M365 Copilot | Claude in Copilot

M365 Copilot | Claude in Copilot

Verarbeitung bis Ende 2026 in der EU Data Boundary ... 

Wer in der EU Claude-Modelle in Microsoft Copilot freischaltet, holt sich bisher eine dokumentierte Ausnahme ins Haus. Microsoft Learn führt Claude in Copilot, Researcher, Copilot Studio, Power Platform und Copilot in den Microsoft-365-Apps (Stand 4. November 2026) als ausgenommen von der EU Data Boundary und von Zusagen zur Verarbeitung im Land.

Deshalb steht der Schalter in EU, EFTA und Großbritannien standardmäßig auf aus.

Was Microsoft angekündigt hat

Am 5. November 2026 hat Charles Lamanna, Executive Vice President für Copilot, Agents und Platform, im Microsoft Copilot Blog den Wechsel angekündigt. Bis Ende 2026 sollen Organisationen in EU und EFTA Claude in Copilot, Copilot Cowork eingeschlossen, mit Verarbeitung innerhalb der EU Data Boundary nutzen können.

Claude läuft heute schon in Copilot Chat, in Copilot in den Microsoft-365-Apps, in Cowork und in Copilot Code. Das Modellangebot bleibt gleich, es ändert sich der Ort der Verarbeitung.

Hast du Claude bereits aktiviert, musst du nichts tun: Laut Microsoft wandert die Verarbeitung automatisch in die Boundary, sobald sie verfügbar ist. Ohne Aktivierung bleibt es beim Standard aus.

Wo du den Schalter findest

Freischalten darf, wer die Rolle AI Administrator oder Global Administrator hat. Im Microsoft 365 Admin Center öffnest du Copilot > Settings > View all und dort „AI providers operating as Microsoft subprocessors“. Du wählst Anthropic als Subprozessor und legst fest, ob alle Benutzer oder nur bestimmte Benutzer und Gruppen Zugriff erhalten. Für den Einstieg reicht eine Pilotgruppe als Entra-ID-Sicherheitsgruppe, weil die Zuweisung auf Anbieterebene für Copilot und Copilot Studio greift.

Bis zur Umstellung gilt die Ausnahme weiter. Gibst du Claude jetzt frei, gehört die Verarbeitung außerhalb der Boundary in DSFA und Verarbeitungsverzeichnis, mit einer Wiedervorlage für den Zeitpunkt, an dem Microsoft die Umstellung meldet.

Was die Ankündigung offen lässt

Einen konkreten Termin nennt Microsoft nicht, nur „bis Ende 2026“. Ebenfalls offen ist, ob Claude später unter die Zusagen zur Verarbeitung im Land fällt. Die Ankündigung erwähnt für die zehn Länder in EU und EFTA nur die Speicherung ruhender Daten.

Die „Anthropic models with Data Retention“, laut Learn etwa Claude Fable 5 und Claude Mythos 5, kommen in der Ankündigung nicht vor. Für sie gelten Anthropics eigene Bedingungen und Datenschutzvereinbarung, Anthropic tritt als unabhängiger Verarbeiter auf und speichert die meisten Ein- und Ausgaben bis zu 30 Tage. Rechne sie deshalb nicht in die neue Zusage ein, solange Microsoft das nicht ausdrücklich bestätigt.

Fazit

Für Organisationen, deren Datenschutzprüfung bisher an der Ausnahme von der EU Data Boundary hängen blieb, fällt bis Ende 2026 das Hauptargument gegen Claude in Copilot weg. Bis dahin bleibt die Ausnahme der dokumentierte Stand. Gib Claude zunächst einer Pilotgruppe frei, halte die Data-Retention-Modelle aus der Freigabe heraus und prüf nach Microsofts angekündigter Detailmitteilung, welche Modelle und Dienste die Umstellung abdeckt.

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