Azure Database for MySQL

Allgemeine Infos

Azure Database for MySQL Flexible Server betreibt die MySQL Community Edition als verwalteten Dienst. Er eignet sich für Webanwendungen, Shopsysteme und CMS wie WordPress, Magento oder TYPO3, die eine MySQL-Datenbank voraussetzen.

Die ältere Bereitstellungsoption Single Server hat Microsoft am 16. September 2024 eingestellt. Unterstützt werden auf Flexible Server die Versionen 5.7, 8.0 und 8.4. Wer noch 5.7 betreibt, sollte das Upgrade planen, weil die Community-Version 5.7 bereits ihr Lebensende erreicht hat.

Abgrenzung: MySQL auf einer eigenen VM oder in einem Container gibt volle Kontrolle, verlangt aber Patching, Backups und Hochverfügbarkeit in Eigenregie.

Funktionsweise & Details

Ein Flexible Server läuft in den Compute-Tarifen Burstable, General Purpose und Memory Optimized.

  1. Netzwerk: öffentlicher Zugriff mit Firewallregeln oder privater Zugriff per VNet-Integration bzw. Private Endpoint.
  2. Hochverfügbarkeit: Standby in derselben Zone (in allen Regionen) oder zonenredundant in einer anderen Zone (nur in Regionen mit Verfügbarkeitszonen).
  3. Automatische Backups mit Point-in-Time-Restore, optional georedundant, Lesereplikate für Lastverteilung.
  4. Wartungsfenster sind wählbar, Serverparameter anpassbar.
  5. Stop/Start beendet die Compute-Abrechnung, ein gestoppter Server startet nach 30 Tagen automatisch wieder.

Für Migrationen stehen Azure Database Migration Service und Import-Funktionen bereit, Authentifizierung per MySQL-Benutzer oder Entra ID.

Vorteile & Nutzen

  • Weniger Betriebsaufwand: Updates, Backups und Failover laufen automatisch.
  • Kompatibel: Die Community Edition unterstützt gängige Anwendungen und Werkzeuge ohne Anpassung.
  • Kosten steuerbar: Burstable-Tarif, Stop/Start und Reservierungen passen Kosten an die Nutzung an.
  • Hohe Verfügbarkeit: Zonenredundante HA schützt Shops und Portale vor Zonenausfällen.

Praxisbeispiel

Eine Agentur aus Stuttgart betreut für einen Möbelhändler einen Magento-Shop mit rund 20.000 Artikeln. Die MySQL-Datenbank lief bisher auf einer gemeinsam genutzten VM mit dem Webserver. Die Agentur migriert sie auf Flexible Server General Purpose mit zonenredundanter HA und privatem Zugriff aus dem App-Service-VNet. Nach dem Umzug sind Datenbank-Backups automatisiert, und Updates des Webservers betreffen die Datenbank nicht mehr.

Worauf sollte man achten?

  • Single Server gibt es nicht mehr, alte Anleitungen und Terraform-Module darauf prüfen und ersetzen.
  • Plane den Umstieg von MySQL 5.7 auf 8.0 oder 8.4 mit Tests, weil sich Standardwerte und reservierte Wörter geändert haben.
  • Bevorzuge privaten Netzwerkzugriff, die Entscheidung triffst Du beim Anlegen des Servers.
  • Beachte Verbindungslimits je Tarif und nutze Connection Pooling in der Anwendung.
  • Teste die Wiederherstellung per Point-in-Time-Restore regelmäßig, statt Dich nur auf die Backup-Funktion zu verlassen.

Lizenz & Verfügbarkeit

Abrechnung nach Compute-Tarif und vCores, Speicher, zusätzlichen IOPS und Backup-Speicher über dem Inklusivumfang. Reservierungen senken Compute-Kosten. Single Server ist seit 16. September 2024 eingestellt. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Flexible Server ist die aktuelle Wahl für MySQL in Azure. Plane Netzwerk, HA und das Versionsupgrade auf 8.x von Anfang an.