Azure
Azure Managed Redis
Allgemeine Infos
Azure Managed Redis stellt einen Redis-kompatiblen In-Memory-Datenspeicher bereit, den Microsoft auf Basis der Software Redis Enterprise betreibt, aktuell mit Redis 7.4. Anwendungen nutzen ihn als Cache vor Datenbanken, als Sitzungsspeicher, für Ranglisten, Warteschlangen und Deduplizierung per Bloom-Filter sowie mit RediSearch für Vektorsuche in KI-Anwendungen.
Abgrenzung: Azure Cache for Redis ist der Vorgänger auf Basis von Community-Redis, bei dem jeder Knoten nur einen Redis-Prozess ausführt. Microsoft stellt ihn ein: Enterprise und Enterprise Flash enden am 31. März 2027, Basic, Standard und Premium am 30. September 2028. Microsoft empfiehlt, bestehende Caches jetzt zu migrieren und nicht bis zur Frist zu warten.
Vier Tarife unterscheiden sich im Verhältnis von Arbeitsspeicher zu vCPU: Memory Optimized (8:1), Balanced (4:1), Compute Optimized (2:1, für maximalen Durchsatz) und Flash Optimized, das selten genutzte Werte aus dem RAM auf NVMe-Speicher auslagert. In-Memory-Größen über 350 GB sowie die Flash-Größen A2000 und A4500 sind noch Preview.
Funktionsweise & Details
Azure Managed Redis nutzt die Architektur von Redis Enterprise:
- Jeder Knoten führt mehrere Redis-Prozesse (Shards) parallel aus, ein Proxy pro Knoten verwaltet Shards, Verbindungen und Selbstheilung. Etwa 20 Prozent des Speichers bleiben als Puffer reserviert.
- Mit aktivierter Hochverfügbarkeit verteilen sich primäre und Replikat-Shards auf mindestens zwei Knoten, in Regionen mit Verfügbarkeitszonen standardmäßig zonenübergreifend.
- Die Clustering-Richtlinie legt das Verbindungsmodell fest: OSS nutzt die Redis-Cluster-API mit Erstverbindung über Port 10000 und direkten Shard-Verbindungen im Portbereich 85xx. Enterprise bietet einen einzelnen Endpunkt über den Proxy und ist Voraussetzung für RediSearch. Non-clustered gibt es nur bis 25 GB.
- Module erweitern die Datentypen: RedisJSON in allen Tarifen, RediSearch mit Vektorsuche, RedisBloom und RedisTimeSeries in den In-Memory-Tarifen.
- Netzwerkisolation läuft über Private Link, die Anmeldung optional über Microsoft Entra ID, Persistenz schreibt eine Kopie der Daten auf Datenträger. Aktive Georeplikation verbindet Instanzen in mehreren Regionen, außer bei Flash Optimized und den SKUs B0 und B1.
Vorteile & Nutzen
- Mehr Leistung pro Knoten: Mehrere Shards pro VM nutzen alle vCPUs, während Community-Redis auf einen Thread beschränkt ist.
- Funktionen in allen In-Memory-Tarifen: JSON, Suche, Vektorsuche und aktive Georeplikation gab es beim Vorgänger nur in den Enterprise-Tarifen.
- Tarif passend zur Last: Das Verhältnis von Speicher zu vCPU wählst Du nach Datenmenge oder Durchsatzbedarf, Flash Optimized hält große Datenbestände, ohne alles im RAM vorzuhalten.
- Sichere Anbindung: Private Link und Entra-ID-Anmeldung ersetzen öffentliche Endpunkte und statische Zugriffsschlüssel.
- Weniger Nebenkosten: Gebühren für die IP-Adresse und für den Datenverkehr der aktiven Georeplikation reicht Microsoft derzeit nicht an Kunden weiter.
Praxisbeispiel
Ein Hersteller von Industriepumpen mit 600 Mitarbeitenden betreibt ein Serviceportal, in dem Techniker Handbücher durchsuchen. Für die neue KI-Suche speichert das Entwicklungsteam Embeddings der Handbuchabschnitte in Azure Managed Redis im Tarif Balanced mit der Clustering-Richtlinie Enterprise, weil RediSearch sie voraussetzt. Dieselbe Instanz dient als Sitzungsspeicher des Portals und löst den bisherigen Premium-Cache in Azure Cache for Redis ab. Der Zugriff läuft über einen Private Endpoint und Microsoft Entra ID mit der Managed Identity der Web-App.
Worauf sollte man achten?
- Lege neue Caches nur noch auf Azure Managed Redis an und migriere Enterprise-Caches des Vorgängers zuerst, weil sie schon am 31. März 2027 enden.
- Betreibe Instanzen ohne Hochverfügbarkeit nur für Entwicklung und Test, sie haben keine Replikation und keine SLA. HA lässt sich nachträglich ein-, aber nicht ausschalten.
- Wähle die Clustering-Richtlinie vor dem Anlegen: RediSearch braucht Enterprise, OSS verlangt Clients mit Unterstützung der Redis-Cluster-API. Die Ports im Bereich 85xx ändern sich, hinterlege sie nie fest im Code.
- Dimensioniere mit Reserve, weil ein Herunterskalieren derzeit nicht unterstützt wird.
- Flash Optimized erhöht nicht die Datensicherheit. Für die Wiederherstellung nach Ausfällen aktivierst Du Persistenz.
Lizenz & Verfügbarkeit
Keine Lizenz, Abrechnung über das Azure-Abonnement nach Tarif und SKU. Instanzen ohne Hochverfügbarkeit sind günstiger, haben aber keine SLA. Kosten für IP-Adressen und für den Datenverkehr der aktiven Georeplikation berechnet Microsoft derzeit nicht weiter. Größen über 350 GB sowie Flash A2000 und A4500 sind Preview. Der Vorgänger Azure Cache for Redis endet am 31. März 2027 (Enterprise, Enterprise Flash) und am 30. September 2028 (Basic, Standard, Premium). Stand: Oktober 2026.
Fazit
Azure Managed Redis ist der Standard für neue Redis-Workloads in Azure und das Migrationsziel für alle Caches des Vorgängers. Teste vor dem Umzug Clientbibliothek und Clustering-Richtlinie, weil sich Hostname, Port und Verbindungsverhalten ändern.
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