Azure
Azure Synapse Analytics
Allgemeine Infos
Azure Synapse Analytics ist ein PaaS-Analysedienst, der aus Azure SQL Data Warehouse hervorging. Er bündelt dedizierte SQL-Pools (klassisches MPP-Data-Warehouse), serverlose SQL-Pools für Abfragen direkt auf Dateien im Data Lake, Apache-Spark-Pools und Pipelines, die auf derselben Engine wie Azure Data Factory laufen, in einem gemeinsamen Workspace mit Synapse Studio.
Microsoft hat für Synapse kein Retirement-Datum angekündigt, bestehende Lösungen laufen weiter. Die Weiterentwicklung findet aber sichtbar in Microsoft Fabric statt: Fabric Data Warehouse, Lakehouse und Data Factory decken dieselben Aufgaben als SaaS ab, und Microsoft bietet mit dem Fabric Migration Assistant for Data Warehouse eine automatisierte Migration aus dedizierten SQL-Pools an.
Abgrenzung: Azure Databricks ist eine Spark-zentrierte Lakehouse-Plattform eines Partners, Fabric Microsofts integrierte SaaS-Plattform mit OneLake und Power BI. Data-Explorer-Pools in Synapse sind nur als Preview gekennzeichnet.
Funktionsweise & Details
Ein Synapse-Workspace ist an ein Data-Lake-Storage-Gen2-Konto gebunden.
- Dedizierte SQL-Pools speichern Daten verteilt auf 60 Distributionen, Leistung wird in Data Warehouse Units (DWU) gebucht, Pools lassen sich pausieren.
- Der serverlose SQL-Pool ist immer verfügbar und fragt Parquet-, CSV- oder Delta-Dateien per T-SQL ab, abgerechnet nach verarbeiteter Datenmenge.
- Spark-Pools starten bei Bedarf und skalieren automatisch, für Notebooks und Datenaufbereitung.
- Pipelines orchestrieren Kopier- und Transformationsschritte wie in ADF.
- Synapse Link spiegelt operative Daten etwa aus Cosmos DB ohne ETL in den analytischen Speicher.
Sicherheit über Entra ID, Managed VNet, Private Endpoints und Rollen auf Workspace- und Datenebene.
Vorteile & Nutzen
- Ein Workspace für mehrere Aufgaben: SQL, Spark und Pipelines teilen sich Speicher, Sicherheit und Oberfläche.
- Serverlose Abfragen: Rohdaten im Data Lake lassen sich ohne Laden per SQL auswerten.
- Pausierbare Kapazität: Dedizierte Pools kosten im pausierten Zustand nur Speicher.
- Bewährt im Bestand: Viele Data Warehouses laufen stabil, eine Migration lässt sich ohne Zeitdruck planen.
Praxisbeispiel
Ein Pharmagroßhändler betreibt seit 2020 sein Data Warehouse in einem dedizierten Synapse-SQL-Pool, der nachts geladen und tagsüber von Power BI abgefragt wird. Um Kosten zu senken, pausiert die IT den Pool am Wochenende und verlagert Ad-hoc-Analysen auf den serverlosen SQL-Pool. Parallel bewertet das BI-Team mit dem Fabric Migration Assistant, welche Objekte sich nach Fabric Data Warehouse übertragen lassen, und startet mit einem neuen Fachbereich direkt in Fabric.
Worauf sollte man achten?
- Starte neue Analytics-Vorhaben bevorzugt in Microsoft Fabric und plane für Bestandssysteme eine Migration ohne Zeitdruck.
- Pausiere dedizierte SQL-Pools außerhalb der Nutzungszeiten, sie kosten sonst rund um die Uhr Compute.
- Wähle Verteilungsschlüssel (Hash, Round Robin, Replicate) sorgfältig, weil Datenbewegungen zwischen Distributionen Abfragen stark verlangsamen.
- Begrenze serverlose Abfragen über Kostenkontrollen, da die Abrechnung nach gescannter Datenmenge erfolgt.
- Sichere den Workspace mit Managed VNet, Private Endpoints und Entra-Authentifizierung ab.
Lizenz & Verfügbarkeit
Verbrauchsabrechnung je Komponente: dedizierte SQL-Pools nach DWU-Stunden (Reservierungen möglich), serverloser SQL-Pool nach verarbeiteten TB, Spark-Pools nach vCore-Stunden, Pipelines wie ADF, dazu Speicher. Ein Retirement ist nicht angekündigt, Microsoft Fabric ist die strategische Plattform für neue Projekte und wird über Fabric-Kapazitäten (F-SKUs) lizenziert. Stand: Oktober 2026.
Fazit
Synapse bleibt für bestehende Data Warehouses einsetzbar. Für neue Projekte ist Microsoft Fabric die naheliegende Wahl, für Bestandssysteme plane eine Migration ohne Zeitdruck.
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