M365
Microsoft Power Platform
Allgemeine Infos
Die Power Platform fasst die Low-Code-Produkte von Microsoft zusammen: Power Apps (Anwendungen), Power Automate (Automatisierung), Power BI (Analysen), Power Pages (externe Websites) und Copilot Studio (Agenten und Workflows). Gemeinsame Bausteine sind Microsoft Dataverse als Datenplattform, vorgefertigte und eigene Konnektoren, AI Builder, Power Fx als Formelsprache und Copilot-Funktionen zum Erstellen per natürlicher Sprache.
Fachbereiche bauen damit eigene Lösungen, etwa Erfassungs-Apps, Freigabeprozesse oder Berichte, ohne klassische Entwicklung. Die IT stellt Umgebungen, Richtlinien und Lizenzen bereit. Ein Teil der Nutzung ist in Microsoft 365 enthalten, beschränkt auf Microsoft-365-Daten und Standard-Konnektoren. Premium-Konnektoren, Dataverse, RPA und Kapazität erfordern eigene Lizenzen oder Pay-as-you-go.
Aktuelle Änderungen: Seit 2. Januar 2026 ist die Lizenz Power Apps per app über einige Kanäle für Neukunden nicht mehr erhältlich. Nicht verwaltete Entwicklerumgebungen werden abgekündigt, Microsoft fordert, sie bis 15. Dezember 2026 auf Managed Environments umzustellen. Die früheren DLP-Richtlinien heißen im Power Platform Admin Center jetzt Data Policies.
Funktionsweise & Details
Die Plattform wird im Power Platform Admin Center verwaltet:
- Umgebungen trennen Entwicklung, Test und Produktion, jede kann eine Dataverse-Datenbank haben. Die Standardumgebung existiert in jedem Tenant und steht allen Benutzern offen.
- Data Policies (früher DLP-Richtlinien) gruppieren Konnektoren in Business, Non-Business und Blockiert und verhindern, dass Daten zwischen ungeeigneten Diensten fließen.
- Managed Environments bringen Premium-Governance: Freigabegrenzen, Nutzungseinblicke, IP-Firewall, Lösungsprüfungen. Sie sind in eigenständigen Lizenzen von Power Apps, Power Automate, Copilot Studio, Power Pages und Dynamics 365 enthalten.
- Lizenzierung erfolgt pro Benutzer (etwa Power Apps Premium, Power Automate Premium), pro Automatisierung (Power Automate Process) oder über Pay-as-you-go, indem eine Umgebung per Abrechnungsrichtlinie an ein Azure-Abonnement gekoppelt wird.
- Lösungen (Solutions) bündeln Apps, Flows und Tabellen für den Transport zwischen Umgebungen.
Vorteile & Nutzen
- Fachbereiche lösen kleinere Anforderungen selbst, die IT wird von Kleinstprojekten entlastet
- Eine gemeinsame Datenbasis (Dataverse) und gemeinsame Konnektoren verbinden Apps, Flows, Agenten und Berichte
- Data Policies und Managed Environments geben der IT zentrale Kontrolle über Datenflüsse
- Grundfunktionen sind in Microsoft 365 enthalten, der Einstieg kostet keine Zusatzlizenz
- Pay-as-you-go erlaubt nutzungsbasierte Abrechnung ohne Vorabkauf von Lizenzen
Praxisbeispiel
Ein Hersteller von Prüfgeräten mit 300 Mitarbeitenden richtet ein Center of Excellence ein: Die IT legt neben der Standardumgebung je eine Entwicklungs- und Produktionsumgebung an und blockiert in der Standardumgebung per Data Policy alle Konnektoren außer Microsoft 365. Der Service baut eine Power App für Prüfprotokolle mit Dataverse, ein Power-Automate-Flow erzeugt daraus PDFs, ein Power-BI-Bericht wertet die Fehlerquoten aus. Die beteiligten Anwender erhalten Power Apps Premium, die Produktionsumgebung läuft als Managed Environment.
Worauf sollte man achten?
- Governance vor dem breiten Einsatz festlegen: Umgebungsstrategie, Data Policies und Verantwortliche, sonst wächst Schatten-IT in der Standardumgebung
- Apps und Flows nicht an persönliche Konten koppeln, sondern Dienstkonten, Gruppen als Besitzer und Lösungen nutzen
- Lizenzbedarf früh prüfen: Ein einziger Premium-Konnektor macht eine App oder einen Flow für alle Nutzer lizenzpflichtig
- Nicht verwaltete Entwicklerumgebungen bis 15. Dezember 2026 auf Managed Environments umstellen
- Das CoE Starter Kit oder die Inventarfunktionen im Admin Center nutzen, um vorhandene Apps und Flows zu erfassen
Lizenz & Verfügbarkeit
Microsoft-365-Lizenzen enthalten eingeschränkte Nutzungsrechte für Power Apps und Power Automate mit Microsoft-365-Daten und Standard-Konnektoren sowie begrenzte Dataverse-Rechte für Microsoft-365-Apps. Premium-Konnektoren, eigene Dataverse-Nutzung, RPA und Managed Environments erfordern eigenständige Lizenzen (zum Beispiel Power Apps Premium, Power Automate Premium oder Process), Kapazitäts-Add-ons oder Pay-as-you-go über ein Azure-Abonnement. Power BI und Copilot Studio haben eigene Lizenzmodelle. Power Apps per app ist seit 2. Januar 2026 über einige Kanäle für Neukunden nicht mehr erhältlich. Stand: Oktober 2026.
Fazit
Die Power Platform bringt Tempo in Fachbereiche, wenn die IT den Rahmen vorgibt. Plane Umgebungen, Data Policies und Lizenzen, bevor sich Apps und Flows unkontrolliert in der Standardumgebung sammeln.
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