Azure Blob Storage

Allgemeine Infos

Azure Blob Storage speichert Objekte (Blobs) in Containern eines Storage Accounts. Es gibt drei Blob-Typen: Block-Blobs für Dateien und Objekte bis etwa 190 TiB, Append-Blobs für fortlaufend ergänzte Daten wie Logs und Page-Blobs für zufällige Zugriffe bis 8 TiB, etwa als VHD-Grundlage für Disks.

Die Zugriffsebenen steuern das Verhältnis von Speicher- zu Zugriffskosten: Hot für häufig genutzte Daten, Cool mit mindestens 30 Tagen Aufbewahrung, Cold mit mindestens 90 Tagen und Archive mit mindestens 180 Tagen. Archive ist offline: Blobs müssen vor dem Lesen rehydriert werden, was laut Microsoft bis zu 15 Stunden dauern kann. Smart Tier verschiebt Daten automatisch zwischen Hot, Cool und Cold, nicht aber nach Archive.

Abgrenzung: Azure Files stellt SMB- oder NFS-Dateifreigaben bereit, Blob Storage arbeitet objektbasiert über REST. Mit aktiviertem hierarchischem Namespace wird Blob Storage zu Azure Data Lake Storage für Analysen.

Funktionsweise & Details

Daten gelangen auf mehreren Wegen in Blob Storage:

  1. REST-API und SDKs (.NET, Java, Python, JavaScript, Go) für Anwendungen.
  2. AzCopy und Azure Storage Explorer für Admins und Massenübertragungen.
  3. SFTP und NFS 3.0 als Protokollzugang für Legacy-Anwendungen und Linux-Systeme.
  4. Backup-Software wie Veeam oder Azure Backup als Ziel für Sicherungsdaten.

Lebenszyklusregeln verschieben Blobs nach Alter oder letztem Zugriff in günstigere Ebenen oder löschen sie. Datenschutz bieten Soft Delete, Versionierung, Change Feed und Point-in-Time-Restore. Unveränderlicher Speicher (WORM) mit zeitbasierter Aufbewahrung oder Legal Hold verhindert Änderungen und Löschungen, auch durch Administratoren, sobald die Richtlinie gesperrt ist.

Vorteile & Nutzen

  • Praktisch unbegrenzte Skalierung, sodass Du keine Kapazität vorab planen musst.
  • Archive und Cold senken die Kosten für Langzeitaufbewahrung deutlich gegenüber Hot.
  • WORM-Richtlinien schützen Backups und Belege vor Ransomware und versehentlichem Löschen.
  • Lebenszyklusregeln automatisieren die Kostenoptimierung ohne Änderungen an der Anwendung.
  • Breiter Protokollzugang (REST, SFTP, NFS) bindet auch ältere Systeme an.

Praxisbeispiel

Ein Hersteller von Kunststoffteilen mit 180 Mitarbeitenden muss Prüfprotokolle und Produktionsdaten zehn Jahre aufbewahren. Bisher lagen sie auf einem lokalen NAS ohne Offsite-Kopie. Die IT legt einen Storage Account mit GZRS an, schreibt die Daten per AzCopy in einen Container mit zeitbasierter Unveränderlichkeitsrichtlinie und lässt eine Lebenszyklusregel Daten nach 90 Tagen in Cold und nach einem Jahr in Archive verschieben. Die Speicherkosten sinken spürbar und die Daten sind gegen Löschung geschützt.

Worauf sollte man achten?

  • Plane die Mindestaufbewahrung ein: Löschen oder Verschieben vor 30 (Cool), 90 (Cold) oder 180 Tagen (Archive) verursacht anteilige Gebühren.
  • Archive-Daten sind nicht sofort lesbar. Rehydrierung dauert Stunden, die Priorität High verkürzt das gegen Aufpreis.
  • Deaktiviere anonymen öffentlichen Zugriff auf Container, sofern Du nicht bewusst statische Inhalte veröffentlichst.
  • Transaktionskosten werden bei vielen kleinen Objekten schnell relevant. Prüfe die Ebene nach dem tatsächlichen Zugriffsmuster.
  • Teste gesperrte WORM-Richtlinien zuerst mit kurzer Laufzeit, weil eine gesperrte Richtlinie nicht mehr verkürzt werden kann.

Lizenz & Verfügbarkeit

Pay-as-you-go über das Azure-Abonnement nach Datenmenge, Zugriffsebene, Redundanz, Transaktionen, Rehydrierung und Datenübertragung. Kapazitätsreservierungen sind möglich. Mindestaufbewahrung: Cool 30, Cold 90, Archive 180 Tage. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Blob Storage ist der Standard für Objektdaten, Archive und Backup-Ziele in Azure. Nutze Lebenszyklusregeln und WORM-Richtlinien und plane Rehydrierungszeiten für Archive mit ein.