Infra & Netzwerk
IT-Monitoring
Allgemeine Infos
IT-Monitoring überwacht kontinuierlich, ob Systeme verfügbar sind und wie sie arbeiten: CPU, Arbeitsspeicher, Plattenplatz, Netzwerkauslastung, Dienststatus, Antwortzeiten von Anwendungen und Ereignisse aus Logs. Ziel ist, Störungen und Engpässe früh zu erkennen und Kapazitäten zu planen.
Verbreitete Werkzeuge im DACH-Mittelstand sind Checkmk, Zabbix, PRTG Network Monitor und Icinga, für Azure-Ressourcen und hybride Server Azure Monitor. Microsoft bietet für On-Premises zusätzlich System Center Operations Manager (SCOM) an.
Abgrenzung: Ein Monitoring-Alert (eigener Eintrag) ist die einzelne Benachrichtigung, die aus dem Monitoring entsteht. RMM (eigener Eintrag) kombiniert Überwachung mit Fernwartung, Patching und Skripting und richtet sich vor allem an Systemhäuser. Ein SIEM wertet sicherheitsrelevante Ereignisse aus, das IT-Monitoring konzentriert sich auf Betrieb und Verfügbarkeit.
Funktionsweise & Details
Ein Monitoring-System sammelt Daten auf mehreren Wegen und bewertet sie:
- Agenten auf Servern liefern detaillierte Werte zu Betriebssystem, Diensten und Anwendungen.
- Agentenlos werden Netzwerkgeräte, USV oder Speichersysteme per SNMP abgefragt, Hardware zusätzlich über Schnittstellen wie IPMI, Webdienste über HTTP-Prüfungen.
- Das System vergleicht die Werte mit Schwellwerten und Regeln, etwa Warnung bei 80 Prozent Plattenbelegung.
- Bei Überschreitung entstehen Alarme per E-Mail, Messenger, SMS oder Ticket, abhängig von Wichtigkeit und Bereitschaftsplan.
- Dashboards und Berichte zeigen Verläufe für Kapazitätsplanung und SLA-Nachweise.
Abhängigkeiten zwischen Systemen (z. B. Switch vor Server) verhindern Alarmfluten, wenn eine zentrale Komponente ausfällt.
Vorteile & Nutzen
- Verkürzt Ausfallzeiten, weil Störungen erkannt werden, bevor Benutzer anrufen
- Macht Engpässe wie volle Platten oder ausgelastete Leitungen sichtbar, solange noch Zeit zum Handeln ist
- Liefert Nachweise für Verfügbarkeitszusagen und für Audits
- Unterstützt die Fehlersuche durch historische Werte, die zeigen, was sich vor einer Störung verändert hat
Praxisbeispiel
Ein Lebensmittelhersteller mit zwei Werken und 30 Servern erfuhr von Störungen bisher durch Anrufe aus der Produktion. Die IT führt Checkmk ein, überwacht Server, Switches, Firewalls, USV und die Kühlhaus-Steuerungen per Agent und SNMP und legt Abhängigkeiten zwischen Standort-Switch und dahinterliegenden Systemen an. Kritische Alarme gehen an die Rufbereitschaft, alles andere als Ticket ins Helpdesk-System. Im ersten Quartal fallen zwei volle Datenbank-Volumes und ein defekter USV-Akku auf, bevor es zu einem Ausfall kommt.
Worauf sollte man achten?
- Mit wenigen aussagekräftigen Prüfungen starten und Schwellwerte nachschärfen, statt alles zu überwachen und Alarme zu ignorieren
- Alarmierung nach Wichtigkeit staffeln und mit dem Bereitschaftsplan verknüpfen
- Das Monitoring selbst überwachen, z. B. durch eine externe Prüfung, damit sein Ausfall nicht unbemerkt bleibt
- Für SNMP nur Version 3 mit Authentifizierung und Verschlüsselung einsetzen
- Monitoring-Zugangsdaten mit minimalen Rechten anlegen, weil das System Zugriff auf viele Server hat
Lizenz & Verfügbarkeit
Open-Source-Lösungen wie Zabbix (AGPLv3) oder Checkmk Community sind kostenlos nutzbar, kommerzieller Support und erweiterte Editionen (bei Checkmk z. B. Pro, Ultimate und Cloud) kosten Gebühren. PRTG Network Monitor bietet eine Freeware-Edition für die On-Premises-Installation mit bis zu 100 Sensoren, größere Installationen werden als Subscription lizenziert. Stand: Oktober 2026.
Fazit
Ohne Monitoring arbeitet die IT im Blindflug und erfährt von Störungen zuletzt. Ein überschaubares, gut gepflegtes Monitoring mit klarer Alarmierung bringt mehr als eine Vollüberwachung, deren Meldungen niemand liest.
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