New Commerce Experience (NCE)

Allgemeine Infos

Die New Commerce Experience (NCE) ist das Kauf- und Vertragsmodell, nach dem Microsoft seit 10. Januar 2022 seat-basierte Abos wie Microsoft 365, Office 365, Dynamics 365, Power Platform und Windows 365 im CSP-Kanal abwickelt. Die alten CSP-Abos (Legacy), die jederzeit reduziert werden konnten, sind inzwischen abgelöst.

Kern von NCE ist die Trennung von Laufzeit (Term: monatlich, jährlich, dreijährig je nach Produkt) und Abrechnungsfrequenz (Billing: monatlich, jährlich oder im Voraus). Während der Laufzeit ist der Preis festgeschrieben, Lizenzen können jederzeit erhöht, aber nur im Stornofenster reduziert werden.

Das Stornofenster beträgt sieben Kalendertage ab Kauf oder Verlängerung mit anteiliger Erstattung (bei Einführung waren es 72 Stunden, verlängert im März 2022). Danach ist die Menge bis zum Laufzeitende bindend.

Preisaufschläge: Monatslaufzeiten kosten mehr als Jahreslaufzeiten (Microsoft nannte bei der Einführung einen üblichen Aufpreis von 20 Prozent). Seit 1. April 2025 ist zusätzlich die monatliche Abrechnung von Jahres- und Dreijahresabos teurer als die Vorauszahlung. Im Partner Center lässt sich seitdem die Abrechnungsfrequenz nicht mehr allein ändern.

Funktionsweise & Details

So läuft ein NCE-Abo ab:

  1. Der Partner wählt im Partner Center Produkt, Laufzeit und Abrechnungsfrequenz, der Preis gilt für die gesamte Laufzeit.
  2. Innerhalb von sieben Tagen nach Kauf sind Storno und Mengenreduzierung mit anteiliger Erstattung möglich.
  3. Während der Laufzeit können Lizenzen hinzugefügt werden, sie enden koterminiert mit dem Abo; ein Wechsel auf ein höherwertiges Produkt (Upgrade) ist möglich, ein Downgrade nicht.
  4. Ein Wechsel auf eine längere Laufzeit ist unterjährig möglich, auf eine kürzere erst zur Verlängerung.
  5. Zum Laufzeitende verlängert sich das Abo automatisch, sofern der Partner die Verlängerung nicht abschaltet oder Menge und Laufzeit für die Verlängerung vorplant.

Vorteile & Nutzen

  • Preisbindung über die Laufzeit schützt vor unterjährigen Preiserhöhungen, wie sie Microsoft etwa zum 1. Juli 2026 für viele Microsoft-365-Suiten umgesetzt hat.
  • Monatslaufzeiten erlauben trotz Aufpreis flexible Lizenzen für Aushilfen, Projekte oder Saisonkräfte.
  • Dreijahreslaufzeiten bieten für ausgewählte Produkte längere Planungssicherheit.
  • Einheitliche Regeln über alle CSP-Partner hinweg machen Angebote vergleichbar.

Praxisbeispiel

Ein Logistikdienstleister mit 140 festen und rund 40 saisonalen Mitarbeitenden hatte alle Lizenzen auf Jahreslaufzeit gekauft und konnte nach dem Weihnachtsgeschäft nichts reduzieren. Mit seinem CSP-Partner teilt er den Bestand auf: Der feste Sockel läuft als Jahresabo mit Vorauszahlung, der saisonale Anteil als separates Monatsabo. Verlängerungen plant der Partner jeweils vier Wochen vorher mit der IT. Ergebnis: weniger ungenutzte Lizenzen und eine klare Kostenzuordnung je Abo.

Worauf sollte man achten?

  • Bestellmengen vor dem Kauf genau prüfen: Nach Ablauf der sieben Tage ist eine Reduzierung erst zur Verlängerung möglich.
  • Fixen Grundbedarf als Jahresabo und schwankenden Bedarf als Monatsabo trennen, statt alles in einem Abo zu bündeln.
  • Verlängerungstermine aller Abos im Kalender führen und Mengenänderungen rechtzeitig beim Partner vormerken lassen.
  • Bei Upgrades (etwa Business Standard auf Business Premium) prüfen, welches Stornofenster das neue Abo erbt.

Lizenz & Verfügbarkeit

Gilt für seat-basierte Microsoft-Cloud-Abos im CSP, die Preislogik (Aufpreis für Monatslaufzeit und seit April 2025 für monatliche Abrechnung) gilt analog im Direktkauf und im MCA-E. Verfügbare Laufzeiten hängen vom Produkt ab. Preise legt der CSP-Partner fest. Stand: Oktober 2026.

Fazit

NCE macht Microsoft-365-Lizenzen planbarer, bestraft aber ungenaue Bestellungen. Wer Grundbedarf und Schwankungsanteil trennt und Verlängerungen aktiv plant, kommt gut damit zurecht.