Exchange Server Subscription Edition (SE)

Allgemeine Infos

Die Exchange Server Subscription Edition (SE) ist seit dem 1. Juli 2025 verfügbar und löst Exchange 2016 und 2019 ab. Sie folgt der Modern Lifecycle Policy: Es gibt kein festes Support-Ende, solange Du die Updates innerhalb der von Microsoft vorgegebenen Fristen installierst und eine gültige Lizenz mit Abo oder Software Assurance hast.

SE RTM ist laut Microsoft codegleich mit Exchange 2019 CU15, neue Funktionen sollen erst ab CU1 kommen. Geplant waren zwei CUs pro Jahr. CU1 wurde mehrfach verschoben (von Ende 2025 auf die erste, dann auf die zweite Jahreshälfte 2026); im August 2026 konnte Microsoft keinen Termin nennen. Stand Oktober 2026 ist SE RTM mit dem Oct26SU vom 13. Oktober 2026 (Build 15.2.2562.56) der aktuelle Build.

Zur Koexistenz: SE RTM und CU1 laufen neben Exchange 2016 und 2019 in derselben Organisation, das Setup von CU2 bricht ab, solange ältere Server existieren. Eigene SE-Produktschlüssel sind ab CU1 angekündigt, bis dahin gelten Exchange-2019-Schlüssel.

Abgrenzung: Exchange Online ist der Cloud-Dienst in Microsoft 365. Exchange SE ist der Weg für alle, die Postfächer lokal halten müssen oder im Hybridbetrieb einen Verwaltungsserver brauchen.

Funktionsweise & Details

Technisch entspricht SE der Architektur von Exchange 2019 mit den Rollen Mailbox und Edge Transport. Der Weg und der Betrieb in fünf Punkten:

  1. Von Exchange 2019 CU15 unter Windows Server 2022 oder 2025: In-Place-Upgrade, das sich wie ein CU verhält.
  2. Von Exchange 2019 auf älterem Betriebssystem oder von Exchange 2016: neue SE-Server installieren und Postfächer per Legacy-Migration verschieben.
  3. Updates erscheinen als Cumulative Updates (CU), Security Updates (SU) und Hotfix Updates (HU); das HU vom Mai 2026 (Build 15.2.2562.41) brachte zum Beispiel Graph-Berechtigungen für die dedizierte Exchange-Hybrid-App.
  4. Produktschlüssel validieren nur die Edition (Standard bis 5, Enterprise bis 100 eingehängte Datenbanken), eine Online-Aktivierung gibt es nicht; ohne Schlüssel läuft der Server 180 Tage als Testversion.
  5. Hybridserver ohne lokale Postfächer erhalten ihre Lizenz über den Hybrid Configuration Wizard (Option zum Lizenzieren des Servers).

Vorteile & Nutzen

  • Nur Exchange SE erhält nach Oktober 2026 noch Sicherheitsupdates, es ist damit der einzige unterstützte Weg für Exchange On-Premises.
  • Das In-Place-Upgrade von 2019 CU15 spart Parallelserver und Postfachmigration, weil der Code identisch ist.
  • Exchange Admin Center, Exchange Management Shell und HealthChecker bleiben gleich, deshalb entsteht kein Schulungsaufwand.
  • Volle Hybrid-Unterstützung inklusive dedizierter Exchange-Hybrid-App und Graph-basierter Hybridfunktionen ab dem Mai-2026-HU.

Praxisbeispiel

Ein Planungsbüro mit 60 Postfächern betreibt einen Exchange-2019-CU15-Server unter Windows Server 2022 im Hybridbetrieb. Die IT klärt mit dem Lizenzpartner, dass die vorhandenen Microsoft-365-E3-Lizenzen die Nutzungsrechte abdecken, und sichert den Server. Danach führt sie das In-Place-Upgrade auf Exchange SE durch, spielt das aktuelle SU ein und prüft mit dem HealthChecker Zertifikate und virtuelle Verzeichnisse. Der Wechsel dauert ein Wartungsfenster am Abend, Outlook verbindet sich danach ohne Änderung.

Worauf sollte man achten?

  • Lizenz vor dem Upgrade klären: Ohne aktive Software Assurance oder passende Abo-Lizenzen erlischt das Recht, Updates zu installieren und SE zu betreiben.
  • Updates zeitnah einspielen; nach der Modern Lifecycle Policy bist Du nur im Support, wenn Du innerhalb der Microsoft-Fristen aktuell bleibst.
  • Alte 2016- und 2019-Server früh abbauen, weil SE CU2 sie in der Organisation nicht mehr toleriert.
  • Vor jedem Update ein Backup ziehen und den Exchange HealthChecker laufen lassen.
  • Edge-Transport-Server akzeptieren nur die Standard- oder Testedition; nach dem Eintragen eines Schlüssels muss das Edge-Abonnement neu erstellt werden.

Lizenz & Verfügbarkeit

Laut dem Lizenzüberblick von Exchange-MVP Scott Schnoll in der Microsoft Tech Community gelten dieselben Grundlagen wie bei Exchange 2019, ergänzt um eine Abo-Pflicht: Serverlizenzen (Standard oder Enterprise) und CALs mit aktiver Software Assurance, alternativ Cloud-Abos als CAL-Äquivalent (Exchange Online Plan 1 entspricht der Standard CAL, Plan 2 der Enterprise CAL; Microsoft 365 E3/E5 und A3/A5 enthalten erweiterte On-Premises-Nutzungsrechte). Für Hybridserver ohne lokale Postfächer stellt der Hybrid Configuration Wizard eine kostenlose Lizenz bereit. Microsoft hat 2025 die Preise für On-Premises-Serverprodukte und CAL-Suiten erhöht. Verbindlich sind die Microsoft Product Terms. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Für alle, die Exchange lokal weiter brauchen, ist SE der einzige gepflegte Weg. Prüfe vor dem Start Lizenzmodell, Windows-Server-Version und Zertifikate und plane den Abbau der Altserver vor CU2 ein.