Azure Subscription (Abonnement)

Allgemeine Infos

Die Azure Subscription ist die Einheit, in der Ressourcen bereitgestellt und abgerechnet werden. Sie bildet zugleich eine Grenze für Berechtigungen (Azure RBAC), Richtlinien (Azure Policy), Budgets und Kontingente (Quotas). Die Subscription ID ist eine GUID und taucht in jeder Ressourcen-ID, in Skripten und in Supportfällen auf.

Jede Subscription vertraut genau einem Microsoft-Entra-Tenant, ein Tenant kann aber beliebig viele Subscriptions enthalten. Oberhalb der Subscriptions ordnen Management Groups die Hierarchie, unterhalb gliedern Resource Groups die Ressourcen.

Abzugrenzen ist die Azure Subscription vom Microsoft-365-Abonnement im Admin Center: Beide laufen über denselben Tenant, sind aber getrennte Verträge mit eigener Abrechnung. Seit 2025 gilt für Verwaltungszugriffe auf Azure eine MFA-Pflicht für Benutzerkonten, die jede Subscription betrifft.

Funktionsweise & Details

Wie eine Subscription entsteht und wem sie gehört, hängt vom Vertrag ab:

  1. Vertragsart wählen: Pay-as-you-go, Enterprise Agreement (EA), Microsoft Customer Agreement (MCA) oder CSP über einen Partner (Microsoft Partner Agreement).
  2. Subscription anlegen: Bei MCA brauchst Du Owner- oder Contributor-Rechte auf Rechnungsabschnitt, Abrechnungsprofil oder Abrechnungskonto oder die Rolle Azure Subscription Creator.
  3. Verzeichnis festlegen: Die Subscription wird dem gewählten Entra-Tenant zugeordnet, nur Identitäten aus diesem Tenant können Owner werden.
  4. Einordnen: Die Subscription landet standardmäßig unter der Root Management Group und wird dann in die passende Management Group verschoben.

Die ID zeigt das Portal unter Abonnements oder die Azure CLI mit az account show. Wird eine Subscription in ein anderes Verzeichnis verschoben, löscht Azure dabei die bestehenden Rollenzuweisungen.

Vorteile & Nutzen

  • Klare Trennung von Produktion, Test und Entwicklung, weil Rechte, Richtlinien und Kosten pro Subscription getrennt laufen
  • Eigene Budgets und Kostenauswertung, dadurch lassen sich Kosten Projekten oder Kostenstellen zuordnen
  • Eigene Kontingente, sodass ein Testprojekt nicht die vCPU-Quota der Produktion aufbraucht
  • Delegation an Teams oder Dienstleister über Azure RBAC auf Subscription-Ebene

Praxisbeispiel

Ein Maschinenbauer mit 250 Beschäftigten startet mit einer einzigen Pay-as-you-go-Subscription, in der Test-VMs und das produktive ERP-Backup nebeneinander liegen. Nach einem versehentlich gelöschten Testnetz, das auch die Produktion betraf, stellt die IT auf ein MCA mit drei Subscriptions um: Plattform, Produktion und Test. Die Test-Subscription bekommt ein Monatsbudget mit Alarm, die Produktion eine Löschsperre und strengere Policies. Seitdem sind Kosten und Verantwortlichkeiten pro Umgebung sauber getrennt.

Worauf sollte man achten?

  • Subscriptions nicht beliebig vermehren, sondern im Rahmen einer Landing Zone mit Management Groups planen
  • Vor einem Verzeichniswechsel Rollenzuweisungen, Managed Identities und Key-Vault-Zugriffe dokumentieren, weil sie neu eingerichtet werden müssen
  • Kontingente (Quotas) vor großen Deployments prüfen und rechtzeitig erhöhen lassen
  • Die Subscription ID ist kein Geheimnis, gehört aber trotzdem nicht in öffentliche Repositories oder Screenshots

Lizenz & Verfügbarkeit

Die Subscription selbst kostet nichts, abgerechnet werden die darin genutzten Ressourcen. Verfügbar über Pay-as-you-go, Enterprise Agreement, Microsoft Customer Agreement oder CSP. Laut Microsoft Learn kann ein MOSP-Abrechnungskonto (klassisches Pay-as-you-go) über signup.azure.com keine weiteren Azure-Subscriptions mehr hinzufügen. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Die Subscription ist die Grundeinheit jeder Azure-Umgebung. Plane Anzahl, Zuschnitt und Vertragsart vor dem ersten Deployment, ein späterer Umbau ist deutlich aufwendiger.