Exchange Server 2016

Allgemeine Infos

Exchange Server 2016 erschien im Oktober 2015 und ist mit CU23 abgeschlossen. Der erweiterte Support endete am 14. Oktober 2025. Seitdem erhalten nur Kunden im kostenpflichtigen ESU-Programm Sicherheitsupdates, zuletzt das Oct26SU vom 13. Oktober 2026 (Build 15.1.2507.77). Das ESU endet am 31. Oktober 2026, eine Verlängerung hat Microsoft ausgeschlossen.

Im Gegensatz zu Exchange 2019 gibt es kein In-Place-Upgrade auf Exchange Server SE. Der Weg führt über eine Legacy-Migration auf neue Server in derselben Organisation oder über einen Hybridbetrieb nach Exchange Online.

Exchange 2016 ist die letzte Version mit Unified Messaging. Wer UM noch für Voicemail nutzt, muss diese Funktion vor dem Umstieg ablösen, weil sie weder in Exchange 2019 noch in Exchange SE existiert. Exchange-Server sind ein beliebtes Angriffsziel, ein Betrieb ohne Updates ist deshalb ein hohes Risiko.

Funktionsweise & Details

Die Migration von 2016 auf Exchange SE läuft als klassische Legacy-Migration innerhalb derselben Organisation:

  1. Active Directory per Setup vorbereiten und einen oder mehrere SE-Server unter Windows Server 2022 oder 2025 installieren.
  2. Zertifikate, URLs der virtuellen Verzeichnisse und Connectoren auf die neuen Server übertragen.
  3. Namensräume (DNS-Einträge für mail und autodiscover, Load Balancer) auf die SE-Server umstellen.
  4. Benutzer-, Arbitration- und Public-Folder-Postfächer per Verschiebungsanforderung auf SE umziehen.
  5. Exchange 2016 sauber deinstallieren, bevor SE CU2 eingespielt wird, denn dessen Setup bricht bei vorhandenen 2016-Servern ab.

Vorteile & Nutzen

  • Exchange SE RTM läuft koexistent neben 2016, deshalb ist eine Migration im laufenden Betrieb ohne Mailausfall möglich.
  • Die Migration auf neue Server bereinigt Altlasten wie verwaiste Connectoren, abgelaufene Zertifikate und ungenutzte Datenbanken.
  • Der Umstieg erzwingt ein aktuelles Betriebssystem, weil Exchange 2016 nur auf Windows Server 2012 R2 und 2016 läuft.
  • Als Alternative bleibt der Hybridbetrieb mit Exchange Online, wenn die Postfächer direkt in die Cloud wandern sollen.

Praxisbeispiel

Ein Handelsunternehmen mit 150 Mitarbeitenden betreibt zwei Exchange-2016-Server in einer DAG. Die IT installiert zwei Exchange-SE-Server unter Windows Server 2025, bildet eine neue DAG und verschiebt die Postfächer über drei Wochen in Wellen. Zertifikate und Connectoren richtet sie auf den neuen Servern ein und stellt dann DNS und Load Balancer um. Nach einer Woche ohne Auffälligkeiten deinstalliert sie die 2016-Server und entfernt die alte DAG.

Worauf sollte man achten?

  • Es gibt kein In-Place-Upgrade; plane zusätzliche Server oder VMs und Speicher für die Migration ein.
  • Das ESU endet am 31. Oktober 2026, danach gibt es auch gegen Bezahlung keine Sicherheitsupdates mehr.
  • Öffentliche Ordner, Arbitration-Postfächer, Journaling und Relay-Connectoren für Geräte gehören in den Migrationsplan.
  • Unified Messaging vorher ablösen, weil Exchange SE kein UM mehr enthält.
  • Vor dem Abbau des letzten Servers Hybridkonfiguration und Verwaltungsbedarf klären.

Lizenz & Verfügbarkeit

Exchange Server 2016 wurde über Serverlizenzen (Standard oder Enterprise) und CALs lizenziert. Der Support endete am 14. Oktober 2025. Sicherheitsupdates gab es danach nur über das kostenpflichtige ESU-Programm (Phase 1 Oktober 2025 bis April 2026, Phase 2 1. Mai bis 31. Oktober 2026, je Phase separat zu kaufen). Für Exchange SE brauchst Du zusätzlich Software Assurance oder passende Abo-Lizenzen. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Exchange 2016 sollte sofort abgelöst werden. Entscheide zügig, ob Du auf Exchange SE migrierst oder direkt nach Exchange Online wechselst.