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In diesem Artikel erfährst Du, wie Du mit dem Office-Bereitstellungstool (ODT) von Microsoft 365 Apps effizient, flexibel und individuell auf den Rechnern in Deiner Organisation installierst, konfigurierst und verwaltest – egal, ob es um Mehrsprachigkeit, gezielte Update-Kanäle oder die Nutzung in Mehrbenutzerumgebungen wie Terminalservern geht.

Einführung | Office-Bereitstellungstool?

Das Office-Bereitstellungstool wurde für Administratoren entwickelt, um den oft unübersichtlichen Installationsprozess von Microsoft 365 Apps zu vereinfachen und individuell anzupassen. Anstatt auf den standardmäßigen Click-to-Run-Installer oder den Microsoft Store zurückzugreifen, kannst Du mit dem ODT genau festlegen:

  • Welche Office-Komponenten installiert werden: Entscheide präzise, ob z. B. Excel, Outlook oder PowerPoint auf den Zielrechnern erscheinen sollen – und welche Applikationen, wie Publisher, OneNote oder Access, bewusst ausgeschlossen bleiben.
  • Offline-Installation: Lade die kompletten Office-Installationsdateien einmal herunter und verteile sie über das lokale Netzwerk oder einen USB-Stick, um auch Rechner ohne direkte Internetanbindung zu bedienen.
  • Zentrale Update-Verwaltung: Steuere, wann und wie oft Deine Anwender Updates erhalten. Du kannst beispielsweise den „Current Channel“ für die neuesten Features oder den „Semi-Annual Enterprise Channel“ für mehr Stabilität und Vorhersagbarkeit wählen.
  • Mehrsprachige Installationen: Füge in einer einzigen Installation mehrere Sprachpakete ein, sodass Anwender in unterschiedlichen Regionen stets in ihrer bevorzugten Sprache arbeiten können.
  • Shared Computer Activation (SCA): Ermögliche in Mehrbenutzerumgebungen wie Terminalservern oder Citrix, dass mehrere Nutzer dieselbe Office-Installation verwenden, ohne dass jede Sitzung separat lizenziert werden muss.

Kurz gesagt: Mit dem ODT behältst Du die volle Kontrolle über den Office-Installationsprozess – von der Auswahl der Anwendungen über das Einspielen von Updates bis hin zur Anpassung für spezielle Umgebungen.

Download und Installation

Das ODT herunterladen

Der erste Schritt ist der Download des Tools. Du lädst das Office-Bereitstellungstool direkt von der offiziellen Microsoft Download-Seite herunter. Speichere die ausführbare Datei (üblicherweise „officedeploymenttool.exe“) in einem für Dich geeigneten Verzeichnis, beispielsweise C:\ODT.

Office-Bereitstellungstool

Extraktion der Dateien

Führe die heruntergeladene Datei aus. Dabei wirst Du aufgefordert, ein Zielverzeichnis auszuwählen – etwa C:\ODT. Nach der Extraktion findest Du folgende zwei Dateien:

  • setup.exe: Das Programm, das sowohl den Download als auch die Installation steuert.
  • configuration-Office365-x64 Beispielkonfigurationsdatei, die Dir als Vorlage für Deine individuellen Einstellungen dient.

Diese Dateien sind klein, flexibel und lassen sich problemlos auf weitere Rechner kopieren oder in Deinem Netzwerk verteilen.



Konfiguration der configuration*.xml

Die configuration-Office365-x64 ist das Herzstück der ODT-Bereitstellung. Hier definierst Du alle Optionen – von der Architektur (32-Bit oder 64-Bit) über den Update-Kanal bis hin zu Sprachpaketen und Anwendungsauswahlen. Die .xml Datei lässt sich auch über die Microsoft Seite „Office-Anpassungstool“ erstellen.

Aufbau einer Konfigurationsdatei

Ein einfaches Beispiel könnte folgendermaßen aussehen:

<Configuration>
<Add OfficeClientEdition="64" Channel="Current">
<Product ID="O365ProPlusRetail">
<Language ID="de-de"/>
<ExcludeApp ID="OneNote"/>
<ExcludeApp ID="Access"/>
</Product>
</Add>
<Updates Enabled="TRUE" Channel="Current"/>
<Display Level="None" AcceptEULA="TRUE"/>
<Logging Level="Standard" Path="C:\ODT\Logs"/>
</Configuration>

Erklärung der wichtigsten Parameter:

