Office Deployment Tool (ODT)

Allgemeine Infos

Das Office Deployment Tool (ODT) ist ein kostenloses Kommandozeilenprogramm, mit dem Admins Microsoft 365 Apps und weitere Klick-und-Los-Produkte wie Visio und Project gezielt herunterladen, installieren, ändern oder entfernen. Es besteht aus setup.exe und einer Konfigurationsdatei configuration.xml.

In der XML legst Du fest, welche Produkte, Sprachen, Architektur (32 oder 64 Bit), Update-Kanal und Update-Quelle verwendet werden und welche Apps ausgeschlossen sind. Das ODT eignet sich für Skripte, Softwareverteilung, Images und Umgebungen mit lokaler Installationsquelle.

Abgrenzung: Das Office Customization Tool (OCT) im Apps Admin Center erzeugt die XML grafisch, das ODT führt sie aus. Intune bringt für Windows eine integrierte Microsoft-365-Apps-Zuweisung mit, die intern dasselbe Prinzip nutzt und für einfache Szenarien genügt.

Funktionsweise & Details

Das ODT kennt mehrere Modi:

  1. Download: setup.exe /download config.xml lädt die Installationsdateien in eine lokale Freigabe. Liegen dort schon Dateien derselben Version, werden nur fehlende Teile nachgeladen.
  2. Installation: setup.exe /configure config.xml installiert, ändert oder entfernt Produkte und Sprachen.
  3. Anpassung: setup.exe /customize config.xml wendet nur App-Einstellungen an, ohne die Installation zu ändern.
  4. Über die Elemente Updates und SourcePath steuerst Du, ob Updates aus dem Office-CDN oder von einer internen Freigabe kommen.
  5. Protokolle schreibt das ODT nach %temp%. Microsoft empfiehlt, vor jedem Einsatz die aktuelle ODT-Version herunterzuladen.

Vorteile & Nutzen

  • Volle Kontrolle über Umfang, Sprachen und Architektur, wodurch z. B. Access oder Publisher gar nicht erst installiert werden
  • Reproduzierbare Installationen, weil dieselbe XML auf allen Geräten dasselbe Ergebnis liefert
  • Lokale Installationsquelle spart Bandbreite an Standorten mit schwacher Anbindung
  • Kostenlos und kombinierbar mit Intune (Win32-App), Configuration Manager und eigenen Skripten

Praxisbeispiel

Ein Krankenhaus-Verbund mit 900 Arbeitsplätzen erstellt mit dem OCT eine XML für 64 Bit, Deutsch und Englisch, ohne Access und Publisher, mit Monthly Enterprise Channel. Die Installationsdateien liegen auf einer Freigabe pro Standort, das ODT läuft als Teil der Tasksequenz im Configuration Manager. Ältere MSI-Installationen von Office 2016 entfernt die XML über das Element RemoveMSI gleich mit.

Worauf sollte man achten?

  • Immer die aktuelle ODT-Version verwenden, ältere Versionen kennen neue Kanäle oder Produkte nicht
  • Die XML mit dem Office Customization Tool erstellen und versionieren, statt sie von Hand zu pflegen
  • Bei DownloadPath immer eine Version angeben, sonst schlägt der Download fehl
  • Lokale Installationsquellen regelmäßig aktualisieren, sonst installieren neue Geräte veraltete Builds
  • Für einfache Intune-Szenarien die integrierte Microsoft-365-Apps-Zuweisung prüfen, sie spart Paketierungsaufwand

Lizenz & Verfügbarkeit

Das ODT ist kostenlos im Microsoft Download Center erhältlich. Für die installierten Produkte sind passende Lizenzen nötig, etwa Microsoft 365 Apps for enterprise oder business oder Volumenlizenzen von Office LTSC. Stand: Oktober 2026.

Fazit

Das ODT bleibt das Standardwerkzeug für skriptgesteuerte und standortbezogene Office-Installationen. Für reine Cloud-Verwaltung reichen oft Intune und das Apps Admin Center.