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Exchange Server 2019
Allgemeine Infos
Exchange Server 2019 erschien im Oktober 2018 und war bis Mitte 2025 die aktuelle On-Premises-Version von Microsofts Mail- und Kalenderserver. Mit CU15 als letztem Cumulative Update ist die Version abgeschlossen. Der erweiterte Support endete am 14. Oktober 2025, zeitgleich mit Exchange Server 2016.
Seitdem liefert Microsoft Sicherheitsupdates nur noch über das kostenpflichtige Extended-Security-Update-Programm (ESU). Phase 1 lief von Oktober 2025 bis April 2026, Phase 2 läuft vom 1. Mai bis 31. Oktober 2026. Microsoft hat eine weitere Verlängerung ausdrücklich ausgeschlossen. Das Oct26SU vom 13. Oktober 2026 für CU14 und CU15 ist damit voraussichtlich das letzte Update; ab November 2026 bleiben neue Lücken auch für ESU-Kunden offen.
Nachfolger ist die Exchange Server Subscription Edition (SE). Deren RTM-Version ist laut Microsoft codegleich mit Exchange 2019 CU15, abgesehen von Lizenzvertrag, Produktname und Buildnummer. Deshalb ist der Wechsel von 2019 CU15 per In-Place-Upgrade möglich, das sich wie die Installation eines CU verhält.
Funktionsweise & Details
Exchange 2019 kennt zwei Serverrollen: Mailbox (mit den Client-Access-Diensten) und Edge Transport. Unified Messaging ist in dieser Version entfallen. Gegenüber 2016 kamen unter anderem die Installation auf Windows Server Core und eine überarbeitete Suchinfrastruktur hinzu. Der Weg nach Exchange SE in fünf Schritten:
- Exchange 2019 auf CU15 mit dem aktuellen Sicherheitsupdate bringen.
- Prüfen, ob der Server unter Windows Server 2022 oder 2025 läuft; auf älteren Betriebssystemen neue Server aufbauen und migrieren.
- Exchange SE RTM per In-Place-Upgrade installieren; der vorhandene Exchange-2019-Produktschlüssel bleibt gültig.
- Mit dem Exchange HealthChecker Build, Zertifikate und Konfiguration kontrollieren.
- Verbleibende 2016- und 2019-Server vor der Installation von SE CU2 entfernen, weil dessen Setup die Koexistenz blockiert.
Vorteile & Nutzen
- Wer 2019 CU15 betreibt, hat technisch bereits den Code von Exchange SE RTM im Einsatz, der Umstieg ist deshalb mit geringem Risiko verbunden.
- Das In-Place-Upgrade nach Exchange SE spart Parallelserver und Postfachmigration, wenn Windows Server 2022 oder 2025 schon läuft.
- Exchange SE RTM läuft koexistent neben 2019, deshalb lassen sich DAG-Mitglieder nacheinander umstellen.
- Die Hybrid-Unterstützung erlaubt den Wechsel nach Exchange Online als Alternative zum lokalen Weiterbetrieb.
Praxisbeispiel
Ein Maschinenbauer mit 200 Postfächern betreibt zwei Exchange-2019-CU14-Server unter Windows Server 2019 in einer DAG. Weil das ESU Ende Oktober 2026 ausläuft und ein In-Place-Upgrade auf diesem Betriebssystem nicht möglich ist, baut die IT zwei neue VMs mit Windows Server 2025 auf und installiert dort direkt Exchange SE. Sie verschiebt die Postfächer in zwei Wellen, überträgt Zertifikate und Connectoren und deinstalliert danach die alten Server. Die Umgebung erhält wieder reguläre Sicherheitsupdates, und die Anwender merken vom Umzug nur einen Outlook-Neustart.
Worauf sollte man achten?
- Plane den Umstieg sofort: Das ESU endet am 31. Oktober 2026 ohne weitere Verlängerung, danach gibt es für Exchange 2019 keine Sicherheitsupdates mehr.
- Das In-Place-Upgrade setzt CU15 und Windows Server 2022 oder 2025 voraus; auf älteren Betriebssystemen führt der Weg über neue Server.
- Vor dem Setup von Exchange SE CU2 müssen alle 2016- und 2019-Server aus der Organisation entfernt sein, sonst bricht die Installation ab.
- Ein ungepatchter Exchange-Server mit OWA im Internet ist ein bevorzugtes Angriffsziel; veröffentliche ihn nach Oktober 2026 nicht mehr direkt.
- Vergiss in Hybridumgebungen den letzten Verwaltungsserver nicht: Auch er muss auf Exchange SE.
Lizenz & Verfügbarkeit
Exchange Server 2019 wurde über Serverlizenzen (Standard oder Enterprise) und Client-Zugriffslizenzen (CALs) lizenziert. Der reguläre Support endete am 14. Oktober 2025. Das ESU-Programm war kostenpflichtig, musste je Phase separat gekauft werden (Phase 2: 1. Mai bis 31. Oktober 2026) und lieferte nur kritische und wichtige Sicherheitsupdates, keine Fehlerbehebungen und keinen technischen Support. Die Updates wurden nur an ESU-Kunden verteilt, nicht über das Download Center. Eine weitere Verlängerung schließt Microsoft aus. Stand: Oktober 2026.
Fazit
Exchange 2019 ist am Ende seines Lebenszyklus. Wer noch darauf läuft, sollte jetzt auf Exchange SE oder Exchange Online wechseln, weil nach Oktober 2026 auch das ESU keine Updates mehr liefert.
Weiterführende Links
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