €53,70 €
März 2022
(NCE Global Update)
5,10 €10,50 €18,60 €35,40 €53,70 €
April 2023
(Währungsausgleich)
5,60 €11,70 €20,60 €37,70 €59,70 €
31. Dez. 2025
(Status Quo)
5,60 €11,70 €20,60 €37,70 €59,70 €
01. Juli 2026~ 6,55 € 🔺~ 13,10 € 🔺20,60 €~ 40,80 € 🔺~ 62,80 € 🔺
Erhöhung
(Juli 2026)
ca. +17 %ca. +12 %0 %ca. +8 %ca. +5 %

Alle Preise sind Netto-Listenpreise pro Nutzer/Monat im Jahresabo (NCE Annual Commit). Hinweis zu M365 E3/E5: Die Preise beziehen sich auf die Version „mit Teams“ (Legacy/Enterprise). Neue Lizenzen im EWR (ohne Teams) sind günstiger, im Bundle mit einer separaten Teams-Lizenz jedoch oft preisgleich oder teurer.

Analyse der Zahlen:

  • Die Anomalie „Business Premium“: Die wichtigste Nachricht ist das, was nicht passiert. Microsoft lässt den Preis für Business Premium stabil (0 % Erhöhung). Damit schrumpft der Preisabstand zu „Business Standard“ auf historisch niedrige ~7,50 €. Microsoft macht den Premium-Plan damit faktisch zum Standard und bestraft alle, die auf den kleineren Paketen bleiben.
  • Business Basic & Standard (Die Verlierer): Wer „klein“ bleiben will, zahlt drauf. Business Basic Kunden trifft es mit rund +17 % am härtesten, Standard-Kunden müssen ca. +12 % schlucken.
  • Microsoft 365 E3: Auch hier dreht Microsoft an der Preisschraube (+8 %). Der Abstand zu Business Premium wächst damit auf über 20 € pro User/Monat an. Für Unternehmen unter 300 Mitarbeitern gibt es ab Juli 2026 fast kein rationales Argument mehr für E3.

Der Ausblick: 01.07.2026

Während wir das Jahr 2025 relativ stabil beenden, werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Nach aktuellen Informationen und Marktbeobachtungen steht die nächste Anpassungswelle bevor.

Stichtag 1. Juli 2026: Microsoft bereitet den Markt auf eine weitere Preisanpassung vor. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • AI Infrastructure Cost: Der massive Ausbau der Rechenzentren für Copilot und KI-Dienste muss refinanziert werden.
  • Inflation & Energie: Die Betriebskosten der Cloud-Infrastruktur sind weltweit gestiegen.
grafik 409

Was bedeutet das für Admins? Anders als bei der pauschalen Währungsanpassung 2023, trifft es diesmal bestimmte Pakete härter als andere.

Berichten zufolge (siehe Heise) sind Aufschläge von bis zu 33 % möglich, insbesondere im Bereich Business Basic und bei monatlichen Laufzeiten.

Für die Budgetplanung 2026/2027 solltet ihr daher nicht mehr mit den üblichen 5 %, sondern eher mit 15–33 % Puffer rechnen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Fazit: Lizenzmanagement

Die Zeiten, in denen man Lizenzen einmal kaufte und den Preis für 10 Jahre vergaß, sind vorbei. Die Kosten pro User steigen, aber auch der Funktionsumfang (Security, AI) wächst.

Unsere Tipps für das Jahr 2026:

  1. NCE-Laufzeiten prüfen: Wenn Verträge vor dem 01.07.2026 verlängert werden, sichert ihr euch den „alten“ Preis für weitere 12 Monate (Price Protection).
  2. Aufräumen: Zahlt das Unternehmen noch für User, die längst weg sind? Regelmäßige Audits der aktiven Nutzerkonten sind Pflicht.
  3. Downgrade-Optionen: Braucht wirklich jeder User eine E3? Oft reicht für „Frontline Worker“ ein F3-Plan (Hinweis: Web-Apps only) oder der Wechsel auf Business Standard.

Vergleichsseite M365 Pläne (Microsoft Docs)https://learn.microsoft.com/de-de/office365/servicedescriptions/office-365-platform-service-description/office-365-plan-options
PhinIT.DE Artikelhttps://phinit.de/2025/12/06/microsoft-365-preiserhoehung-ab-juli-2026-deutlich-teurer/

This post is also available in: Deutsch English

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*