Azure
Azure Functions
Allgemeine Infos
Azure Functions führt kleine Codeeinheiten (Funktionen) aus, sobald ein Ereignis eintritt. Trigger sind etwa HTTP-Anfragen, Zeitpläne, neue Blobs, Queue- oder Service-Bus-Nachrichten und Event-Grid-Ereignisse. Bindings lesen und schreiben Daten in Storage, Cosmos DB oder Service Bus, ohne dass Du dafür Verbindungscode schreibst. Unterstützt werden unter anderem C#, JavaScript/TypeScript, Python, Java und PowerShell.
Hosting-Pläne: Flex Consumption ist laut Microsoft der empfohlene serverlose Plan für neue Apps, mit schneller Skalierung bis 1.000 Instanzen, VNet-Integration und Abrechnung nach Nutzung, nur unter Linux. Premium hält Instanzen warm und vermeidet Kaltstarts. Dedicated läuft in einem App-Service-Plan. Container Apps hostet Functions als Container. Der klassische Consumption-Plan gilt als Legacy.
Retirements: Linux Consumption wird am 30. September 2028 eingestellt und erhält keine neuen Funktionen oder Sprachversionen mehr. Linux-Apps mit der Runtime v3 im Consumption-Plan laufen nach dem 30. September 2026 nicht mehr. Windows Consumption ist laut Microsoft derzeit nicht betroffen. Abgrenzung: Logic Apps orchestriert Workflows mit Konnektoren per Designer, Functions ist Code.
Funktionsweise & Details
Aufbau einer Function App:
- Die Function App ist die Bereitstellungseinheit und gehört zu einem Hosting-Plan, dazu ein Storage Account für Runtime-Daten.
- Jede Funktion hat genau einen Trigger und beliebig viele Ein- und Ausgabebindungen.
- Die Skalierung übernimmt der Plan: Flex Consumption und Consumption skalieren nach Ereignislast, Premium mit vorgewärmten Instanzen, Dedicated nach Regeln des App-Service-Plans.
- Durable Functions bilden zustandsbehaftete Abläufe wie Verkettung, Fan-out und Warten auf Genehmigungen ab.
- Managed Identity sichert Zugriffe auf Key Vault, Storage und Datenbanken, Application Insights liefert Telemetrie.
Laufzeitgrenzen: Im Consumption-Plan standardmäßig 5, maximal 10 Minuten. In Flex Consumption, Premium und Dedicated standardmäßig 30 Minuten und ohne feste Obergrenze. HTTP-ausgelöste Funktionen müssen unabhängig vom Plan innerhalb von 230 Sekunden antworten. VNet-Integration und Private Endpoints bieten Flex Consumption, Premium und Dedicated, nicht aber Consumption.
Vorteile & Nutzen
- Abrechnung nach tatsächlicher Ausführung bei Flex Consumption, was seltene oder schwankende Aufgaben günstig macht.
- Kein Server- und Runtime-Betrieb, weil die Plattform Skalierung und Patching übernimmt.
- Viele Trigger und Bindings verkürzen die Entwicklung von Integrationen deutlich.
- Flex Consumption verbindet serverlose Abrechnung mit VNet-Zugriff auf private Ressourcen.
- PowerShell-Unterstützung macht Functions auch für Admin-Automatisierung nutzbar, etwa für Graph-Abfragen.
Praxisbeispiel
Ein Hersteller von Förderanlagen mit 450 Mitarbeitenden empfängt täglich Hunderte Lieferavise als XML-Dateien von Zulieferern. Bisher holte ein Skript auf einer VM die Dateien ab und schrieb sie ins ERP. Die IT baut eine Function App im Flex-Consumption-Plan mit Blob-Trigger: Jede neue Datei wird validiert, in JSON umgewandelt und per VNet-Integration an die ERP-Schnittstelle übergeben, Fehler landen in einer Queue zur Nachbearbeitung. Die VM entfällt, Kosten fallen nur bei eingehenden Dateien an.
Worauf sollte man achten?
- Migriere Apps im Linux-Consumption-Plan auf Flex Consumption vor dem 30. September 2028 und Linux-Apps mit Runtime v3 sofort auf v4.
- Wähle den Plan nach Anforderung: Consumption hat Kaltstarts und kein VNet, Premium kostet auch ohne Last.
- Halte Funktionen kurz und idempotent, da Trigger bei Fehlern wiederholt ausgelöst werden können.
- Lange Verarbeitung gehört in Durable Functions oder asynchrone Muster, weil HTTP-Antworten nach 230 Sekunden abbrechen.
- Speichere Secrets in Key Vault und greife per Managed Identity zu, statt Verbindungszeichenfolgen in den App-Einstellungen.
Lizenz & Verfügbarkeit
Abrechnung über das Azure-Abonnement je nach Plan: Flex Consumption und Consumption nach Ausführungen und Ressourcenverbrauch (GB-Sekunden) mit monatlichem Freikontingent, Flex Consumption optional mit dauerhaft bereitgestellten Instanzen, Premium nach vorgehaltenen Instanzen, Dedicated nach App-Service-Plan. Linux Consumption: Retirement am 30. September 2028, Linux-Runtime v3 im Consumption-Plan läuft nur bis 30. September 2026. Stand: Oktober 2026.
Fazit
Azure Functions ist die erste Wahl für ereignisgesteuerte Aufgaben und Integrationen in Azure. Setze für neue Apps auf Flex Consumption und plane die Migration bestehender Linux-Consumption-Apps rechtzeitig.
Weiterführende Links
Verwandte Artikel
Microsoft 365
Jetzt umsteigen | Ende - AZURE AD Graph
Microsoft 365
Azure Services | Dein ultimativer Überblick
Microsoft Entra ID
Multi-Tenant Apps: Zugriff einschränken
Microsoft