KI & AI
Model Context Protocol (MCP)
Allgemeine Infos
Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, der regelt, wie KI-Anwendungen mit externen Systemen sprechen. Ein MCP-Server stellt Werkzeuge, Daten oder Prompt-Vorlagen bereit, etwa für ein Ticketsystem, eine Datenbank oder das Dateisystem. KI-Anwendungen wie Claude, ChatGPT, Visual Studio Code, GitHub Copilot oder Agenten in Microsoft Foundry binden diese Server als Client ein. Ein Server funktioniert damit in vielen Clients, statt für jedes Produkt eine eigene Integration zu bauen.
Anthropic hat MCP im November 2024 veröffentlicht (erste Spezifikationsversion 2024-11-05). Inzwischen ist das Projekt als „Model Context Protocol, a Series of LF Projects, LLC“ unter dem Dach der Linux Foundation organisiert und wird bei der Agentic AI Foundation (AAIF) neben AGENTS.md und goose als Projekt geführt. Die technische Steuerung liegt bei einer Steering Group aus Lead Maintainern, Core Maintainern und Maintainern, Änderungen laufen über Specification Enhancement Proposals (SEPs).
Aktueller Spezifikationsstand ist die Version 2026-07-28, davor 2025-11-25, 2025-06-18 und 2025-03-26. Abzugrenzen ist MCP vom Protokoll A2A, das die Kommunikation zwischen Agenten regelt, während MCP Agenten mit Werkzeugen und Daten verbindet.
Funktionsweise & Details
MCP basiert auf JSON-RPC 2.0 und kennt drei Rollen:
- Host: Die KI-Anwendung, die Verbindungen aufbaut (z. B. IDE oder Chat-Client).
- Client: Der Konnektor im Host, der mit genau einem Server spricht.
- Server: Der Dienst, der Fähigkeiten bereitstellt, lokal als Prozess oder entfernt über HTTP.
Server bieten Ressourcen (Kontext und Daten), Prompts (Vorlagen und Workflows) und Tools (vom Modell ausführbare Funktionen). Clients können Elicitation anbieten, also Rückfragen des Servers an den Benutzer. Die Version 2026-07-28 setzt auf zustandslose, in sich abgeschlossene Anfragen mit Fähigkeitsaushandlung pro Anfrage. Optionale Erweiterungen sind u. a. Tasks für lang laufende Vorgänge, MCP Apps für interaktive Oberflächen im Chat und Skills over MCP.
Für entfernte Server in Microsoft Foundry sind Authentifizierung per Schlüssel, Microsoft Entra (Agenten- oder Projektidentität) und OAuth-On-Behalf-Of möglich.
Vorteile & Nutzen
- Eine Integration für viele KI-Clients, das reduziert Entwicklungs- und Pflegeaufwand deutlich
- Großes Ökosystem fertiger Server für gängige Systeme, viele Hersteller liefern eigene MCP-Server
- Herstellerneutrale Governance unter der Linux Foundation senkt das Risiko einer Abhängigkeit von einem Anbieter
- Klare Trennung von Modell und Werkzeug, Berechtigungen lassen sich am Server durchsetzen
Praxisbeispiel
Ein IT-Dienstleister mit 40 Beschäftigten möchte, dass Techniker in VS Code und im Chat-Client Tickets, Dokumentation und Monitoring-Daten abfragen können. Das Team baut einen MCP-Server für das Ticketsystem, der nur lesende Abfragen und das Anlegen von Notizen erlaubt, und betreibt ihn intern hinter OAuth. Derselbe Server wird später auch von einem Foundry-Agenten genutzt. Weil die Rechte im Server stecken, kann kein Client mehr als die freigegebenen Aktionen ausführen.
Worauf sollte man achten?
- MCP-Server sind ausführbarer Code mit Zugriff auf Systeme: Nur Server aus vertrauenswürdigen Quellen einsetzen und Versionen pinnen
- Tool-Beschreibungen und Annotationen nicht ungeprüft vertrauen, die Spezifikation stuft sie bei fremden Servern als nicht vertrauenswürdig ein
- Jeden Tool-Aufruf mit Benutzerzustimmung absichern, besonders bei schreibenden oder löschenden Aktionen
- Entfernte Server immer mit Authentifizierung (z. B. OAuth oder Entra ID) und minimalen Rechten betreiben
- Freigegebene MCP-Server zentral inventarisieren, sonst entsteht eine neue Schatten-IT
Fazit
MCP hat sich als Standard für die Anbindung von Werkzeugen an KI-Agenten durchgesetzt. Behandle MCP-Server wie privilegierte Schnittstellen mit Freigabeprozess, Authentifizierung und Inventar.
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