Microsoft Product Terms

Allgemeine Infos

Die Microsoft Product Terms legen fest, wie Du Microsoft-Software und -Onlinedienste nutzen darfst: welche Produkte in welchem Lizenzprogramm erhältlich sind, welche Bedingungen für den Erwerb gelten und welche Nutzungsrechte und Lizenzmodelle dahinterstehen. Sie sind Bestandteil des Vertrags mit Microsoft und werden per Verweis in Verträge wie Enterprise Agreement oder Microsoft Customer Agreement einbezogen.

Seit 1. Juli 2020 erscheinen die Product Terms als Website unter microsoft.com/licensing/terms. Die früher eigenständigen Online Services Terms (OST) sind in die Product Terms eingeflossen. Word-Fassungen beider Dokumente veröffentlicht Microsoft seit Februar 2021 nicht mehr, ältere Stände liegen im Archiv der Licensing Documents.

Typische Anlässe für einen Blick in die Product Terms sind Fragen nach Zugriffslizenzen für einen Server, nach Rechten bei Virtualisierung oder nach den Leistungen von Software Assurance. Welche Fassung für Dich gilt, bestimmt Dein zugrunde liegender Vertrag, deshalb bietet die Website eine Datumsauswahl.

Abgrenzung: Software Assurance ist ein Wartungsprogramm, dessen Leistungen in einem eigenen Abschnitt der Product Terms (Software Assurance Benefits) beschrieben sind. Lizenzprogramme wie Enterprise Agreement, Microsoft Customer Agreement oder der Bezug über CSP regeln den Einkauf, die Product Terms die Nutzung. Datenschutzaddendum (DPA) und Service Level Agreements sind eigene Dokumente, die über die Website erreichbar sind.

Funktionsweise & Details

Die Website ist nach Programmen und Produkten aufgebaut:

  1. Zuerst wählst Du das Lizenzprogramm, etwa EA/EAS, Microsoft Customer Agreement, MOSA, MPSA, Open Value oder Select Plus. Erst dann zeigt die Seite die passenden Bedingungen.
  2. Der Bereich Product Terms enthält die Universal License Terms, die Abschnitte „For all Software“ und „For Online Services“, die Privacy & Security Terms, ein Glossar und die Software Assurance Benefits.
  3. Unter Product Offerings hat jedes Produkt die Reiter „Use Rights“ (Nutzungsrechte) und „License Model“ (Lizenzmodell, zum Beispiel Server/CAL oder pro Kern).
  4. Über die Datumsauswahl rufst Du frühere Fassungen auf, „Compare with current“ zeigt Änderungen markiert, eine Änderungsübersicht dokumentiert die Historie.
  5. Microsoft aktualisiert die Inhalte in der Regel monatlich zum Ersten des Monats. Die Website ist öffentlich, braucht keine Anmeldung und filtert nicht nach Deinen Käufen.

Vorteile & Nutzen

  • Eine zentrale, öffentlich zugängliche Quelle ersetzt die Suche in verstreuten PDF- und Word-Dokumenten.
  • Die Datumsauswahl zeigt die Bedingungen zum Vertragsstichtag, das stützt die Argumentation bei Audits und Vertragsverhandlungen.
  • Markierte Änderungen machen sichtbar, wann Microsoft Nutzungsrechte anpasst, etwa bei neuen Onlinediensten.
  • Lizenzmodell und Nutzungsrechte stehen pro Produkt nebeneinander, sodass Fragen zu Server und CAL ohne Umweg über Händleraussagen beantwortet werden können.

Praxisbeispiel

Ein Maschinenbauer mit 350 Mitarbeitenden will mehrere Windows-Server-VMs in ein externes Rechenzentrum verlagern und erhält von zwei Systemhäusern widersprüchliche Aussagen zur Lizenzierung. Die IT wählt in den Product Terms ihr Lizenzprogramm, öffnet unter Product Offerings den Eintrag Windows Server und liest Nutzungsrechte, Lizenzmodell und die zugehörigen Software-Assurance-Rechte. Die relevanten Passagen legt sie mit Datum der Fassung im Lizenzordner ab. Ergebnis: Die Entscheidung stützt sich auf den Vertragstext statt auf Aussagen Dritter und bleibt bei einem späteren Lizenz-Audit nachvollziehbar.

Worauf sollte man achten?

  • Halte fest, welche Fassung zum Vertragsbeginn oder zur Verlängerung galt, denn welche späteren Änderungen für Dich wirken, regelt Dein Vertrag.
  • Lies neben dem Produkteintrag die Universal License Terms und den Abschnitt für Software oder Onlinedienste, weil allgemeine Regeln dort stehen und nicht beim Produkt.
  • Lizenzleitfäden und Licensing Briefs helfen beim Verständnis, sind aber nicht Vertragsbestandteil; bei Widersprüchen gilt der Vertrag.
  • Fassungen vor Juli 2020 findest Du nur im Archiv der Licensing Documents, nicht auf der Website.

Lizenz & Verfügbarkeit

Kein Lizenzprodukt, sondern Vertragsbestandteil. Die Website ist öffentlich und ohne Anmeldung zugänglich. Welche Fassung gilt, bestimmt Dein Vertrag, zum Beispiel EA, Microsoft Customer Agreement, MPSA oder Open Value. Aktualisierung in der Regel monatlich zum Monatsersten. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Die Product Terms sind die maßgebliche Quelle für jede Lizenzfrage zu Microsoft-Produkten. Lies Aussagen von Händlern oder aus Foren dort gegen und dokumentiere die Fassung, auf die Du Dich stützt.