  • OfficeClientEdition=“64″ und Channel=“Current“
    Du bestimmst, dass die 64-Bit-Version aus dem aktuellen Update-Kanal installiert werden soll.
  • Product ID=“O365ProPlusRetail“
    Dies ist die Kennung für Microsoft 365 Apps for Enterprise. Je nach Lizenz und gewünschter Version können auch andere IDs wie „VisioProRetail“ oder „ProjectProRetail“ genutzt werden.
  • Language ID=“de-de“
    Hier legst Du Deutsch als Installation-Sprache fest. Möchtest Du mehrere Sprachen installieren, fügst Du weitere <Language>-Einträge hinzu.
  • ExcludeApp
    Mit diesen Parametern schließt Du gezielt Anwendungen aus – in diesem Beispiel OneNote und Access.
  • Updates
    Mit <Updates Enabled="TRUE" Channel="Current"/> aktivierst Du automatische Updates aus dem gewählten Kanal.
  • Display
    Die Option <Display Level="None" AcceptEULA="TRUE"/> sorgt dafür, dass die Installation ohne Benutzereingriff erfolgt.
  • Logging
    Hier definierst Du, wo Protokolldateien abgelegt werden sollen – hilfreich für Fehlerdiagnosen.

Du kannst die Konfigurationsdatei weiter anpassen, beispielsweise um einen bestimmten Update-Kanal (z. B. Semi-Annual Enterprise Channel) oder Optionen wie automatische Aktivierung (über <Property Name="AUTOACTIVATE" Value="1"/>) einzubinden.


configuration-Office365-x64

Herunterladen der Office-Installationsdateien

Bevor Du Office installierst, musst Du die nötigen Installationsdateien herunterladen. Dies geschieht über die Eingabeaufforderung:

  1. CMD oder PowerShell als Administrator öffnen
  2. Wechsle in das ODT-Verzeichnis: Beispiel: cd C:\ODT
  3. Download-Befehl ausführen: setup.exe /download configuration-Office365-x64.xml

Dieser Befehl lädt alle benötigten Office-Installationsdateien aus dem Internet in das Verzeichnis C:\ODT herunter. Sollten bereits Dateien vorhanden sein, lädt das ODT nur die fehlenden oder aktualisierten Komponenten herunter – ein Vorteil, wenn Du Mehrsprachpakete oder Update-Änderungen implementierst.


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Office-Installation mit dem ODT

Nach erfolgreichem Download startest Du die Installation:

  1. CMD erneut öffnen: Stelle sicher, dass Du über Administratorrechte verfügst.
  2. In das ODT-Verzeichnis wechseln: Beispiel: cd C:\ODT
  3. Installationsbefehl ausführen: setup.exe /configure configuration-Office365-x64.xml

Dieser Befehl veranlasst die Installation gemäß den Vorgaben in Deiner configuration-Office365-x64.xml. Da der Display-Level auf „None“ gesetzt ist, läuft die Installation still im Hintergrund, ohne dass Du eingreifen musst.

Praktischer Hinweis:
Für großflächige Rollouts kannst Du die heruntergeladenen Dateien auch auf einen zentralen Netzwerkshare legen. Achte dabei darauf, dass alle Zielrechner die entsprechenden Leseberechtigungen haben.

Updates und Deinstallation

Updates steuern

Office 365 Apps sucht standardmäßig im gewählten Update-Kanal nach neuen Versionen. Möchtest Du diesen Prozess manuell steuern, kannst Du die configuration-Office365-x64.xml anpassen. Zum Beispiel:

<Configuration>
<Updates Enabled="TRUE" Channel="SemiAnnual"/>
</Configuration>

Anschließend führst Du den Befehl aus:

setup.exe /configure configuration-Office365-x64.xml

So stellst Du sicher, dass Deine Office-Installationen künftig nur noch den Semi-Annual Enterprise Channel nutzen.

Office deinstallieren

Falls eine Neuinstallation notwendig ist – beispielsweise bei Fehlern oder für einen Wechsel der Office-Version – erstellst Du eine neue configuration-Office365-x64.xml für die Deinstallation:

<Configuration>
<Remove>
<Product ID="O365ProPlusRetail"/>
</Remove>
<Display Level="None" AcceptEULA="TRUE"/>
</Configuration>

Dann führst Du folgenden Befehl aus:

setup.exe /configure configuration-Office365-x64.xml

Dies entfernt Office vollständig von Deinem System, sodass Du anschließend eine frische Installation vornehmen kannst.

Shared Computer Activation (SCA)

In Mehrbenutzerumgebungen wie Terminalservern oder Citrix-Umgebungen ist die Shared Computer Activation (SCA) unerlässlich. Mit dieser Funktion wird sichergestellt, dass mehrere Nutzer dieselbe Office-Installation verwenden können, ohne dass für jede Sitzung eine separate Lizenz benötigt wird.

