Azure
Azure SQL Database
Allgemeine Infos
Azure SQL Database ist eine PaaS-Datenbank auf Basis der jeweils aktuellen stabilen SQL-Server-Engine. Microsoft kümmert sich um Betriebssystem, Patches, Backups und Failover, Du verwaltest Datenbankobjekte, Zugriffe und Abfragen. Sie gibt es als Einzeldatenbank oder in Elastic Pools, in denen sich mehrere Datenbanken Ressourcen teilen.
Abgrenzung in der Azure-SQL-Familie: Azure SQL Managed Instance bietet nahezu vollständige Kompatibilität zu einer SQL-Server-Instanz (SQL Agent, instanzübergreifende Abfragen) und eignet sich für Lift-and-Shift. SQL Server auf einer Azure-VM gibt volle Kontrolle über Betriebssystem und Instanz. Azure SQL Database passt am besten zu neuen oder modernisierten Anwendungen mit Datenbankfokus.
Seit dem Free Offer gibt es pro Abonnement bis zu zehn kostenlose General-Purpose-Datenbanken mit monatlichem Inklusivkontingent, gedacht für Entwicklung und Proof of Concept.
Funktionsweise & Details
Azure SQL Database kennt zwei Kaufmodelle:
- DTU-Modell: gebündelte Leistung in den Stufen Basic, Standard und Premium, einfach zu kalkulieren.
- vCore-Modell: vCores, Arbeitsspeicher und Speicher wählbar, mit den Tarifen General Purpose, Business Critical (mehrere isolierte Replikate, niedrige Latenz) und Hyperscale (bis 128 TB, bis zu 30 benannte Lesereplikate, von Microsoft empfohlen).
- Serverless (vCore, General Purpose und Hyperscale) skaliert automatisch und rechnet sekundengenau ab, General Purpose Serverless kann bei Inaktivität pausieren.
Zugriff schützen Server-Firewall, Private Endpoints und die Authentifizierung über Microsoft Entra ID inklusive MFA und Managed Identity. Automatische Backups mit Point-in-Time-Restore sind enthalten, Georeplikation und Failover-Gruppen schützen vor Regionsausfällen.
Vorteile & Nutzen
- Kein Datenbankbetrieb: Patches, Backups und Hochverfügbarkeit liefert der Dienst, Wartungsfenster für die Engine entfallen weitgehend.
- Flexible Kosten: Serverless und Elastic Pools passen die Kosten an schwankende Last an.
- Skalierung: Hyperscale wächst unabhängig in Compute und Speicher, ohne Umzug.
- Sicherheit eingebaut: Entra-Authentifizierung, Verschlüsselung (TDE), Auditing und Defender for SQL sind verfügbar.
- Kostenloser Einstieg: Das Free Offer erlaubt Tests ohne Kosten.
Praxisbeispiel
Ein Planungsbüro für Gebäudetechnik mit 60 Mitarbeitenden ersetzt eine Access-Datenbank für die Projektkalkulation durch eine Power-Apps-Lösung. Die Daten liegen in Azure SQL Database General Purpose Serverless, die nachts und am Wochenende pausiert. Der Zugriff läuft über Entra-ID-Gruppen, die Datenbank ist per Private Endpoint nur aus dem Firmennetz erreichbar. Backups und Patches muss die zweiköpfige IT nicht mehr selbst einplanen.
Worauf sollte man achten?
- Wähle das Kaufmodell bewusst: Azure Hybrid Benefit für SQL-Server-Lizenzen mit Software Assurance gilt nur im vCore-Modell und nicht für Hyperscale.
- Aktiviere Entra-only-Authentifizierung, wo möglich, und vergib Rechte über Gruppen statt SQL-Logins.
- Halte den Zugriff privat (Private Endpoint, öffentliche Netzwerkzugriffe deaktivieren) und prüfe Firewall-Ausnahmen für Azure-Dienste kritisch.
- Beim Free Offer verhindern offene Verbindungen, etwa aus SSMS, die automatische Pause und verbrauchen das Kontingent.
- Prüfe vor der Migration mit Azure Migrate, ob Funktionen wie SQL Agent oder CLR fehlen, dann ist Managed Instance die bessere Wahl.
Lizenz & Verfügbarkeit
Abrechnung nach DTU oder vCore (provisioniert oder Serverless) plus Speicher und Backup-Speicher, Reservierungen und Azure Hybrid Benefit senken Kosten im vCore-Modell. Free Offer: bis zu 10 General-Purpose-Datenbanken pro Abonnement mit je 100.000 vCore-Sekunden, 32 GB Daten und 32 GB Backup-Speicher pro Monat, ohne SLA. Stand: Oktober 2026.
Fazit
Azure SQL Database ist die erste Wahl für neue relationale Anwendungen in Azure. Für 1:1-Umzüge kompletter SQL-Server-Instanzen prüfst Du Managed Instance.
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