Exchange Connector (Send- und Receive-Connector)

Allgemeine Infos

Connectoren definieren die SMTP-Verbindungen eines Exchange-Servers. Ein Receive Connector (Empfangsconnector) legt fest, auf welcher IP-Adresse und welchem Port Exchange Verbindungen annimmt, von welchen Absendern und mit welcher Authentifizierung. Ein Send Connector (Sendeconnector) bestimmt, über welche Route Mails für bestimmte Domänen die Organisation verlassen: direkt per DNS, über einen Smarthost oder an einen Partner.

Bei der Installation legt Exchange je Mailbox-Server fünf Receive Connectoren an, darunter Default Frontend für eingehende Internet-Mails auf Port 25 und Client Frontend für authentifizierte Clients auf Port 587. Send Connectoren für das Internet legst Du selbst an. Zusätzlich gibt es unsichtbare implizite Connectoren für die Kommunikation zwischen Exchange-Servern.

Im Hybridbetrieb richtet der Hybrid Configuration Wizard eigene Connectoren zwischen lokaler Organisation und Exchange Online ein. Exchange Online kennt eigene eingehende und ausgehende Connectoren, die Partner oder die lokale Organisation anhand von Zertifikat oder IP-Adresse erkennen.

Funktionsweise & Details

Wichtige Einstellungen eines Connectors:

  1. Receive Connector: Bindungen (IP-Adresse und Port), zulässige Remote-IP-Bereiche, Authentifizierungsmechanismen (TLS, Basic über TLS, integrierte Windows-Authentifizierung, extern gesichert) und Berechtigungsgruppen (anonyme Benutzer, Exchange-Benutzer, Partner).
  2. Send Connector: Adressräume (Zieldomänen), Smarthosts oder DNS-MX-Routing, Quellserver, TLS-Vorgaben und Maximalgröße von Nachrichten.
  3. Für Geräte wie Multifunktionsdrucker legst Du einen eigenen Receive Connector mit festen IP-Adressen an; ein Relay an externe Empfänger erfordert gezielt die Berechtigung ms-Exch-SMTP-Accept-Any-Recipient.
  4. Verwaltet werden Connectoren mit Get-ReceiveConnector, New-ReceiveConnector, Set-ReceiveConnector und den entsprechenden SendConnector-Cmdlets.
  5. Bei Problemen hilft Protocol Logging am betroffenen Connector.

Vorteile & Nutzen

  • Präzise Kontrolle, wer Mails einliefern darf, verhindert ein offenes Relay und Missbrauch des Servers.
  • Routen über Smarthosts oder Filterdienste lassen sich je Zieldomäne festlegen, ohne den restlichen Mailflow zu ändern.
  • TLS-Vorgaben je Connector sichern die Verbindung zu Partnern mit Verschlüsselungspflicht ab.
  • Getrennte Connectoren je Zweck machen den Mailflow verständlich und vereinfachen die Fehlersuche.

Praxisbeispiel

Ein Fertigungsbetrieb lässt zwölf Multifunktionsgeräte Scans per Mail verschicken. Die IT richtet einen eigenen Receive Connector ein, der nur die festen IP-Adressen der Geräte akzeptiert, und erlaubt das Relay ausschließlich an interne Empfänger. Ein Lieferant mit TLS-Pflicht erhält einen eigenen Send Connector mit erzwungener TLS-Verbindung. Beide Connectoren dokumentiert sie mit Zweck und Ansprechpartner.

Worauf sollte man achten?

  • Receive Connectoren nie für anonyme Absender aus beliebigen IP-Bereichen als Relay freigeben.
  • Je Zweck einen eigenen, sprechend benannten Connector anlegen statt die Standardconnectoren zu verbiegen.
  • Hybrid-Connectoren nicht manuell ändern, sondern über den HCW, sonst überschreibt der nächste Lauf die Einstellungen.
  • Geräte, die per SMTP AUTH mit Basic Authentication an Exchange Online senden, auf OAuth oder einen lokalen Relay-Connector umstellen, weil Microsoft dieses Verfahren abkündigt.
  • Protocol Logging nur für die Fehlersuche auf Verbose stellen, die Logs wachsen schnell.

Lizenz & Verfügbarkeit

Send- und Receive-Connectoren sind Bestandteil von Exchange Server SE und benötigen keine eigene Lizenz. In Exchange Online sind eingehende und ausgehende Connectoren in allen Plänen mit Exchange Online enthalten. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Connectoren tragen den gesamten Mailflow. Halte sie so restriktiv wie möglich, dokumentiere ihren Zweck und überlasse Hybrid-Connectoren dem HCW.