M365 Agent 365 | Observability für Agents von Drittanbietern

M365 Agent 365 | Observability für Agents von Drittanbietern

Microsoft erweitert Agent 365 um die Beobachtung von KI-Agents, die nicht aus der eigenen Welt stammen. Über die Connected Platforms lassen sich künftig Agents aus Amazon Bedrock, Google Vertex AI und Anthropic Claude Managed Agents an derselben Stelle überwachen wie die Microsoft-eigenen Agents.

Die Public Preview startet Ende Oktober 2026, die allgemeine Verfügbarkeit folgt Ende November. Veröffentlicht ist das als MC1480873.


Für Umgebungen, die KI-Agents über mehrere Plattformen betreiben, schließt das eine Sichtbarkeitslücke. Jeder synchronisierte Agent bekommt einen Activity-Tab, der Läufe, Sitzungen, Tool-Aufrufe und Ausnahmen zeigt, übersetzt in das Observability-Modell von Agent 365.

Agent 365 liest diese Aktivität über die vorhandenen Verbindungsdaten, es führt die fremden Agents nicht selbst aus. Eine Kennzahl fehlt bewusst: Nutzer lassen sich für die fremden Agents nicht ausweisen, weil diese Plattformen keine Entra-Identitäten liefern.


Für die Governance ist ein Schalter entscheidend. Beim Anlegen oder Bearbeiten einer unterstützten Verbindung erscheint die Einstellung zum Sammeln der Observability-Daten. Für neue Verbindungen ist sie standardmäßig aktiv, du kannst sie beim Einrichten abwählen.

Für bestehende Verbindungen bleibt die Sammlung deaktiviert, bis ein Administrator sie einschaltet. Die Agents selbst synchronisieren weiter wie bisher, unabhängig von diesem Schalter.


Die Datenseite liegt bei der jeweiligen Quellplattform, und dort entsteht auch der Aufwand. Amazon Bedrock Classic braucht die Trace-Erfassung nach S3 und einen Lesezugriff auf den Aktivitäts-Bucket. Amazon Bedrock AgentCore verlangt CloudWatch Transaction Search und Zugriff auf die Log-Gruppen. Google Vertex AI braucht Rollen für BigQuery, Monitoring und Cloud Trace samt aktivierter Telemetrie.

Anthropic Claude Managed Agents kommen ohne zusätzliche Einrichtung aus. Dass die Drittanbieter für Tracing, Speicherung oder Abfragen eigene Kosten berechnen können, solltest du vorher einplanen.


Für wen lohnt sich der Blick? Vor allem für Organisationen, die Agents nicht nur in Copilot Studio, sondern parallel in Bedrock oder Vertex betreiben und bisher kein gemeinsames Protokoll über alle hatten. Aus Governance-Sicht ist die zentrale Aktivitätssicht der eigentliche Gewinn, weil sich Läufe und Ausnahmen fremder Agents nachvollziehen lassen, ohne in jede Plattform einzeln zu springen.

Wer heute schon mit mehreren Agent-Plattformen arbeitet, prüft nach dem Start, welche Verbindungen die Sammlung aktivieren sollen, und stimmt die Datenerfassung mit dem Datenschutz ab.


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