Lizenzierung & Microsoft
Enterprise Mobility + Security (EMS E3 und E5)
Allgemeine Infos
Enterprise Mobility + Security (EMS) ist ein Lizenzpaket für Identität, Geräteverwaltung und Informationsschutz. EMS E3 ist Bestandteil von Microsoft 365 E3, EMS E5 von Microsoft 365 E5. Einzeln gekauft wird EMS vor allem, wenn Office separat lizenziert ist, etwa mit Office 365 E3.
EMS E3 enthält Microsoft Entra ID P1, Microsoft Intune und Purview Information Protection mit manueller Klassifizierung und Verschlüsselung über Azure Rights Management (früher Azure Information Protection P1). Seit dem Update vom 1. Juli 2026 sind Intune Plan 2, Remote Help und Advanced Analytics ohne Aufpreis enthalten.
EMS E5 ergänzt Microsoft Entra ID P2 (risikobasierter Conditional Access, Privileged Identity Management), automatische Klassifizierung in Purview Information Protection (früher AIP P2) inklusive Double Key Encryption, Microsoft Defender for Cloud Apps und Microsoft Defender for Identity.
Veraltete Bestandteile: Das Azure-Information-Protection-Add-in ist eingestellt und durch integrierte Vertraulichkeitsbezeichnungen ersetzt. Advanced Threat Analytics (ATA) wird zwar noch als EMS-Bestandteil geführt, der Mainstream-Support endete am 12. Januar 2021, der erweiterte Support im Januar 2026; Nachfolger ist Defender for Identity.
Funktionsweise & Details
EMS liefert die Bausteine, die in einer Zero-Trust-Architektur zusammenspielen:
- Identität: Entra ID P1 für Conditional Access, SSPR mit Rückschreiben und dynamische Gruppen, bei E5 Entra ID P2 mit ID Protection und PIM.
- Geräte: Intune für Registrierung, Compliance-Richtlinien, App-Schutz und seit 2026 Remote Help sowie Plan-2-Funktionen wie Tunnel for MAM.
- Informationen: Purview Information Protection mit Vertraulichkeitsbezeichnungen, Verschlüsselung über Azure RMS, bei E5 automatische Bezeichnung.
- Bedrohungen (E5): Defender for Identity überwacht Active Directory über Sensoren auf den Domain Controllern, Defender for Cloud Apps kontrolliert Cloud-Apps und Schatten-IT.
Vorteile & Nutzen
- Ein Paket deckt Identität, Geräte und Datenschutz ab, das sonst aus mehreren Einzellizenzen bestehen würde.
- Sinnvoll, wenn Office bereits über Office 365 E3 lizenziert ist und nur Sicherheit und Verwaltung fehlen.
- Durch das Update 2026 enthält EMS E3 Intune-Funktionen, für die bisher Add-ons nötig waren.
- EMS E5 bringt mit Defender for Identity einen direkten Nachfolger für das ausgelaufene ATA.
Praxisbeispiel
Ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitenden hat Office 365 E3 und betreibt noch einen ATA-Server zur Überwachung des Active Directory. Da ATA im Januar 2026 aus dem Support gefallen ist, ergänzt die IT EMS E5, installiert die Defender-for-Identity-Sensoren auf den Domain Controllern und schaltet ATA ab. Gleichzeitig ersetzt sie den alten AIP-Client durch die integrierten Vertraulichkeitsbezeichnungen in Office. Ergebnis: unterstützte Komponenten, zentrale Warnungen im Defender-Portal und einheitliche Klassifizierung.
Worauf sollte man achten?
- Schalte ATA ab und migriere auf Defender for Identity, ein Weiterbetrieb ohne Support ist ein Sicherheitsrisiko.
- Entferne den alten AIP-Client und nutze die in Microsoft 365 Apps integrierten Vertraulichkeitsbezeichnungen.
- Vergleiche den Preis von Office 365 E3 plus EMS E3 mit Microsoft 365 E3, das zusätzlich Windows Enterprise E3 enthält.
- Prüfe nach dem Update 2026, ob separat gekaufte Intune-Add-ons überflüssig geworden sind.
Lizenz & Verfügbarkeit
EMS E3 und E5 pro Benutzer, einzeln oder als Bestandteil von Microsoft 365 E3/E5. EMS E3: Entra ID P1, Intune (seit Juli 2026 inklusive Plan 2, Remote Help, Advanced Analytics), Purview Information Protection. EMS E5 zusätzlich: Entra ID P2, automatische Klassifizierung, Defender for Cloud Apps, Defender for Identity. Listenpreise seit 1. Juli 2026 höher. Stand: Oktober 2026.
Fazit
EMS ist heute vor allem als Bestandteil von Microsoft 365 E3 und E5 relevant und als Ergänzung zu Office 365. Ersetze dabei konsequent die abgekündigten Komponenten ATA und AIP-Add-in.
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