und zwei Subprocessor-Schalter entscheiden!
Microsoft hat am 30. September 2026 mit MC1483844 den Rollout zweier neuer KI-Modelle in Microsoft Copilot gestartet: OpenAIs GPT-6.1 Sol und Anthropics Claude Sonnet 5.5. Es ist der zweite Modellzuwachs innerhalb eines Monats, nachdem am 22. September bereits Claude Opus 5.5 und GPT-6 Sol dazugekommen waren. Nutzer wählen die Modelle künftig über den Modellselektor in den unterstützten Copilot-Oberflächen aus.
Der Rollout läuft zweigleisig. In Copilot Cowork und Copilot Studio starteten beide Modelle am 30. September mit nutzungsbasierter Abrechnung (Usage-based Billing). In Word, Excel, PowerPoint und Chat kommen sie phasenweise in den Tagen danach, dort im Rahmen der Copilot-Benutzerlizenz (User Subscription License) mit Nutzungsgrenzen. Erreicht ein Nutzer eine Grenze, wird er gewarnt und kann auf den Auto-Modus wechseln oder ein anderes Modell wählen.
Der Admin-Hebel steckt im Subprocessor
Für Administratoren ist nicht die Modellauswahl die eigentliche Nachricht, sondern die Bedingung dahinter. Claude Sonnet 5.5 erscheint nur, wenn der Anthropic-Subprozessor im Tenant aktiviert ist. GPT-6.1 Sol hängt entsprechend an der Freigabe des OpenAI-Subprozessors. Ist der jeweilige Schalter nicht gesetzt oder bewusst deaktiviert, taucht das Modell schlicht nicht auf. GPT-6.1 Sol läuft dabei auf Microsofts eigener Azure-Infrastruktur, während die Claude-Modelle über den zusätzlichen Anthropic-Subprozessor eingebunden sind.


Diese Unterscheidung ist in der DACH-Region mehr als eine Formalie. Wer Copilot unter DSGVO-Gesichtspunkten eingeführt hat, hat in seinem Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten festgehalten, welche Subprozessoren beteiligt sind. Ein neu hinzukommender Subprozessor ist damit mehr als ein Haken in der Verwaltung. Er ist eine Frage für die Datenschutzfolgenabschätzung, die zu klären ist, bevor der Schalter umgelegt wird. Die Freigabe der Modelle gehört damit auf den Tisch der oder des Datenschutzbeauftragten und nicht allein in die IT.
Was jetzt zu tun ist
Entscheide bewusst, ob und welche der neuen Modelle du freigibst, statt die Schalter einfach stehen zu lassen, wie sie sind. Prüfe für jedes Modell den zugehörigen Subprozessor-Status und gleiche ihn mit deiner bestehenden Copilot-Datenschutzdokumentation ab.
Kläre parallel die Kostenseite, denn in Cowork und Copilot Studio greift die nutzungsbasierte Abrechnung, während in den Office-Apps Nutzungsgrenzen gelten. Beides gehört in die Erwartung an die Fachbereiche, bevor die ersten Nutzer die neuen Modelle entdecken.
Fazit
Zwei neue Modelle im Selektor klingen nach einer reinen Komfortnachricht, sind aber für Administratoren eine Governance-Entscheidung. Der Takt, in dem Microsoft Modelle nachschiebt, zwei Zuwächse in einem Monat, macht deutlich, dass die Freigabe von KI-Modellen keine einmalige Aufgabe bleibt, sondern ein wiederkehrender Prozess wird.
Wer dafür einmal einen klaren Ablauf aus Subprozessor-Prüfung, Datenschutzabgleich und Kostentransparenz aufsetzt, behandelt den nächsten Modellzuwachs als Routine statt als Überraschung.
weitere Links
| Quelle | Thema | URL |
| Microsoft Message Center | MC1483844, Rollout 30. September 2026, Subprozessor-Bedingung, UBB und USL | https://mc.merill.net/message/MC1483844 |
| Microsoft Copilot Blog | GPT-6.1 Sol und Claude Sonnet 5.5 in Microsoft Copilot, Modellselektor, Nutzungsgrenzen | https://techcommunity.microsoft.com/blog/microsoft-copilot-blog/available-today-openais-gpt-6-1-sol-and-claude-sonnet-5-5-in-microsoft-copilot/4560801 |
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