Projektmanagement & ITIL
Configuration Management Database (CMDB)
Allgemeine Infos
Eine Configuration Management Database (CMDB) erfasst Configuration Items (CIs), also Komponenten, die zur Erbringung eines Services verwaltet werden müssen: Server, virtuelle Maschinen, Anwendungen, Datenbanken, Netzwerkgeräte, Verträge oder Services selbst. Entscheidend sind die Beziehungen zwischen CIs, etwa welche Anwendung auf welcher VM läuft und welcher Service davon abhängt.
Die CMDB ist das Werkzeug der ITIL-Practice Service Configuration Management. Sie unterstützt Auswirkungsanalysen bei Changes, die Diagnose bei Incidents und den Nachweis der eingesetzten Systeme gegenüber Prüfern.
Abgrenzung: IT-Inventarisierung erfasst technische Daten automatisch (Discovery). IT Asset Management betrachtet Kosten, Verträge und Lebenszyklus. Die CMDB verbindet beides zu einem Modell von Services und Abhängigkeiten.
Funktionsweise & Details
Eine CMDB entsteht typischerweise in diesen Schritten:
- CI-Typen und Attribute festlegen (z. B. Server mit Name, Betriebssystem, Standort, Verantwortlicher).
- Beziehungstypen definieren (läuft auf, hängt ab von, ist verbunden mit).
- Daten automatisiert befüllen, etwa über Discovery-Tools, Hypervisor-Schnittstellen, Microsoft Intune oder Active Directory, statt alles manuell zu pflegen.
- Föderierte Quellen einbinden: Die Quelle behält die Datenhoheit, die CMDB verweist darauf.
- Datenqualität laufend sichern, indem Changes die CMDB aktualisieren.
Bekannte Werkzeuge sind ServiceNow, Jira Service Management (Assets), i-doit und GLPI.
Vorteile & Nutzen
- Fundierte Auswirkungsanalyse: Vor einem Neustart siehst Du, welche Services betroffen sind.
- Schnellere Diagnose, weil Abhängigkeiten bei einem Ausfall nicht erst rekonstruiert werden müssen.
- Nachweise für ISO/IEC 27001 und NIS2, etwa für das Inventar der Werte und die Zuordnung von Verantwortlichen.
- Bessere Planung von Lebenszyklus und Ersatzbeschaffung durch zentrale Sicht auf Versionen und Standorte.
Praxisbeispiel
Ein mittelständischer Automobilzulieferer mit 120 Servern und mehreren Produktionsanlagen führt i-doit ein. Die IT importiert virtuelle Maschinen aus dem Hypervisor und Clients aus dem Endpoint-Management und modelliert manuell die wichtigsten Abhängigkeiten der Produktions-IT. Bei einem geplanten Storage-Update zeigt die CMDB, dass auch das Maschinendatenerfassungssystem betroffen ist, und der Change wird mit der Produktion abgestimmt.
Worauf sollte man achten?
- Erfasse nur CIs und Attribute, die Du wirklich für Entscheidungen brauchst, eine überladene CMDB veraltet schnell.
- Automatisiere die Befüllung, wo immer möglich, und koppele manuelle Pflege an den Change-Prozess.
- Lege für jede CI-Klasse einen Datenverantwortlichen fest.
- Schütze die CMDB als sensiblen Datenbestand, denn sie zeigt Angreifern auf einen Blick die Struktur Deiner Umgebung.
Fazit
Eine CMDB ist nur so gut wie ihre Datenqualität. Mit klarem Scope, automatischer Befüllung und Kopplung an Change Management wird sie zur verlässlichen Grundlage für Betrieb und Sicherheit.
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