Um SCA zu aktivieren, fügst Du in Deiner configuration.xml den folgenden Eintrag ein:

<Property Name="SharedComputerLicensing" Value="1"/>

Damit wird bei jeder Benutzeranmeldung automatisch überprüft, ob eine gültige Lizenz vorliegt. Praktisch ist diese Methode, wenn mehrere Anwender gleichzeitig über Remote Desktop auf denselben Rechner zugreifen.

Tipps für SCA:

  • Stelle sicher, dass der Dienst „Microsoft Office Click-to-Run“ auf Deinem Terminalserver fehlerfrei läuft.
  • Prüfe, ob die entsprechenden Lizenzen in Deinem Microsoft 365-Mandanten korrekt zugeordnet sind.
  • In Umgebungen mit Roaming-Profilen kann es hilfreich sein, temporäre Aktivierungsdateien regelmäßig zu bereinigen.

Best Practices und häufige Stolperfallen

Hier einige zusätzliche Tipps, die Dir den Umgang mit dem ODT erleichtern:

  • Version-Pinning:
    Falls Du aus Kompatibilitätsgründen eine bestimmte Office-Version beibehalten möchtest, kannst Du das Attribut Version in der <Add>-Zeile angeben (z. B. Version="16.0.15330.20306" oder Version="MatchInstalled").
  • Netzwerkbandbreite optimieren:
    Bei großflächigen Rollouts empfiehlt es sich, die Office-Installationsdateien zentral auf einem Fileserver oder mittels DFS (Distributed File System) bereitzustellen, um die Netzwerkauslastung zu minimieren.
  • Kombination mit Gruppenrichtlinien:
    Nutze zusätzliche Gruppenrichtlinien, um etwa Sicherheitsoptionen (z. B. Makrosicherheit) oder Anwendungseinstellungen zentral zu steuern, während das ODT die Installation und Updates übernimmt.
  • Mehrsprachigkeit managen:
    Bedenke, dass jeder zusätzliche <Language>-Eintrag die Downloadgröße erhöht. Prüfe daher, welche Sprachpakete wirklich notwendig sind, oder verwende das Attribut AllowCdnFallback, damit fehlende Sprachpakete automatisch aus dem CDN bezogen werden können.
  • Anpassung von Anwendungseinstellungen:
    Neben der reinen Installation kannst Du auch mit dem <AppSettings>-Element spezifische Einstellungen für Office-Anwendungen konfigurieren (z. B. Standard-Dateispeicherorte, VBA-Makrowarnungen etc.). Dies ermöglicht Dir eine noch feinere Abstimmung auf die Bedürfnisse der Endanwender.
  • Integration in bestehende Prozesse:
    In größeren Unternehmen empfiehlt es sich, das ODT in bestehende Softwareverteilungslösungen wie Microsoft Configuration Manager oder Microsoft Intune zu integrieren. So stellst Du sicher, dass Office automatisch und konsistent auf allen Endgeräten bereitgestellt wird.

Fazit

Mit dem Office-Bereitstellungstool behältst Du die volle Kontrolle über die Installation und Verwaltung von Microsoft 365 Apps. Du kannst exakt festlegen, welche Office-Komponenten auf den Rechnern Deiner Organisation installiert werden, wie Updates erfolgen und wie Mehrsprachigkeit gehandhabt wird. Zudem ermöglicht Dir die Integration von Shared Computer Activation, Office in komplexen Mehrbenutzerumgebungen wie Terminalservern oder Citrix optimal zu nutzen.

Kurz zusammengefasst:

  • Lade das ODT herunter und entpacke es in ein geeignetes Verzeichnis.
  • Erstelle oder passe Deine configuration.xml an, um Version, Sprachpakete, Update-Kanäle und auszuschließende Anwendungen festzulegen.
  • Lade mit dem Befehl /download alle nötigen Office-Installationsdateien herunter.
  • Installiere Office mittels /configure auf den Zielrechnern.
  • Steuere Updates und Deinstallationen ebenfalls über das ODT.
  • Aktiviere in Mehrbenutzerumgebungen Shared Computer Activation, um Lizenzen effizient zu verteilen.

Wenn Du diese Schritte befolgst und regelmäßig Deine Konfigurationen aktualisierst, profitierst Du von einer effizienten, sicheren und flexiblen Office-Bereitstellung, die den Anforderungen moderner Unternehmen gerecht wird.

Viel Erfolg bei Deinen Office-Rollouts – und zögere nicht, Deine Methoden und Konfigurationen weiter zu optimieren, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben!

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