Storage Migration Service

Allgemeine Infos

Storage Migration Service (SMS) ist eine Funktion von Windows Server ab 2019, die Dateien, Freigaben und deren Sicherheitseinstellungen von alten Servern auf neue Windows Server oder Azure-VMs überträgt. Optional übernimmt der Zielserver auch Name und IP-Adresse des Quellservers, sodass Benutzer, Verknüpfungen und Anwendungen keine neuen Pfade brauchen. Gesteuert wird alles über Windows Admin Center.

Quellen: Windows Server 2003 R2 bis 2025 einschließlich Essentials- und Storage-Server-Editionen, Failovercluster ab 2008 R2, Linux-Server mit Samba sowie NetApp-FAS-Systeme mit CIFS unter ONTAP 9. Für Nicht-Windows-Quellen braucht der Orchestrator Windows Server 2019 mit KB5001384 oder Windows Server 2022. Ziele sind Windows Server 2012 R2 bis 2025, Azure-VMs und Server mit Azure-File-Sync-Agent.

Abgrenzung: Für Lift-and-Shift ganzer VMs ohne Betriebssystemwechsel empfiehlt Microsoft Azure Migrate. Windows Server 2016 ist als Ziel laut Microsoft Learn nur noch bis Januar 2027 unterstützt.

Funktionsweise & Details

Die Migration läuft in drei Phasen über einen Orchestrator:

  1. Inventur: Der Orchestrator (Windows Server 2019 oder neuer, bei nur einem Server auch der Zielserver) liest Freigaben, Dateien, Berechtigungen und Netzwerkkonfiguration der Quellserver aus.
  2. Übertragung: Daten werden mit Berechtigungen und Freigabeeinstellungen auf den Zielserver kopiert und lassen sich vor dem Umschalten wiederholt nachsynchronisieren; Ziele ab Windows Server 2019 übertragen dank SMS-Proxy laut Microsoft etwa doppelt so schnell.
  3. Übernahme (optional): Der Zielserver übernimmt Name und IP-Adresse der Quelle, die Quelle erhält einen neuen Namen und bleibt mit allen Daten erhalten.

Voraussetzungen sind ein Migrationskonto mit Admin-Rechten auf Quelle, Ziel und Orchestrator, freigegebene Firewall-Regeln für SMB, Netlogon und WMI sowie die aktuelle SMS-Erweiterung in Windows Admin Center. Für die Namensübernahme muss das Ziel in derselben Domäne wie die Quelle sein.

Vorteile & Nutzen

  • Freigaben, NTFS-Berechtigungen und Freigabenamen werden mitgenommen, Nacharbeit an Rechten entfällt weitgehend.
  • Die Identitätsübernahme erspart das Anpassen von Laufwerkszuordnungen, Verknüpfungen und Anwendungspfaden.
  • Wiederholte Übertragungen halten das Umschaltfenster kurz, nur das Delta wird zuletzt kopiert.
  • Auch Samba- und NetApp-Quellen lassen sich auf Windows Server migrieren.
  • Die Quelle bleibt unverändert erhalten und dient als Rückfallebene.

Praxisbeispiel

Ein Verlag mit 90 Mitarbeitenden betreibt noch einen Dateiserver mit Windows Server 2012 R2 und ein altes Samba-NAS. Die IT richtet einen neuen Windows Server 2025 ein, inventarisiert beide Quellen über Windows Admin Center und überträgt die Daten an zwei Abenden vorab. Am Umstellungstag übernimmt der neue Server Name und IP-Adresse des alten Windows-Servers, für das NAS werden die Freigaben per DFS-Namespace umgehängt. Die Benutzer arbeiten am nächsten Morgen ohne geänderte Pfade weiter.

Worauf sollte man achten?

  • Teste die Identitätsübernahme vorher mit einem unkritischen Server, weil DNS-Einträge und SPNs angepasst werden.
  • Domain Controller als Quelle lassen sich inventarisieren und übertragen, aber nicht übernehmen.
  • Öffne die Firewall-Regeln für SMB, Netlogon und WMI auf Quelle und Ziel oder installiere den SMS-Proxy auf dem Ziel, der die Ports automatisch freigibt.
  • Plane bei Nicht-Windows-Quellen einen Orchestrator mit Windows Server 2019 inklusive KB5001384 oder neuer.
  • Wähle Windows Server 2016 nicht mehr als Ziel, da die Unterstützung im Januar 2027 endet.

Lizenz & Verfügbarkeit

Funktion von Windows Server ab 2019 (Orchestrator) bzw. Proxy-Feature auf dem Ziel, ohne Zusatzlizenz; die Verwaltung erfolgt über das kostenlose Windows Admin Center. Ob es Einschränkungen in der Standard-Edition gibt, ist auf der aktuellen Übersichtsseite nicht beschrieben. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Storage Migration Service ist der bequemste Weg, alte Dateiserver ohne Pfadänderungen abzulösen. Nutze ihn bei jedem Dateiserver-Wechsel, bevor Du Daten von Hand mit Robocopy kopierst.