Backup & Storage
NAS vs. SAN
Allgemeine Infos
Der Vergleich NAS vs. SAN beschreibt die zwei grundlegenden Arten, Speicher über ein Netzwerk bereitzustellen. Ein Network Attached Storage (NAS) bringt Speicher und Dateisystem mit und stellt Dateien über SMB oder NFS im normalen LAN bereit. Ein Storage Area Network (SAN) stellt Blockspeicher über ein eigenes Speichernetz (Fibre Channel oder iSCSI) bereit, das Dateisystem legt der Server selbst an.
Daraus folgen die typischen Einsatzgebiete: NAS für Dateifreigaben, Abteilungslaufwerke, Backup-Ziele und Medienarchive, SAN für VM-Speicher, Cluster und Datenbanken mit hohen Anforderungen an Latenz und IOPS.
Die Grenzen verschwimmen: Viele NAS-Systeme bieten zusätzlich iSCSI-LUNs, viele SAN-Arrays auch Dateidienste (Unified Storage). Hyper-V und SQL Server können außerdem VMs bzw. Datenbanken auf SMB-3-Freigaben ablegen. Die Einzelbegriffe NAS und SAN haben eigene Glossareinträge.
Funktionsweise & Details
Die wesentlichen Unterschiede im Überblick:
- Zugriffsebene: NAS arbeitet auf Dateiebene, SAN auf Blockebene.
- Protokolle: NAS nutzt SMB (Windows) und NFS (Linux/Unix), SAN nutzt Fibre Channel, iSCSI, FCoE oder NVMe over Fabrics.
- Netzwerk: NAS läuft im bestehenden LAN über TCP/IP, ein SAN nutzt ein eigenes Speichernetz oder zumindest getrennte VLANs.
- Gemeinsamer Zugriff: Beim NAS regelt das NAS selbst Sperren und Berechtigungen für viele Clients. Beim SAN braucht gleichzeitiger Zugriff mehrerer Server ein Cluster-Dateisystem (z. B. Cluster Shared Volumes, VMFS).
- Aufwand und Kosten: SANs benötigen eigene Komponenten und mehr Fachwissen und sind in der Regel teurer als NAS-Lösungen.
Vorteile & Nutzen
- Bessere Kaufentscheidungen, weil sich Speichersysteme nach Zugriffsart statt nach Marketingbegriffen auswählen lassen.
- Passende Architektur pro Workload: Dateifreigaben auf NAS, latenzkritische VMs und Datenbanken auf Blockspeicher.
- Klarheit bei Backup-Zielen, da ein NAS als Repository einfacher zu integrieren ist, ein SAN-Volume aber über den Server angebunden wird.
- Realistische Kostenplanung, weil der höhere Aufwand eines SAN früh sichtbar wird.
Praxisbeispiel
Ein Handelsunternehmen mit 70 Mitarbeitenden plant die Erneuerung seiner Server und schwankt zwischen einem SAN und einem NAS. Die Analyse zeigt: Zwei Hyper-V-Hosts mit 15 VMs benötigen gemeinsamen Speicher, die Datenmengen der Abteilungen sind moderat. Die IT entscheidet sich für ein Unified-Storage-System, das iSCSI-LUNs für den Hyper-V-Cluster und SMB-Freigaben für Dateien bereitstellt, und spart sich so Fibre-Channel-Infrastruktur.
Worauf sollte man achten?
- Entscheide nach Workload, nicht nach Gerätekategorie: Prüfe IOPS, Latenz, gemeinsamen Zugriff und Wiederherstellungsanforderungen.
- Ein NAS, das gleichzeitig Produktivspeicher und Backup-Ziel ist, verletzt die 3-2-1-Regel, weil ein Defekt beides trifft.
- Binde NAS-Backup-Ziele nicht mit Domänen-Admin-Rechten an, sonst erreicht Ransomware die Sicherungen über dieselben Anmeldedaten.
- Prüfe bei SMB-basiertem VM-Speicher die Unterstützung von SMB 3 (Multichannel, Continuous Availability) durch das Gerät.
Fazit
NAS und SAN beantworten unterschiedliche Fragen: Dateien teilen oder Blockspeicher bereitstellen. Für viele Mittelständler ist ein Unified-Storage-System oder ein iSCSI-fähiges NAS der pragmatische Mittelweg.
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