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Exchange Migration Batch
Allgemeine Infos
Ein Migrationsbatch fasst Postfächer zu einer Gruppe zusammen, die gemeinsam synchronisiert, überwacht und abgeschlossen wird. Angelegt wird er im Exchange Admin Center von Exchange Online oder per PowerShell mit New-MigrationBatch. Im Hintergrund kopiert der Mailbox Replication Service (MRS) die Daten.
Die wichtigste Variante im Mittelstand ist die Remote-Move-Migration im Hybridbetrieb: Postfächer wandern mit Inhalt, Berechtigungen und Einstellungen nach Exchange Online, Outlook verbindet sich nach dem Abschluss automatisch neu, ein Neuaufbau des Profils ist in der Regel nicht nötig. Weitere Varianten sind Cutover (alle Postfächer auf einmal, ohne Hybrid), IMAP-Migration aus Fremdsystemen und tenantübergreifende Migration.
Abgrenzung: Postfachverschiebungen zwischen lokalen Exchange-Servern, etwa bei der Migration von Exchange 2016 auf Exchange SE, laufen meist als lokale Verschiebungsanforderung (New-MoveRequest), können aber ebenfalls als lokaler Migrationsbatch angelegt werden.
Funktionsweise & Details
Ablauf einer Remote-Move-Migration:
- Migrationsendpunkt anlegen; bei Classic Hybrid über den MRS-Proxy auf dem EWS-Verzeichnis, bei Modern Hybrid über den Hybrid Agent.
- Batch mit einer CSV-Datei oder Auswahlliste der Postfächer anlegen; optional Zieldatenbank für Archive und Benachrichtigungsempfänger festlegen.
- Erste Synchronisierung kopiert den Inhalt, danach folgt alle 24 Stunden eine inkrementelle Synchronisierung.
- Der Abschluss (Completion) erfolgt manuell, zeitgesteuert oder automatisch; dabei wird das Postfach umgeschaltet und lokal in eine Remote Mailbox umgewandelt.
- Grenzwerte für fehlerhafte und große Elemente (BadItemLimit, LargeItemLimit) und die Datenkonsistenzbewertung steuern, wie mit problematischen Elementen umgegangen wird; Get-MigrationUserStatistics zeigt Details.
Vorteile & Nutzen
- Viele Postfächer lassen sich gemeinsam planen und zu einem festen Zeitpunkt umschalten, etwa am Wochenende.
- Remote Moves verschieben Postfächer mit minimaler Unterbrechung, weil der Großteil der Daten vorab synchronisiert wird.
- Zentrale Berichte zu Fortschritt und Fehlern ersparen Einzelkontrollen je Postfach.
- Per PowerShell wiederholbar und skriptbar, was große Migrationen in Wellen erleichtert.
Praxisbeispiel
Ein Großhändler mit 220 Postfächern zieht im Hybridbetrieb nach Exchange Online. Die IT startet mit einem Pilotbatch aus zehn IT- und Key-User-Postfächern und prüft Free/Busy, Outlook-Profile und mobile Geräte. Danach folgen drei Batches nach Abteilungen, die unter der Woche synchronisieren und jeweils Freitagabend automatisch abgeschlossen werden. Lizenzen weist sie vorab per Gruppe zu.
Worauf sollte man achten?
- Immer mit einem Pilotbatch starten, Fehler in Berechtigungen oder Endpunkten zeigen sich dort früh.
- Lizenzen vor dem Abschluss zuweisen; ohne Lizenz wird das Cloud-Postfach nach einer Kulanzfrist deaktiviert.
- Grenzwerte für fehlerhafte Elemente bewusst wählen statt hoch zu setzen und Datenverluste zu übersehen.
- Bandbreite und Zeitfenster für die Erstsynchronisierung einplanen.
- Stellvertretungen und Postfachberechtigungen gemeinsam migrieren, weil postfachübergreifender Zugriff zwischen lokal und Cloud nur eingeschränkt funktioniert.
Lizenz & Verfügbarkeit
Migrationsbatches sind in Exchange Online ohne Zusatzlizenz enthalten. Jedes Postfach in Exchange Online braucht eine Lizenz mit Exchange Online; für die tenantübergreifende Postfachmigration verlangt Microsoft eine eigene Zusatzlizenz je Benutzer. Stand: Oktober 2026.
Fazit
Mit Migrationsbatches wird der Umzug nach Exchange Online planbar. Starte mit einem Pilot, teile den Rest in überschaubare Wellen und weise Lizenzen rechtzeitig zu.
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