Azure Workbooks

Allgemeine Infos

Azure Workbooks sind eine Berichtsfläche im Azure-Portal. Ein Workbook kombiniert erklärenden Text, KQL-Abfragen auf Log-Analytics-Workspaces, Metriken, Azure-Resource-Graph-Abfragen und weitere Datenquellen. Parameter wie Zeitraum, Abonnement oder Ressourcengruppe machen den Bericht interaktiv.

Die Galerie enthält öffentliche Vorlagen von Microsoft, etwa für VM-Insights, Netzwerk, Entra-Anmeldungen, Azure Firewall oder Backup. Viele Azure-Dienste liefern ihre Insights-Ansichten selbst als Workbooks aus. Microsoft Sentinel nutzt Workbooks für Sicherheitsübersichten.

Abgrenzung: Azure-Dashboards im Portal heften einzelne Kacheln an und eignen sich für die schnelle Übersicht. Grafana-Dashboards sind im Portal für Prometheus- und Metrikdaten verfügbar. Workbooks sind die Wahl für erklärende, interaktive Berichte und freie Analysen. Power BI bietet umfangreichere Berichte für Fachbereiche außerhalb des Portals.

Funktionsweise & Details

Aufbau eines Workbooks:

  1. Im Portal unter Monitor, Workbooks oder direkt aus einem Log-Analytics-Workspace startest Du mit einer leeren Vorlage oder einer Galerievorlage.
  2. Parameter-Schritte definieren Auswahlfelder, etwa Zeitraum, Abonnements oder Computer.
  3. Abfrage-Schritte rufen Logs per KQL, Metriken, Resource Graph oder Azure-Ressourcendaten ab und nutzen die Parameter.
  4. Jeder Schritt wählt eine Visualisierung wie Tabelle, Diagramm, Kachel, Karte oder Grid mit Bedingungsformatierung.
  5. Gespeichert wird das Workbook als Azure-Ressource in einer Ressourcengruppe. Geteilte Workbooks erfordern die Berechtigung microsoft.insights/workbooks/write, etwa über die Rolle Monitoring Contributor oder eine eigene Rolle.

Leser sehen nur Daten, auf die sie selbst Zugriff haben. Workbooks lassen sich als ARM- oder Bicep-Vorlage exportieren und versioniert bereitstellen.

Vorteile & Nutzen

  • Berichte entstehen ohne zusätzliches Werkzeug direkt dort, wo die Daten liegen.
  • Vorlagen von Microsoft decken häufige Szenarien ab und lassen sich anpassen, statt bei null zu beginnen.
  • Parameter machen einen Bericht für viele Abonnements, Standorte oder Zeiträume nutzbar.
  • Die Rechte der Leser auf die Datenquellen gelten weiter, sodass keine Daten ungewollt sichtbar werden.

Praxisbeispiel

Ein IT-Dienstleister mit 50 Mitarbeitenden betreut die Azure-Umgebungen von zwölf mittelständischen Kunden über Azure Lighthouse. Für das monatliche Reporting kopierte das Team bisher Werte aus mehreren Portalansichten in eine Excel-Datei. Es baut ein Workbook mit Parametern für Kunde und Monat, das Backup-Status, VM-Auslastung, Firewall-Sperren und offene Advisor-Empfehlungen zusammenfasst. Der Bericht entsteht jetzt in Minuten und wird per Bicep in jede Kundenumgebung ausgerollt.

Worauf sollte man achten?

  • Halte Abfragen effizient und begrenze Zeiträume per Parameter, weil langsame Abfragen auf großen Tabellen den Bericht unbrauchbar machen.
  • Prüfe die Rechte der Zielgruppe auf die Datenquellen. Fehlende Leserechte führen zu leeren Kacheln statt zu Fehlermeldungen.
  • Versioniere wichtige Workbooks als Bicep- oder ARM-Vorlage, damit Änderungen nachvollziehbar bleiben.
  • Abfragen auf Basic- oder Auxiliary-Tabellen kosten pro Scan. Verwende für häufig geöffnete Berichte Analytics-Tabellen oder Summary Rules.
  • Lege eine Zuständigkeit pro Workbook fest, sonst veralten Berichte unbemerkt.

Lizenz & Verfügbarkeit

Workbooks selbst sind kostenlos. Kosten entstehen nur durch die abgefragten Datenquellen, etwa Log-Analytics-Abfragen auf Basic- oder Auxiliary-Tabellen oder die zugrunde liegende Datenerfassung. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Workbooks machen Monitoring-Daten für Admins und Verantwortliche lesbar. Starte mit den Microsoft-Vorlagen und versioniere eigene Berichte als Code.